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Eishockey

Selb zieht den Eisbären den Zahn

Die Regensburger unterliegen den Wölfen mit 2:3 nach Verlängerung. Peiting baut seinen Vorsprung an der Tabellenspitze aus.
Von Heinz Gläser

Großer Andrang vor dem Selber Tor: Aber die Eisbären (hier beim 6:2-Heimsieg am 7. Dezember) rannten sich lange fest. Foto: Brüssel
Großer Andrang vor dem Selber Tor: Aber die Eisbären (hier beim 6:2-Heimsieg am 7. Dezember) rannten sich lange fest. Foto: Brüssel

Selb.Konstanz bleibt der neuralgische Punkt der Eisbären: Der Regensburger Eishockey-Oberligist unterlag am Sonntagabend überraschend bei den Selber Wölfen mit 2:3 (0:0, 0:1, 2:1, 0:1) nach Verlängerung und steckte damit einen Dämpfer ein. Peiting baute mit einem 7:3-Sieg gegen Sonthofen seine Tabellenführung auf sechs Punkte aus. Dem zweitplatzierten Team von Coach Igor Pavlov rückt sechs Spieltage vor dem Ende der Meisterrunde Landshut (6:2 gegen Weiden) näher.

Die Selber hatten ihren aktuellen Negativlauf mit dem 3:9 im Derby gegen Weiden am Freitag nahtlos fortgeschrieben. Nach einem fulminanten Start in die Meisterrunde ist beim Team von Coach Henry Thom derzeit komplett die Luft raus. Weiterhin ohne Leopold Tausch und Lukas Heger, dafür erneut mit Nicolas Sauer in der ersten Sturmreihe setzten die Eisbären die Oberfranken sofort unter Druck. Selbs Florian Ondruschka sah von der Strafbank, wie die Regensburger in Überzahl immer wieder Tomas Gulda in Schussposition brachten.

Echte Torgefahr blieb freilich aus, weil die Eisbären ihrem Gegner in puncto Fehlerquote zunächst nacheiferten. In der Anfangsphase blieb auf beiden Seiten vieles Stückwerk. Constantin Ontl und im Nachschuss Peter Flache prüften Torhüter Niklas Deske, der beim 1:11 der Wölfe Anfang Februar in der Donau-Arena entnervt Platz für Manuel Kümpel gemacht hatte.

Zaghafte Annäherung

Eric Keresztury und Sauer ließen weitere Chancen aus. In der ersten Unterzahl wegen einer Strafe gegen Davide Vinci wehrten die Regensburger die Annäherungsversuche der Selber relativ problemlos ab. Torhüter Peter Holmgren strahlte große Souveränität aus. Dem Deutsche-Schweden war ja am Freitag beim 8:1 gegen Höchstadt erneut ein Shutout versagt geblieben, weil bei den Eisbären im letzten Drittel die Konzentration schwand.

Verunsicherte Gastgeber gegen fahrige Gäste – so lautete das Fazit am Ende des torlosen ersten Drittels. Wer auf einen Eishockey-Leckerbissen aus war, bekam bis dahin Magerkost serviert.

Eisbären-Verteidiger Petr Heider wies nach Wiederbeginn gleich mal seine Offensivqualitäten nach. Sein Schuss verfehlte das Tor der Selber knapp. Nun war mehr Dynamik drin, wo vorher Lethargie Regie geführt hatte. Nutznießer der Tempoverschärfung waren allerdings überraschend die Wölfe. Erik Gollenbeck gewann das Bully, Ian McDonald zog kurzerhand ab – und die Scheibe fand leicht abgefälscht den Weg an Holmgren vorbei zur Führung der Selber. Wölfe-Topscorer McDonald schraubte seine Ausbeute damit auf beachtliche 30 Saisontore.

Die Reaktion der Eisbären war heftig. Sie schossen sich auf Deske ein, aber der Torhüter zeigte sich gegen Benedikt Böhm, Richard Divis und Tomas Gulda auf der Höhe des Geschehens. Die Eisbären nahmen immer mehr Fahrt auf. Die bis dahin größte Gelegenheit vereitelte Deske mit einer Blitzreaktion gegen Nicolas Sauer. Chancen hüben wie drüben schlossen sich an. Die Wölfe gewannen mit der Führung im Rücken deutlich an Selbstsicherheit. Und Thoms Mannschaft hatte nun auch die eigenen Fans zurückgewonnen, die ihr zu Beginn schmollend ihre Unterstützung verweigert hatten.

Lattenschuss von Böhm

Böhm beschloss das zweite Drittel mit einem Lattenschuss. Wann würde sich die sichtbare spielerische Dominanz der Regensburger auszahlen? Diese Frage nahmen beide Teams mit ins Schlussdrittel. Eigene Ungenauigkeiten und Deskes Fangkünste gingen aber weiterhin eine innige Verbindung ein. Zudem glänzte die erste Reihe um Nikola Gajovsky nicht wie gewohnt.

Pavlov nahm eine Auszeit und ging volles Risiko, indem er knapp zehn Minuten vor Schluss Holmgren vom Eis holte. Das rächte sich. Bei vier gegen sechs traf McDonald zum 2:0 ins leere Tor. Doch im Gegenzug überwand Keresztury erstmals Deske und legte damit die Basis für eine dramatische Schlussphase. Korbinian Schütz stellte mit seinem siebten Saisontreffer den umjubelten Ausgleich her.

Doch Charley Graaskamp entschied nach 77 Sekunden der Verlängerung die umkämpfte Partie.

Selb – Eisbären 3:2 (0:0, 1:0, 1:2, 1:0) n.V.

Selber Wölfe: Deske – Silbermann, Ondruschka; Fink, Kolb; Kremer, Böhringer– Gollenbeck, McDonald, Gare; Hördler, Graaskamp, Geigenmüller; Lüsch, Zimmermann, Schiener


Eisbären Regensburg: Holmgren – Gulda, Heider; Schütz, Vogel; Weber, Tippmann; Schiller, Bühler – Divis, Gajovsky, Sauer; Flache, Keresztury, Ontl; Franz, Böhm, Schwarz; Stöhr, Kroschinski, Vinci


Tore: 1:0 (25:21) McDonald (Gollenbeck); 2:0 (51:17) McDonald (Gollenbeck, Gare bei 4-6); 2:1 (51:51) Keresztury (Ontl, Schütz bei 5-4); 2:2 (56:22) Schütz (Sauer, Vogel); 3:2 (61:17) Graaskamp
Schiedsrichter: Kevin Salewski (Jena); Zuschauer: 1253; Strafminuten: 10 – 8

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