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Mittwoch, 25. April 2018 22° 4

Eishockey

Ice Tigers ärgern Köln mit Spielweise

Die Rheinländer beklagen Nürnbergs Taktik. Letztlich war diese aber erfolgreich. Nun geht es für die Franken gegen Berlin.
von Daniel Frasch

Yasin Ehliz und die Ice Tigers dürfen in den Playoffs der DEL auf weitere Jubelschreie hoffen. Sie sind in der nächsten Runde. Foto: Eibner/beautiful sports

Nürnberg.Das erste Etappenziel haben die Nürnberg Ice Tigers erreicht: Mit 4:2 entschieden die Franken die Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie für sich und zogen durch den deutlichen 5:1-Auswärtserfolg Sonntagabend ins Playoff-Halbfinale ein. Verantwortlich zeichneten Patrick Köppchen, Dane Fox, John Mitchell, Leo Pföderl und Yasin Ehliz, die im sechsten Aufeinandertreffen binnen elf Tagen die Nürnberger Tore erzielten.

„Es war die erwartet harte und lange Serie, Köln hat brutal gekämpft. Aber heute haben wir unsere Chancen genutzt, unsere Effizienz war unglaublich. Wir haben einfach eine geile Truppe“, strahlte Ehliz im Anschluss an die Partie in Köln.

Rechnet man die zwei Partien aus der Hauptrunde mit ein, war der jüngste Erfolg der fünfte Sieg in Köln in Folge. „Über die gesamte Serie betrachtet sind wir verdient weiter gekommen“, resümierte Ice Tigers-Verteidiger Markus Weber: „Wir haben unseren Stiefel runter gespielt und sind froh, dass es geklappt hat.“ Soll heißen: Die Franken hielten sich an den von Trainer Rob Wilson ausgegebenen Matchplan und kamen mit zunehmender Seriendauer immer besser in Tritt.

Schütz sendet verbale Giftpfeile

Nach anfänglichen Schwächen in der Defensive verteidigten die Franken von Spiel zu Spiel sicherer und gaben den Haien dank kompakter Abwehrarbeit nur wenig Torchancen – sehr zum Ärger von Kölns Stürmer Felix Schütz. „Ich bin überhaupt kein Freund vom Nürnberger System. Sie stehen nur an der eigenen blauen Linie und warten ab“, schoss der deutsche Nationalspieler einen letzten verbalen Giftpfeil in Richtung der Nürnberger Kontrahenten, um schließlich jedoch einzugestehen: „Aber sie haben gewonnen.“

Verbale Auseinandersetzungen und knochenhartes Körperspiel gehörten in der Serie zwischen den Franken und den Rheinländern zur Tagungsordnung. Erst zeigte Nürnbergs Angreifer Dane Fox den Kölner Fans den Mittelfinger, dann schmetterte Co-Trainer Mike Flanagan eine Trinkflasche auf Kölns Verteidiger Moritz Müller. Gefundenes Fressen für den Kölner Boulevard, der Express titelte sogleich von „Psycho-Fox“ und „Flegel-Flanagan“. Jedoch – das musste auch Felix Schütz eingestehen – waren die Nürnberger über die sechs Partien hinweg schlichtweg die reifere und abgezocktere Mannschaft: „Nürnberg hat es uns sehr schwer gemacht. Bei uns hat hinten raus die Qualität gefehlt.“

Ehrhoff sagt „Tschüss“

Mit dem Einzug ins Halbfinale beendeten die Ice Tigers nicht nur die Kölner Saison, sondern auch die Titelträume von Verteidiger Christian Ehrhoff. Der 35-Jährige verkündete noch am gleichen Abend seinen Abschied und zog sich mit sofortiger Wirkung aus dem Eishockeysport zurück. „Nach 19 Jahren Profi-Eishockey ist es an der Zeit für ein neues Kapitel in meinem Leben“, teilte Ehrhoff mit. Nur einen Monat nach dem überraschenden Gewinn der Silbermedaille in Pyeongchang hängt der Mann, der 789 Partien in der National Hockey League bestritt und zeitweise der bestbezahlteste Eishockeyspieler der Welt war, seine Schlittschuhe endgültig an den Nagel.

Auch die Ice Tigers haben mit David Steckel (36) und Steven Reinprecht (41) Spieler in ihren Reihen, die bereits häufiger laut über ein Karriereende nachdachten. Doch anstatt sich Gedanken über ihre sportliche Zukunft zu machen, können sie sich auf die neue, bevorstehende Aufgabe konzentrieren. „Wir haben die letzten Jahre schon gut gespielt und sind relativ weit gekommen. Aber wir wollen in dieser Saison den nächsten Schritt gehen“, sagte Tiger-Kapitän Patrick Reimer bereits vor der Serie gegen Köln.

Nachdem der Nürnberger Traum von der ersten deutschen Meisterschaft zuletzt zwei Mal in Folge im Halbfinale platzte, soll es in dieser Saison bis ins Finale gehen. Dafür müssen ab Donnerstag (19.30 Uhr) die Eisbären Berlin bespielt werden, die sich überraschend deutlich mit 4:1 gegen die Grizzlys Wolfsburg durchsetzten. „Berlin hat ein sehr gutes Viertelfinale gespielt. Es ist eine harte Mannschaft“, blickte Reimer auf das Duell mit dem einstigen Serienmeister voraus.

Alles rund um die Nürnberg Ice Tigers lesen Sie hier.

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