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Eishockey

Der Alltag hat die Olympia-Heroen wieder

Die drei Silbermedaillen-Gewinner und ihr Nürnberger Team sind im Endspurt der Hauptrunde – es gibt keine Verschnaufpause.
Von Thorsten Drenkard

  • Yasin Ehliz (v.l.), Patrick Reimer und Leonhard Pföderl wurden vor der Partie mit Blumen beschenkt. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
  • Oliver Mebus (am Puck) und Patrick Bjorkstrand blieben gegen die DEG ohne eigenen Treffer. Fotos: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Dass Leo Pföderl, Yasin Ehliz und Patrick Reimer ein besonderes Faible für hübsch gebundene Blumensträuße haben, darf getrost bezweifelt werden.

Weil die drei Nürnberger aber zuletzt mit dem deutschen Nationalteam bei den Olympischen Spielen in Südkorea mit dem Gewinn der Silbermedaille für einen historischen Coup des heimischen Eishockeys gesorgt haben, wurde das Trio vor dem Anpfiff der DEL-Heimpartie ihrer Ice Tigers gegen die Düsseldorfer EG am Mittwochabend besonders geehrt – unter anderem mit Schnittblümchen, wie das eben so üblich ist bei offiziellen Würdigungen.

Was den drei Olympia-Helden wesentlich mehr unter die Haut gegangen sein dürfte als ihre Pflanzenpräsente, waren die stehenden Ovationen, die ihnen sämtliche der 5272 Zuschauer in der Nürnberger Arena zukommen ließen.

Leistung beklatscht

Mit lang anhaltendem Applaus ehrte das fränkische Publikum seine drei Olympioniken und beklatschte die herausragende Leistung ihrer Spieler. Es war einer jener außergewöhnlichen Momente vor einem ganz und gar gewöhnlichen Hauptrundenspiel der Deutschen Eishockey Liga, der für Gänsehaut sorgte.

So wurden die drei Olympioniken der Ice Tigers Montagabend am Nürnberger Flughafen von den Fans gefeiert.

Als kurz darauf das Schiedsrichtergespann Lasse Kopitz/Marian Rohatsch das erste Bully der Partie freigab, hatte der schnöde DEL-Alltag die drei Helden von Pyeongchang wieder – keine vier Tage, nachdem sie mit ihren Nationalteamkollegen und Skistar Lindsey Vonn im Deutschen Haus den Silbermedaillengewinn gefeiert hatten.

Dem blumigen Empfang der Spieler vor der Partie sollte ein schmückloser Sieg der Ice Tigers in einer bestenfalls durchschnittlichen DEL-Begegnung folgen.

Am Ende war es mit Leo Pföderl einer jener Silbermedaillen-Gewinner, der das Spiel für die Ice Tigers entschied: Fünf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels stibitzte er einem DEG-Spieler unmittelbar vor Bakalas Tor den Puck und schlenzte das Spielgerät ansatzlos unter die Latte.

Die drei Olympioniken in der Einzelkritik:

Die Olympioniken der Ice Tigers im Check

  • Patrick Reimer:

    Kurz vor Ende der Partie, als Gäste-Keeper Dan Bakala für einen weiteren Feldspieler sein Tor geräumt hatte, hätte der Tiger-Kapitän beinahe noch sein Tor erzielt. Doch sein Schuss ging am Gehäuse vorbei. Ansonsten war Reimer anzumerken, das ihm die geistige und körperliche Frische auf dem Eis fehlten.

  • Leo Pföderl:

    Im Gegensatz zu seinen beiden Nürnberger Olympiakollegen war Pföderl ausgeruhter, musste er doch die entscheidenden Spiele in Südkorea von außen zusehen. Dementsprechend dynamischer geriet der Auftritt Pföderls – und entscheidender: Schließlich besorgte der Tölzer mit dem 2:1 den Siegtreffer.

  • Yasin Ehliz:

    Der Tölzer war um Offensivschwung bemüht, mehrmals zog der Außenstürmer entschlossen an der Bande entlang ins Düsseldorfer Drittel und versuchte seine Mitspieler gefährlich einzusetzen – mit wechselhaftem Erfolg. Der 25-Jährige arbeitete viel, war immer bemüht, blieb aber ohne echte Offensivwirkung. (kh)

Dass sich Nürnberg am Ende über drei Punkte im Platzierungskampf um die Playoffs freuen durften, hatten sie vor allem einem bestens aufgelegten Niklas Treutle zu verdanken, der sein Team gerade im zweiten Drittel, als die Ice Tigers pomadig und fehlerhaft agierten, in der Begegnung hielt.

An jenem Abend standen aber nicht nur die Nürnberger Olympia-Heroen von Südkorea im Fokus, da war auch die Ligaspielpremiere des dänischen Neuzugangs Patrick Bjorkstrand im fränkischen Tiger-Trikot.

Neuzugang Patrick Bjorkstrand Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
Neuzugang Patrick Bjorkstrand Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Der Neuzugang aus der ersten finnischen Liga durfte gleich in der ersten Überzahl-Formation aufs Eis, bildete ansonsten mit Leo Pföderl und John Mitchell eine Angriffsformation, in der Abstimmungsprobleme noch offensichtlich waren.

Das Debüt Bjorkstrand war kein schlechtes, es war aber auch keines, worüber der geneigte Fans ins Schwärmen geraten muss. In Überzahl bewies er Ruhe an der Scheibe, Übersicht im Passspiel und zeigte einmal einen schnell abgefeuerten Handgelenkschuss. Ansonsten blieb der 25-Jährige meist unauffällig. Beim Siegtreffer Pföderls führt ihn die offizielle Statistik als zweiten Vorlagengeber – seinen ersten Punkt im Tiger-Trikot hat der Däne also schon einmal sicher.

Vorletztes Hauptrunden-Spiel

Coach Rob Wilson hätte sicher nichts dagegen, wenn bereits an diesem Freitagabend die nächsten Zähler auf das Punktekonto des jüngsten Ice Tigers-Neuzugang wanderten. Denn bereits dann steht beim ERC Ingolstadt das vorletzte Spiel der DEL-Hauptrunde auf dem Plan.

Nach dem Düsseldorf-Spiel hatte der Nürnberger Trainer die Arbeitsmoral seiner Spielen in den vergangenen Wochen gelobt, das „hat mir sehr gut gefallen“. Die Partie in der Audi-Stadt beim Tabellenvierten der DEL wird für seine Mannschaft auch wieder viel Arbeitseinsatz erfordern. Anfang Oktober war das Gezeigte der Nürnberger beim ersten Gastspiel in Ingolstadt letztlich nicht genug, damals verloren die Franken knapp mit 2:3.

Anpfiff der Partie in Ingolstadt ist um 19.30 Uhr. Davor wird es für Reimer, Ehliz und Pföderl diesmal gewiss keine Blumen geben. Das dürfte ihnen aber auch herzlich egal sein.

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