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Eishockey

Ice Tigers fordern die Grizzlys

Nach dem gelungenen Start wollen die Franken gegen Wolfsburg nachlegen. Gute Nachrichten kommen aus dem Lazarett.
Von Daniel Frasch

Chris Brown hat sich bei den Nürnberg Ice Tigers zu einem Leistungsträger gemausert. Foto: EIBNER/Thomas_Hahn
Chris Brown hat sich bei den Nürnberg Ice Tigers zu einem Leistungsträger gemausert. Foto: EIBNER/Thomas_Hahn

Nürnberg.Seinen besten Tag erwischte Jochen Reimer vergangenen Sonntag gegen sein Ex-Team gewiss nicht. Ingolstadts Torhüter, zwischen 2014 und 2017 einst bei den Ice Tigers aktiv, kassierte fünf Treffer (1:5) und sah dabei alles andere als gut aus. Den ersten Nürnberger Auswärtserfolg auf die schwache Tagesform des Panther-Goalies zu schieben, wäre jedoch zu einfach und würde obendrein die starke Leistung der Gäste schmälern.

„Wir haben uns gegen Ingolstadt für das, was wir in den letzten 6 Wochen zusammen geleistet haben, belohnt“, gab Oliver Mebus im Anschluss an die Partie bei Ice Tigers TV zu Protokoll. Der 2,06-Meter große Verteidiger war es, der mit einem krachenden Schlagschuss die Nürnberger früh (4.) auf die Siegerstraße brachte. Bereits zu Beginn der Saison unterstrich der gebürtige Dormagener seine Wichtigkeit in der fränkischen Defensive: Routiniert und stark im Zweikampf agierte der Linksschütze schon in den ersten drei Jahren im Ice Tigers-Trikot.

Kandidat für das Nationalteam

Deutlich verbessert hat sich der 26-Jährige in seinem vierten Jahr in Franken im spielerischen Bereich. So wie beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer durch Chris Brown zwei Tage zuvor gegen die Adler Mannheim, den Mebus mit einer glänzenden Vorarbeit eingeleitet hatte. Sollte der Abwehrhüne die starke Form bestätigen, wird Mebus zweifelsfrei wieder ein Kandidat für die Nationalmannschaft.

Ein weiterer Spieler, an dem der aktuelle fränkische Aufschwung festzumachen ist, ist Chris Brown. Der US-Amerikaner, der im Sommer 2018 von Ligakonkurrent Iserlohn Roosters nach Nürnberg wechselte, wuchs unter dem neuen Trainer Kurt Kleinendorst in eine neue Rolle.

Aus dem unzufriedenen Stürmer, der 2018 noch kopfschüttelnd einen Fehlpass eines Mitspielers quittierte, wurde ein Leistungsträger und wichtiger Eckpfeiler im Team der Nürnberger Ice Tigers.

Der 23-fache NHL-Spieler (Phoenix und Washington) fühlt sich unter der neuen sportlichen Leitung sichtlich wohl und betonte bereits in der Vorbereitung den großen Zusammenhalt der Ice Tigers-Truppe: „Wir wachsen als Team immer mehr zusammen. Jeder kämpft für den anderen und gibt alles. Außerdem halten wir uns an das System des Trainers. Wenn wir das tun, werden wir auch erfolgreich sein.“ Zwei Tore gelangen dem 28-Jährigen in den ersten beiden Spielen, Treffer Nummer drei soll am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen Wolfsburg folgen.

Grizzyls mit großem Umbruch

Dem Team also, das viele Jahre lang als Nürnbergs Angstgegner galt. Doch die Zeiten, in denen Pavel Gross hinter der Bande stand und Spieler wie Mark Voakes, Tyler Haskins und Jimmy Sharrow die Franken reihenweise aus den Playoffs warfen, sind vorbei. 14 Spieler verpflichtete Wolfsburgs Sportdirektor Charley Fliegauf im Sommer 2019, der Umbruch fiel bei den Niedersachsen noch größer aus als der bei den Franken (elf Neuzugänge).

Gute Nachrichten erreichten unter der Woche Nürnbergs neuen Cheftrainer Kurt Kleinendorst. Mit Verteidiger Marcus Weber und Angreifer Max Kislinger kehrten zwei verletzte Spieler zurück auf das Eis, einem Einsatz der beiden Akteure scheint gegen die Grizzyls nichts mehr im Wege zu stehen. Somit könnten die Ice Tigers beinahe vier komplette Reihen aufbieten. Gute Voraussetzungen, um die gute Form der Auftaktpartien zu bestätigen.

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