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Eishockey

Eisbären in Weiden vom Pech verfolgt

Ralf Herbst trifft in der Verlängerung zum glücklichen 4:3-Sieg der Blue Devils. Die Regensburger dominieren meist im Derby.
Von Heinz Gläser

Symptomatisch: Weiden ist nach dem Spiel gegen die Eisbären (unten Lukas Heger) obenauf. Foto: Andreas Nickl
Symptomatisch: Weiden ist nach dem Spiel gegen die Eisbären (unten Lukas Heger) obenauf. Foto: Andreas Nickl

Weiden.In einem Derby auf Messers Schneide haben die Blue Devils Weiden das Nervenspiel für sich entschieden. Die Nordoberpfälzer behielten im Duell mit den Eisbären Regensburg am Sonntag mit 4:3 (1:0, 1:1, 1:2, 1:0) nach Verlängerung äußerst glücklich die Oberhand. Für die Mannschaft von Trainer Igor Pavlov bedeutet dies einen neuerlichen Rückschlag, nachdem sie zuletzt Hoffnungen auf einen Aufwärtstrend geweckt hatte. Am Freitag steht für die Regensburger nun das Spiel bei den Starbulls Rosenheim an.

Das Wechselspiel im Eisbären-Tor hatte sich auch in Weiden fortgesetzt. Patrick Berger stand den Regensburgern diesmal nicht zur Verfügung. Nach dem gelungenen Debüt des Förderlizenz-Torhüters vom EV Landshut beim 4:3 nach Verlängerung am Donnerstag gegen Memmingen rückte diesmal wieder Raphael Fössinger in den Kasten. Die Eisbären waren als Tabellenvorletzter in die Nordoberpfalz gereist, weil sie Lindau mit dem 1:0 gegen Riessersee überflügelt hatte.

Früh in Rückstand

In der mit 2017 Zuschauern gefüllten Hans-Schröpf-Arena hatten die Regensburger eine Erfolgsserie zu verteidigen. Siebenmal in Folge waren sie zuletzt in Weiden als Sieger vom Eis gegangen. Aber es dauerte wieder einmal nur knapp zwei Minuten, da lag Pavlovs Team in Rückstand. Fössinger ließ die Scheibe prallen, und Chase Clayton verwandelte mühelos zur Führung für die Schützlinge von Coach Ken Latta. Insgesamt präsentierten sich die Gäste jedoch in der Anfangsphase äußerst engagiert. Weiden fand kaum statt – vom Tor natürlich mal abgesehen.

Die Blue Devils hatten es angesichts der Regensburger Dominanz ihrem Torhüter Daniel Filimonow zu verdanken, dass sie das erste Drittel ungeschoren überstanden. Gegen Kapitän Peter Flache reagierte Filimonow gleich zweimal spektakulär. Eine Bilanz von 14:6 Torschüssen warf die Statistik nach 20 Minuten zugunsten der Eisbären aus. Die Weidener vermochten sich erst kurz vor der ersten Sirene aus der Umklammerung zu befreien.

Feuer frei auf Filimonow: Die erste Sturmreihe der Regensburger schoss sich im zweiten Spielabschnitt gleich wieder auf den Weidener Torhüter ein. Der gebürtige Deggendorfer, der im Nachwuchs des EVR seine Ausbildung durchlaufen hatte, bestand vorerst alle Prüfungen. Vorerst – denn erneut war es Jakob Weber, der sich derzeit mit Toren aus der vorübergehenden Verbannung zurückmeldet. Schon gegen Memmingen war der Verteidiger der Matchwinner, nachdem ihn Igor Pavlov wochenlang nicht berücksichtigt hatte. Nach 26 Minuten schlug es nach einem Weber-Hammer zum 1:1-Ausgleich hinter Filimonow ein.

Die Gäste gönnten den Blue Devils keine Atempause, wollten nun das Momentum nutzen. Bei diesem Vorhaben stand ihnen allerdings weiterhin Daniel Filimonow im Weg. Auf der anderen Seite lauerte Weiden auf Konter. Und die Hausherren profitierten von einer Strafzeit gegen Korbinian Schütz. Martin Heinisch gelang in Überzahl die erneute Führung für die Blue Devils.

Gulda trifft am Geburtstag

Am 30. Geburtstag von Verteidiger Tomas Gulda verstrichen 1:43 Minuten in doppelter Unterzahl zum Glück für die Regensburger ohne einen weiteren Gegentreffer. Gulda war es dann auch, der den Puck zum 2:2 an Filimonow vorbei ins Tor schlenzte. Es war der Lohn für unermüdlichen Einsatz.

Es blieb beim Eishockey paradox: Fast aus dem Nichts und mit einem abgefälschten Schuss traf Mirko Schreyer zur dritten Weidener Führung, während sich bei den Eisbären meist das Schusspech und Unvermögen im Abschluss die Hand reichten.

Richard Divis stellte mit seinem 15. Saisontor dennoch auf 3:3. Damit ging es in die Verlängerung, in der Ralf Herbst nach 33 Sekunden für die Entscheidung sorgte. Fössinger war zwar die Sicht versperrt, aber er machte dabei eine unglückliche Figur.

Statistik
Weiden – EVR 4:3 (1:0, 1:1, 1:2, 1:0) n.V.

Blue Devils Weiden: Filimonow – Herbst, Schusser; Klein, Noe; Poldruhak, Schreyer – Heinisch, Rubes, Siller; Habermann, Clayton, Geisberger; Piehler, Kirchberger, Pronath; Wolf

Eisbären Regensburg: Fössinger – Gulda, Heider; Schiller, Schütz; Vogel, Tippmann; Bühler, Weber – Flache, Gajovsky, Divis; Tausch, Schwamberger, Sauer; Mühlbauer, Sokolov, Schwarz; Keresztury, Heger, Ontl

Schiedsrichter: Florian Fauerbach

Zuschauer: 2017

Tore: 1:0 (1:57) Clayton (Geisberger, Pronath); 1:1 (25:45) Weber (Keresztury); 2:1 (36:56) Heinisch (Rubes, Clayton bei 5-4); 2:2 (40:59) Gulda (Divis, Flache bei 5-4); 3:2 (45:09) Schreyer (Piehler, Kirchberger); 3:3 (53:29) Divis (Flache); 4:3 (60:33) Herbst (Rubes, Heinisch)

Strafminuten: 8 – 8

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