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Eishockey

Die Eisbären feiern in Selb

In Oberfranken gelingt ein überraschend hoher 7:3-Erfolg. Am Sonntag kommt mit Lindau ein Oberliga-Team der Stunde.
Von Claus-Dieter Wotruba

Auch Michail Sokolov (rechts in Rot/hier im Hinspiel gegen Noah Nijenhuis) gehörte beim Sieg in Selb zu den Eisbären-Torschützen.  Foto: Christian Brüssel
Auch Michail Sokolov (rechts in Rot/hier im Hinspiel gegen Noah Nijenhuis) gehörte beim Sieg in Selb zu den Eisbären-Torschützen. Foto: Christian Brüssel

Selb.Zum zweiten Mal in dieser Saison haben die Eisbären des EV Regensburg in der Eishockey-Oberliga Süd zwei Siege in Folge auf ihr Konto gebracht: Auf das 5:2 vom vergangenen Sonntag gegen Sonthofen folgte am Freitagabend vor 1514 Zuschauern ein überraschend hoher 7:3 (2:2, 2:0, 3:1)-Auswärtssieg bei den Selber Wölfen. Damit sprang das Team von Max Kaltenhauser erstmals seit langem unter die Top Ten der Liga, die in die Meisterrunde einziehen. Am Sonntag (18 Uhr) folgt das Heimspiel gegen den EV Lindau, der mit dem 3:2 gegen Rosenheim seinen achten Sieg im letzten Dutzend Spiele feierte und damit seinen Status als Team der Stunde unterstrich.

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Die Eisbären brauchen mehr Jubel

Nach Max Kaltenhausers erster Trainerwoche warten mit Selb und Lindau ähnliche Aufgaben wie zu seinem Einstand.

Die wichtigste Personalfrage für das 100. Pflichtspiel gegen Dauergegner Selb entschied Max Kaltenhauser so, dass Peter Holmgren erstmals nach seinem Fingerbruch zwar wieder im Kader stand, das Tor aber von Raphael Fössinger gehütet wurde. Ansonsten fehlte wie angekündigt nur der kranke Xaver Tippmann, sodass sieben Verteidiger und zwölf Stürmer auf dem Eis standen. Die Regensburger Auswärtsbilanz zuvor entsprach dem Tabellenplatz: Mit nur acht Punkten (zwei Dreipunktesiege in Memmingen und Höchstadt sowie zwei Niederlagen nach Verlängerung in Riessersee und Weiden) war nur Schlusslicht Höchstadt bislang schwächer. Allerdings hatte auch kein Team nach neun Spielen auswärts mehr Tore als die Eisbären geschossen (43), nicht mal Spitzenreiter Deggendorf (42). Dazu hatte Selb nur zwei seiner neun Heimspiele nach 60 Minuten gewonnen.

Wieder schnell im Rückstand

„Super trainiert und super mitgemacht“ habe sein Team in seiner ersten Trainerwoche, hatte Kaltenhauser vor dem Spiel gegenüber eisradio.de gesagt und auf eine Umsetzung des Schwerpunkts in der Defensivarbeit gehofft. Doch wie beim 3:5 in Regensburg rannten die Eisbären gleich einem Rückstand hinterher. Als eine abgefälschte Scheibe Dominik Kolb vor die Füße fiel, traf der bereits nach 260 Sekunden zum 1:0.

Allerdings glichen die Eisbären diesmal bald aus: Petr Heider brachte den Puck aufs Eis und Wölfe-Schlussmann Niklas Deske patzte massiv – Ausgleich (11.). Dennoch ließen die Abwehrfortschritte auf sich warten: Als die Regensburger wieder mal zu weit aufgerückt war, sagte der lauernde Selber Torjäger Ian McDonald mit seinem elften Saisontreffer danke – und ein Torwartassist von Deske stand in der Statistik (14.).

Doch die effektiven Eisbären ließen sich auch nach dem 79. Gegentor der Saison im 19. Saisonspiel nicht aus der Ruhe bringen und glichen nach feiner Vorarbeit von Tomas Schwamberger durch Michail Sokolov aus (18.). Und kaum hatte das zweite Drittel begonnen, führten die Gäste, weil Richard Divis nach 45 Sekunden des zweiten Abschnitts sein 18. Saisontreffer und die erste Eisbären-Führung des Abends gelang – kein guter Einstand für Manuel Kümpel, der Deske im Wölfe-Tor ersetzt hatte.

In der 27. Minute aber waren 43 bange Sekunden für die Regensburger zu überstehen, als die Eisbären Peter Flache und Tomas Gulda die ersten Strafzeiten der gesamten Partie kassiert hatten. Hausherren-Coach Henry Thom nahm eine Auszeit, um den Vorteil zu nutzen, doch die Gäste überstanden diese brenzlige Situation. Stattdessen nutzten die Eisbären ihrerseits ihr erstes Überzahlspiel durch Lars Schillers erstes Saisontor, der nach einem Schuss von Lukas Heger abstaubte (36.). Leopold Tausch hatte nach einer spektakulären Szene sogar das fünfte Tor auf dem Schläger (39.)

Flache und Heider entscheiden

Die Führung tat der Eisbären-Seele sichtlich gut – und auch die mitgereisten Fans feierten. Noch mehr, als Peter Flache schon nach 96 Sekunden des Schlussdrittels mit dem 5:2 die Weichen endgültig auf Sieg stellte und Petr Heider binnen 79 Sekunden doppelt seine Tore zwei und drei nachlegte (46./48.). Da änderte auch der dritte Selber Treffer durch Kenny Turner nichts mehr (51.).

Selb – Regensburg 3:7 (2:2, 0:2, 1:3)

Selber Wölfe:Deske (ab 20:00 Kümpel) – Müller, Ondruschka; Bär, Nijenhuis; Kremer, Böhringer – McDonald, Gelke, Gare; Graaskamp, Schmidt, Kolb; Hirschberger, Turner, Schiener; Klughardt, Silbermann

Eisbären Regensburg: Fössinger – Gulda, Heider; Schiller, Weber; Vogel, Schütz; Bühler – Divis, Gajovsky, Heger; Ontl, Keresztury, Flache; Schwarz, Herrmann, Tausch; Mühlbauer, Sokolov, Schwamberger

Tore: 1:0 (4:20) Kolb (Schmidt-Bär), 1:1 (10:07) Heider (Heger-Gajovsky), 2:1 (13:15) McDonald (Deske), 2:2 (17:40) Sokolov (Vogel-Schwamberger), 2:3 (20:45) Divis (Heider), 2:4 (35:05) Schiller (Heger-Flache bei 5-4),2:5 (41:36) Flache (Keresztury-Weber), 2:6 (45:47) Heider (Gulda-Divis), 2:7 (47:06) Heider (Divis-Flache), 3:7 (50:48) Turner (McDonald-Gare)

Schiedsrichter: Robert Ruhnau. – Zuschauer: 1514. – Strafminuten: Selb 4 – Regensburg 8

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