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Eishockey

Eisbären machen’s am Ende souverän

Der Tabellenvorletzte Sonthofen kann den Tabellenführer aus Regensburg beim 6:3 nur stellenweise ärgern.
Von Claus-Dieter Wotruba

In den entscheidenden Situationen hatten die Eisbären (rechts) die Nase vorn. Foto: Nickl
In den entscheidenden Situationen hatten die Eisbären (rechts) die Nase vorn. Foto: Nickl

Regensburg.Es war zwar kein Sieg mit Glanz und Gloria, aber mit ein paar Wacklern zwischendurch haben die Eisbären des EV Regensburg Platz eins in der Eishockey-Oberliga Süd auch nach dem 20. Spieltag verteidigt. Beim 6:3 (2:2, 3:0, 1:1) vor 1712 Zuschauern war der Tabellenvorletzte ERC Sonthofen zu schwach, um die Oberpfälzer mehr in die Bredouille bringen zu können. Am Freitag wartet gegen Selbs Wölfe schon das nächste Heimspiel auf die Eisbären.

Warum nur zuhause so ein Auftritt? Das war die Frage, die sich Igor Pavlov nach dem 1:4 gegen Memmingen gestellt hatte. Der Trainer hatte bekrittelt, dass sein Team viel zu wenig seine Ansprüche auf dem Eis auch untermauert hatte und dachte, alles liefe von selbst. Entsprechend konsequent begannen die Regensburger, die wie am Freitag mit Alexander Diel, Alexander Dosch, Andre Bühler und Nicolas Sauer aus dem DNL-Nachwuchs vier komplette Blöcke gegen Sonthofen aufboten und bei denen diesmal Raphael Fössinger für Peter Holmgren das Tor hütete.

Dazu fehlte vor dem Tor die Konsequenz: Dass aus massiver optischer Überlegenheit nur das frühe 1:0 nach 135 Sekunden durch die vierte Reihe in Person von Benedikt Böhm wurde, war eine viel zu maue Ausbeute. Der letzte Eisbären-Zug zum Tor fehlte, Nikola Gajovsky (8.) oder Erik Keresztury (9.) hätten aber trotzdem die Überlegenheit manifestieren können.

Verlauf auf den Kopf gestellt

So kam, was in solchen Fällen vorkommt: Marc Sill spazierte einmal unbehelligt durch die Regensburger Abwehr – und mit der ersten Chance glichen die Allgäuer doch tatsächlich sofort aus (13.). Und just, als die Eisbären eine erste, umstrittene Strafzeit wegen zu vielen Spielern auf dem Eis überstanden zu haben schienen, schoss mit Franz Mangold ein Vorjahres-Regensburger Sonthofen sogar in Führung.

Dass die Partie zur ersten Pause nicht auf dem Kopf stand, dafür sorgte das erste Powerplay der Eisbären, als die Gäste wegen des gleichen Vergehens in Unterzahl kamen. Tomas Gulda hämmerte zwar vorbei, doch Gajovsky war nach 19:22 Minuten beim Abpraller zur Stelle: Fünf Sekunden Powerplay reichten zum 2:2.

Im Spiel war also noch Potenzial auf Besserung – und mit einem neuerlichen Schnellstart schien die Lektion des Tages auch gelernt. Kapitän Peter Flache zog davon und brachten den Eisbären mit einem satten Treffer nach 112 Sekunden des zweiten Abschnitts die Führung zurück. Doch wieder versandeten die Bemühungen in der Folge: Raphael Fössinger hatte sogar lange mehr Gelegenheiten sich auszuzeichnen als sein Gegenüber Patrick Glatzel. Erst Nicolas Sauer bereitete mit einer Einzelleistung und dem 4:2 in der 35. Minute den Weg, den Leopold Tausch endgültig klar machte. Im dritten Überzahlspiel bedurfte es 47 Sekunden, dann war das 5:2 11,9 Sekunden vor der zweiten Pause perfekt.

Ungewöhnliche Überzahlphase

Ein Comeback der Gäste schien trotz eines Verteidiger-Routiniers wie Lukas Slavetinsky, der mit zehn Toren und 17 Vorlagen die Offensivbilanz eines Stürmers hat, kaum möglich. Und so plätscherte das Spiel erst einmal ein paar Minuten vor sich hin, bis eine ungewöhnlich lange 6:5-Überzahl bei angezeigter Strafe – kurz nach einem Solo von Jakob Weber (47.) – für Stimmung sorgte.

Auch Constantin Ontls Doppel-Chance (53.) gehörte zu den auffälligeren Szenen der Eisbären, die auch 29 Sekunden mit zwei Mann weniger überstanden, aber nach 58:01 durch Fabian Voit den dritten Gegentreffer hinnehmen mussten. Den Schlusspunkt aber setzte 45 Sekunden später Tomas Gulda mit dem 6:3.

Eisbären – Sonthofen 6:3 (2:2, 3:0, 1:1)

Eisbären Regensburg: Fössinger – Gulda, Heider; Vogel, Schütz; Weber, Tippmann; Bühler, Diel – Tausch, Gajovsky, Divis; Flache, Heger, Sauer; Dosch, Ontl, Keresztury; Böhm, Schwarz, Franz

ERC Sonthofen: Glatzel – Kames, Kittel; Slavetinsky, Noack; Lucas, Rau – Voit, Mangold, Guth; Sill, Sinagl, Oswald; Hofmann, Schlenker, Maaßen

Tore: 1:0 (2:15) Böhm (Schwarz), 1:1 (12:53) Sill (Oswald), 1:2 (16:47) Mangold (Rau), 2:2 (19:22) Gajovsky (Gulda-Tausch bei 5-4), 3:2 (21:52) Flache (Sauer-Heger), 4:2 (34:27) Sauer (Vogel), 5:2 (39:48) Tausch (Divis bei 5-4), 5:3 (58:01) Voit (Sill-Guth beim 5-4), 6:3 (58:46) Gulda (Böhm-Gajovsky)

Schiedsrichter: Dan Shilkitus. – Zuschauer: 1712. – Strafminuten: Regensburg 8 – Sonthofen 8

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