mz_logo

Nürnberg Ice Tigers-nachrichten
Samstag, 24. Februar 2018 2

Eishockey

Tiger-Torhüter für Olympia nicht gefragt

Patrick Reimer, Leonhard Pföderl und Yasin Ehliz sind im 30-köpfigen DEB-Aufgebot dabei – Nürnbergs Keeper hingegen nicht.
Von Daniel Frasch

Niklas Treutle hat in der DEL beste Statistiken, für das Olympiateam scheint dies nicht zu reichen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nürnberg.Unter der Woche gab Deutschlands Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm sein vorläufiges Aufgebot für die Olympischen Winterspiele (9. bis 25. Februar) im südkoreanischen Pyeongchang bekannt.

Mit Patrick Reimer, Leonhard Pföderl und Yasin Ehliz gehören auch drei Spieler der Nürnberg Ice Tigers dem 30-köpfigen Kader an. Sturm stellte klar, aufgrund der kurzen Vorbereitungsphase für das Turnier auf Spieler zu setzen, die in der Nationalmannschaft bereits internationale Erfahrung sammeln konnten: „Wichtig ist, dass der Großteil der Mannschaft unser System bereits kennt. Die Automatismen müssen direkt im ersten Spiel greifen.“

Vor diesem Hintergrund verwundert die Nominierung Reimers nicht, immerhin stellte der gebürtige Mindelheimer seine Torgefahr bereits in 99 Partien für Deutschland unter Beweis. Sturm vertraut dem Routinier – unabhängig von dessen durchwachsenen Leistungen in der bisherigen Saison.

Weitaus überraschender kommt da die Berufung von Leo Pföderl. Der Angreifer, der in der vergangenen Saison überragende Leistungen zeigte und die Heim-WM in Köln nur aufgrund einer schweren Schulterverletzung verpasste, ist mit 16 Toren bis dato der treffsicherste Spieler der Ice Tigers.

Unerfahren im DEB-Team

Mit 20 Länderspielen zählt der gebürtige Bad Tölzer zu den unerfahrenen im Team Germany. Zudem erwischte er beim Olympia-Casting im Zuge des Deutschland-Cups kein Sahne-Wochenende. Ob es Pföderl in den endgültigen Kader schafft, hängt von den ausstehenden DEL-Partien ab. Kann er seine Treffsicherheit fortführen, wachsen seine Chancen auf eine Teilnahme.

Dass bei der Kader-Präsentation auch der Name Yasin Ehliz aufblitzte, war zu erwarten. Obwohl „Iggy“, wie Ehliz in Nürnberg von den Kollegen genannt wird, eine ähnlich schwierige Saison durchlebt wie Reimer. Aufgrund einer hartnäckigen Verletzung zu Beginn der Saison bestritt Ehliz bislang 36 Partien, seine Torausbeute ist mit vier Treffern nicht zufriedenstellend – weder für Bundestrainer Sturm, noch für Ice Tigers-Coach Rob Wilson.

Hier lesen Sie einen Recherchebericht zu Gerüchten um Jaromir Jagr.

Doch es sind weniger die Tore, die Sturm am Nürnberger Model-Athlet schätzt. Viel mehr ist es die Kombination aus Schnelligkeit, Aggressivität und Spielfreude, die der 25-Jährige in sich vereint. Jene Attribute machten aus dem nimmermüden Arbeiter den auffälligsten Spieler Deutschlands bei der Weltmeisterschaft 2017.

Erfahrung ist Trumpf

Nicht berücksichtigt wurde hingegen das Nürnberger Torhüter-Duo Andreas Jenike und Niklas Treutle. Obwohl beide Schlussmänner die besten Fangquoten der DEL vorweisen, baut der Bundestrainer zwischen den Posten auf die erfahreneren Dennis Endras (Mannheim), Timo Pielmeier (Ingolstadt) und Danny aus den Birken (München).

Doch bevor der deutsche Tross am 7. Februar nach Südkorea aufbricht, stehen für die Ice Tigers noch sieben Hauptrunden-Partien an. In der Liga blieben die Ergebnisse zuletzt trotz ansprechender Leistungen aus, gegen Mannheim, Augsburg und München setzte es für Wilsons Mannschaft drei Niederlagen in Folge – die Konsequenz: Fünf Punkte trennen die Franken aktuell von Spitzenreiter München.

Wissenswertes rund um die Ice Tigers im Info-Block:

Daten und Fakten

  • Negative Bilanz:

    Dreimal trafen die Thomas Sabo Ice Tigers in dieser DEL-Saison bislang auf die Grizzlys aus Wolfsburg – die Bilanz der Franken: Ein Sieg (4:1) sowie zwei Niederlagen (0:1 und 0:3).

  • Heimspiel-Atmosphäre:

    Zum Spiel in Schwenningen reisen die Thomas Sabo Ice Tigers-Fans in einem Sonderzug an. Mehrere 100 Schlachtenbummler werden in der Helios-Arena erwartet.

Freitagabend (19.30 Uhr) soll der Negativlauf enden – mit einem Heimsieg gegen die Grizzlys aus Wolfsburg. Seit Jahren herrscht zwischen beiden Teams eine ausgeprägte Rivalität, häufig haben die Duelle mit den Niedersachsen Playoff-Charakter. Nicht zu vergessen das angespannte Verhältnis zwischen Nürnbergs Trainer Wilson und Wolfsburgs Coach Pavel Gross, deren Wege sich in den vergangenen Jahren häufig kreuzten und nicht selten mit gegenseitigen Beschimpfungen zwischen den Trainerbänken endeten.

Hier lesen Sie eine Reportage über zwei Ice Tigers-Fans auf Auswärtsfahrt.

Sonntag (14 Uhr) treten die Franken dann beim Überraschungsteam aus Schwenningen an. Die Schwarzwälder etablierten sich trotz geringer finanzieller Mittel unter den sechs Top-Teams der DEL und dürfen sich erstmals seit ihrer Rückkehr ins Oberhaus 2013 berechtigte Hoffnungen auf eine direkte Playoff-Qualifikation machen.

Alles rund um die Ice Tigers lesen Sie hier.

Weitere Sportmeldungen aus der Region: www.mittelbayerische.de/sport/regional/neumarkt/

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht