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Eishockey

Die zwei Gesichter der Ice Tigers

Nürnberg dreht die Partie in Krefeld und rückt näher an Platz zehn heran. Am Mittwoch ist man zu Gast in Düsseldorf.
Von Daniel Frasch

Philippe Dupuis war gegen Krefeld der Matchwinner für die Ice Tigers. Foto: Lägler/Eibner-Pressefoto
Philippe Dupuis war gegen Krefeld der Matchwinner für die Ice Tigers. Foto: Lägler/Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Für Rekorde waren sie in Nürnberg schon immer gut: Egal ob die 1:14-Niederlage gegen den EV Landshut im Jahr 1996 im Lindestadion, ob der 10:9-Sieg in Iserlohn 2007 oder das Knüppel-Festival in Schwenningen mit 336 Strafminuten im Jahre 1998: Das Aufstellen von Superlativen liegt den Ice Tigers seit jeher.

Auf die deftige 0:7-Klatsche vergangenen Freitag gegen Wolfsburg hätten sie jedoch gerne verzichtet. Doch „dank“ Norovirus und einer unterirdischen Defensivleistung stand am Ende die zweithöchste Heimniederlage in der 19-jährigen Geschichte der Nürnberger Arena. Umso überraschender kam dann das Comeback Sonntagabend in Krefeld, als die Franken die Partie im letzten Drittel drehten und aus einem 1:2-Rückstand eine 4:2-Führung machten.

„Den Schalter so umzulegen und zurückzukommen, da muss man den Hut vor Mannschaft ziehen“, sagte Tigers-Torhüter Niklas Treutle an seiner alten Wirkungsstätte. Anders als noch zwei Tage zuvor, als sich die Ice Tigers nahezu kampflos ihrem Schicksal ergaben, bewiesen sie im Sechs-Punkte-Spiel am Rhein Charakter und fuhren den zweiten Sieg über die Pinguine binnen einer Woche ein.

Dupuis war Mann des Abends

Mann des Abends auf Nürnberger Seite war Mittelstürmer Phil Dupuis. Der Kanadier steuerte nicht nur den entscheidenen Treffer zum 4:2 ins verwaiste Tor bei, sondern bereitete auch die beiden Treffer von Patrick Reimer und Tom Gilbert vor.

Wie wichtig der 15. Saisonsieg war, verdeuchtlichte nicht nur der Freudenausbruch des Nürnberger Trosses, sondern auch ein nüchterner Blick auf die Tabelle. Nur noch vier Punkte beträgt der Rückstand auf den letzten Preplayoff-Platz zehn, darüber hinaus haben die Franken zwei Partien weniger bestritten als die Konkurrenz.

Zusätzlich sechs Punkte, die potenziell noch auf der Habenseite verbucht werden können. Ein Fakt, der nicht nur der Nürnberger Mannschaft Auftrieb gibt, auch das Umfeld schöpft daraus neue Hoffnung. Hoffnung, die nach der derben Klatsche gegen Wolfsburg endgültig aufgegeben schien. Doch wie bereits in der gesamten Saison zeigten die Ice Tigers auch diesmal ihre zwei Gesichter. Eines, das Fans verzweifeln lässt. Und jenes, das Mut macht für die möglichen bevorstehenden Aufgaben in den Playoffs.

Bereits Mittwochabend (19.30 Uhr) sind die Ice Tigers beim Überraschungsteam der Liga, der Düsseldorfer EG, gefordert. Die Mannschaft von Ex-Nationalspieler Harold Kreis rangiert auf dem dritten Rang und kämpft aktuell um das Heimrecht für das Viertelfinale. Die Gründe für die starke Saison der Rheinländer sind offensichtlich: Die Neuzugänge Jaedon Deschenau (40 Scorerpunkte) und Ryan McKirnan (25 Scorerpunkte) stehen für die tadellose Scoutingarbeit des Traditionvereins, darüber hinaus gelingt es Düsselsdorfs Trainer Kreis, seine Mannschaft taktisch hervorragend einzustellen.

Vor allem aber verfügen die Rheinländer über einen einwandfreien Charakter. Teamgeist, Leidenschaft und aufopferungsvoller Kampf sind die Eigenschaften, die den bisherigen Erfolg überhaupt ermöglichen.

Vermisste Tugenden

Tugenden, die Nürnbergs Eishockeyprofis in der laufenden Spielzeit allzu oft vermissen ließen. Ganz zu schweigen von unerklärlichen Leistungseinbrüchen.

Bestes Beispiel hierfür ist aktuell Dane Fox: Der Kanadier, in der vergangenen Saison mit 30 Scorerpunkten (16 Tore) noch die Nürnberger Neuentdeckung, ist bislang ein Schatten seiner selbst und konnte zu keiner Zeit an seine erste Saison in Europa anknüpfen. Trainer Martin Jiranek quittierte die dargebotenen Leistungen und strich den 25-jährigen Heißsporn in Krefeld gar aus dem Aufgebot.

Ohnehin ist fraglich, wie lange Fox das Nürnberger Trikot noch tragen wird. Für eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertragss empfahl er sich jedenfalls noch nicht.

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