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Eishockey

Eisbären sprühen vor Spiellaune

Die Regensburger fegen die Lindau Islanders mit 5:1 vom Eis und siegen erstmals in dieser Saison zum dritten Mal in Folge.
Von Heinz Gläser

Eisbären vs. LindauUnter Dauerbeschuss: Lindaus Torhüter Lucas Di Berado und später Michael Boehm hatten gegen die Eisbären-Stürmer alle Hände voll zu tun. Foto: Nickl
Eisbären vs. LindauUnter Dauerbeschuss: Lindaus Torhüter Lucas Di Berado und später Michael Boehm hatten gegen die Eisbären-Stürmer alle Hände voll zu tun. Foto: Nickl

Regensburg.Die Regensburger Eisbären treten nach dem Trainerwechsel wie verwandelt auf. Gegen den EV Lindau, zuvor das Team der Stunde in der Eishockey-Oberliga Süd, gelang am Sonntagabend ein überzeugend herausgespielter 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)-Sieg. 2042 Zuschauer in der Donau-Arena waren Augenzeugen eines absoluten Novums. Drei Siege in Folge waren den Regensburgern in dieser Saison bislang noch nicht gelungen. Die starke Leistung gegen die Islanders bedeutete eine weitere Steigerung nach den Erfolgen gegen Sonthofen und in Selb.

Nun gilt es, diesen Aufwärtstrend zu verfestigen. Am kommenden Freitag empfangen die Eisbären das Tabellenschlusslicht Höchstadt, am Sonntag steht für sie das Gastspiel beim Altmeister Füssen auf dem Programm.

„Wir sind gut und glücklich gestartet. Das hat uns natürlich in die Karten gespielt. Ich kann nur den Hut ziehen vor unseren Jungs. Aber wir gehen Stück für Stück voran, müssen erst noch unsere Identität finden. Vor zwei Wochen ist ja hier noch gefühlt die Welt untergegangen“, zog Eisbären-Interimstrainer Max Kaltenhauser nach dem Spiel Bilanz.

Entgegengesetzte Richtungen

Im ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften in dieser Spielzeit am 20. Oktober in Lindau hatten sich die Islanders, damals noch Tabellenvorletzter, nach einer umkämpften Partie mit 6:5 durchgesetzt. Danach schlugen beide Klubs entgegengesetzte Richtungen ein. Während der Erfolg für das Team vom Bodensee der Auftakt eines nachhaltigen Aufschwungs war, gerieten die Eisbären anschließend in einen Abwärtsstrudel, der in der Entlassung von Trainer Igor Pavlov gipfelte.

Kaltenhauser vertraute erneut auf Raphael Fössinger im Eisbären-Tor. Peter Holmgren saß als Backup auf der Bank. Zudem gab es bei den Regensburgern ein Comeback zu vermelden. Stadionsprecher Claus Pirkenseer hat die Gesichtsverletzungen, die er beim Spiel in Riessersee als Betreuer an der Bande durch einen verirrten Puck erlitten hatte, soweit auskuriert, dass er am Sonntag wieder zum Mikro greifen konnte.

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Lindau ging mit der Empfehlung von acht Siegen in den vergangenen zwölf Partien aufs Eis. Der Tabellensiebte sah sich jedoch von Beginn an enormem Druck ausgesetzt – und hielt diesem nicht lange stand. Die Eisbären sprühten förmlich vor Energie und Spielfreude, sie ernteten mehrfach Szenenapplaus – ein in dieser Saison bislang sehr seltenes Geräusch in der Donau-Arena. Gästetrainer Franz Sturm nahm in der neunten Minute eine Auszeit und ersetzte in der 13. seinen Torhüter Luca Di Berado durch Michael Boehm.

Beides waren Reaktionen auf die starke Darbietung der Eisbären. Die Gastgeber münzten die beiden ersten Überzahlsituationen in eine 2:0-Führung um. Zunächst glückte Philipp Vogel 13 Sekunden vor Ablauf der Strafzeit gegen den Ex-Regensburger Ludwig Nirschl mit seinem ersten Saisontor das 1:0. Als Nikola Gajovsky sein persönliches Trefferkonto auf 13 schraubte, standen noch 24 Sekunden Reststrafzeit gegen Lindau auf der Uhr. Dass die Regensburger auch bei fünf gegen fünf treffen können, wies anschließend Felix Schwarz mit seinem dritten Saisontor nach. Die Islanders wirkten konsterniert und fanden erst kurz vor dem Drittelende wieder in die Spur. Nun durfte sich Fössinger auszeichnen.

Latte und Pfosten

Zu Beginn des zweiten Abschnitts ließen es die Eisbären weiterhin krachen. Lars Schiller traf die Latte, Nicolas Sauer und Kapitän Peter Flache visierten jeweils den Pfosten an. Großchancen für Richard Divis und Petr Heider kamen hinzu. Die einheimischen Fans feierten Fössinger in Sprechchören, als er Brent Norris beim Alleingang stoppte. Sogar eine 85-sekündige Zwei-Mann-Unterzahl steckten die Regensburger ohne Gegentor weg. Lindau hatte derweil durch Sofiene Bräuner ebenfalls einen Schuss gegen das Gestänge zu verzeichnen.

Im Nachschuss baute Peter Flache in der 31. Minute die Führung auf 4:0 aus. Mit diesem beruhigenden Vorsprung ging es zum zweiten Mal in die Kabinen. Null Gegentore nach 40 Spielminuten: Auch dieses Erfolgserlebnis war den Eisbären in dieser Spielzeit noch nie vergönnt gewesen.

Jakob Weber sorgte mit seinem satten Schlagschuss zum 5.0 endgültig für klare Verhältnisse. Kaltenhauser gab hinterher zu, bis zu diesem Treffer noch am Erfolg gezweifelt zu haben. Nun lief die Scheibe wie am Schnürchen durch die Eisbären-Reihen. Und Raphael Fössinger gab sich lange keine Blöße. Erst im doppelter EVR-Unterzahl vermasselte Lindaus Jan Hammerbauer mit seinem Treffer den Regensburgern den ersten Shutout der Saison. Es gab dennoch stehende Ovationen der Eisbären-Fans.

Statistik

Eisbären – Lindau 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)

Eisbären Regenburg: Fössinger – Gulda, Heider; Weber, Schiller; Schütz, Vogel; Bühler, Birner – Divis, Gajovsky, Heger; Flache, Keresztury, Ontl; Sauer, Schwarz, Tausch; Schwamberger, Sokolov, Mühlbauer

EV Lindau Islanders: Di Berado (ab 12:32 Boehm) - Ochmann, Wucher; Fuchs, Federolf; D. Farny, Grünholz – A. Farny, Lüsch, Klingler; Nirschl, Norris, Hammerbauer; Bräuner, Tischendorf, Laux; Miller, Wirz

Schiedsrichter: Göran Noeller

Zuschauer: 2042

Tore: 1:0 (6:12) Vogel (Ontl, Keresztruy bei 5-4); 2:0 (8:08) Gajovsky (Gulda, Divis bei 5-4); 3:0 (12:32) Schwarz (Tausch); 4:0 (30:15) Flache (Weber); 5:0 (44:12) Weber (Flache, Vogel); 5:1 (55:56) Hammberbauer (Fuchs, Ochmann bei 5-3)

Strafminuten: 14 – 14

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