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Waschechter Tölzer „Bua“

Neuer Eisbär

Von Felix Jung, MZ

REGENSBURG. Mit einem Schlenzer von der blauen Linie hat Eisbären-Neuzugang Max Prommersberger am Wochenende seinen ersten Treffer in der 2. Eishockey-Bundesliga erzielt. Wichtig war dieses 1:0 im Derby gegen Landshut Mitte des ersten Drittels allemal. Den Puck hat sich der 20-jährige Verteidiger gleich gesichert und mit nach Hause genommen.

Auf Cannibals-Seite stand Anton Prommersberger. Sein sechs Jahre älterer Cousin ist längst Vollprofi und ging in der DEL für Ingolstadt und Düsseldorf aufs Eis. Max konzentriert sich erst seit dieser Saison nur auf seine Eishockey-Karriere. Als er für seinen Heimatverein Bad Tölz noch die Schlittschuhe schnürte, stand sein Job als Bürokaufmann an erster Stelle: „Um 7.15 Uhr ging’s los bis 17 Uhr. Danach nach Hause – Essen – Stadion. Um 18.30 Uhr ging’s dann mit dem Training weiter.“ In Regensburg konzentriert er sich nun allein auf seine Eishockey-Karriere. „Wir sind fast täglich zweimal auf dem Eis. Das war in Tölz unmöglich. Nur die Ausländer waren am Vormittag auf dem Eis“, erzählt Prommersberger.

Er ist der erste waschechte „Tölzer Bua“ aus der Reichersbeurer Talentschmiede im Trikot der Eisbären seit Flori Curth (1997 bis 2002). In der Jugend tauchte er im jeweiligen Nationalmannschaftskader auf. Mit 16 Jahren feierte er sein Debüt in der ersten Mannschaft der Löwen. Am Ende der vergangenen Saison reifte der Wunsch zum Tapetenwechsel: „Mein Chef hat zu mir gesagt: Probier es jetzt. Das ist der richtige Zeitpunkt. Sonst bereust du das später einmal.“ Wertvolle Tipps holte er sich freilich auch bei Cousin Anton und Florian Curth, der ihm von Regensburg vorschwärmte. „Es ist mir nicht schwer gefallen, hierher zu kommen. Man wälzt die Kaderlisten und überlegt, ob man dran kommt.“ Dass Regensburg in Bayern liege, sei umso besser.

Freundin Sabrina habe anfangs verständlicherweise Bedenken geäußert. Das alles habe sich aber eingespielt. „So oft wie möglich bekomme ich Besuch. Außerdem fahre ich zweimal im Monat mit dem Zug und einem Bayernticket in der Tasche nach Hause“, berichtet er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Es ist schon schön, sein eigener Chef zu sein und dass Mama nicht mehr die Essenszeit diktiert.“ Natürlich schätzt er weiterhin Mamas exzellente Küche und die heimische Idylle. „Wenn ich mich dreimal umdrehe, dann bin ich in den Bergen.“ Dann schwingt er sich im Sommer auf sein Mountainbike und schnallt sich im Winter seine Ski an. Eine Lederhose hat er übrigens auch. „Bei uns ist das Pflicht!“ Nur einen Hansi Hinterseer oder ähnliche volkstümelnde Kameraden mag er wirklich nicht leiden.

Max Prommersberger genießt die Zeit in Regensburg. Zu einem Kaffee in der Altstadt sagt er beispielsweise nicht nein. Von den derzeitigen Turbulenzen bei den Eisbären lässt er sich nicht irre machen: „Das alles belastet mich nicht. Ich will mich in erster Linie hier in der zweiten Bundesliga durchsetzen.“ Nach der Verletzung von Kapitän Sven Gerike bekam der 20-Jährige die Chance, sich in den Vordergrund zu spielen. Das gelingt ihm zusehends besser. Prommersberger hat längst erkannt, dass Fehler im Vergleich zur Oberliga schnell bestraft werden: „Zu lange darf das mit der Scheibe nicht dauern. Sonst ist sie weg.“

Der Tölzer scheint einer zu sein, der erst überlegt, dann aber zum richtigen Zeitpunkt handelt. „Ich bin keiner, der das Herz auf der Zunge trägt“, gesteht er verschmitzt. Prommersberger ist bodenständig und sucht dennoch stets eine neue Herausforderung. Das ist eine Stärke, die dem Neu-Profi in seiner Entwicklung weiterhin helfen könnte.

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