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Eishockey

Ice Tigers: Harmlos, hilflos und ratlos

Die Nürnberg Ice Tigers stecken nach Niederlagen gegen Bremerhaven und Schwenningen weiter im Tabellenkeller fest.
Von Daniel Frasch

Brandon Buck fehlt den Ice Tigers verletzungsbedingt für mehrere Wochen. Foto: Oliver STRISCH/Eibner
Brandon Buck fehlt den Ice Tigers verletzungsbedingt für mehrere Wochen. Foto: Oliver STRISCH/Eibner

Nürnberg.Es hätte ein Neustart werden sollen, der Beginn einer furiosen Aufholjagd im Kampf um die Playoff-Plätze: Mit 7:1 fegten die Franken die Iserlohn Roosters Anfang November aus der Arena und verabschiedeten sich frohen Mutes in die rund zweiwöchige Länderspielpause. Der erhoffte Effekt jedoch blieb aus, dem 1:2 in Bremerhaven folgte am Sonntagnachmittag die 0:2-Heimniederlage gegen die bis dato auswärts noch sieglosen Schwenninger Wild Wings.

Nicht zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit feuerten die Franken mit über 40 Schüssen doppelt so viele ab wie der Gegner, allein ein Tor wollte den Franken nicht gelingen. Das lag zum einen an der starken Vorstellung von Wild Wings-Torhüter Dustin Strahlmeier, zum anderen ließ die Schussqualität der Hausherren zu wünschen übrig.

Es fehlt der Biss

„Wir haben die Scheiben kontrolliert und viel auf das Tor gebracht, aber wir müssen noch mehr Biss zeigen“, kritisierte Nürnbergs Trainer Martin Jiranek seine Mannschaft und machte deutlich, den unbedingten Willen, ein Tor erzielen zu wollen, zu vermissen. „Wir haben in sechs Dritteln ein Tor geschossen. Das ist das Problem. Wir müssen bissiger agieren und den unbedingten Willen zeigen“, forderte der Deutsch-Kanadier.

Der Haken: Mit zunehmendem Saisondauer und anhaltendem Misserfolg wächst auch das Misstrauen in die eigene Stärke. Viel zu harmlos agierten die Franken im Schlussabschnitt in Bremerhaven (vier Torschüsse), zu plan- und hilflos rannten sie gegen Schlusslicht Schwenningen an. Von einer Pechsträhne zu sprechen wäre nach bereits 20 absolvierten Partien nicht richtig.

Vielmehr scheiterten die Franken bislang allzu oft an eigenen Unzulänglichkeiten. Mal sind es überflüssige Strafzeiten, mal haarsträubende Abspielfehler im Spielaufbau, mal ist es die klägliche Chancenverwertung. Nicht zu unrecht belegt Nürnberg (noch) den zwölften Platz, nicht ohne Grund beträgt der Abstand auf Rang sechs, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt, derzeit elf Punkte.

27 Punkte hinter Mannheim

Von Tabellenführer Mannheim trennen die Franken aktuell gar 27 Punkte. Zwischen den Ice Tigers und Topteams wie Mannheim oder München liegen derzeit Welten. Es sind die Nuancen, die den Unterschied machen. Der Zug zum Tor etwa sowie der unbedingte Wille, den Puck mit aller Macht über die Torlinie zu drücken.

Zu allem Überfluss bleibt den Franken auch das seit Saisonbeginn bestehende Verletzungspech treu: Mit Brandon Buck fehlt den Ice Tigers nun auch ihr torgefährlichster Angreifer für voraussichtlich sechs Wochen. Der 30-jährige Kanadier, der bislang zehn Treffer erzielte, zog sich bereits in Bremerhaven eine schwere Knieverletzung zu. Auch Verteidiger Milan Jurcina musste gegen Schwenningen zuschauen, den Slowaken setzte eine Adduktorenverletzung außer Gefecht. Wie lange der Routinier der fränkischen Defensive fehlen wird, ist noch unklar.

Ebenso wie die Zukunft von Trainer Martin Jiranek. Als Kaderplaner vor der Saison und aktueller Cheftrainer steht das Nürnberger Urgestein gleich doppelt in der Verantwortung. Den Status des Unantastbaren hat Jiranek längst verloren. Verwundern kann das nicht, denn Antworten, wie der Nürnberger Eishockey-Krise beizukommen ist, bleibt der 49-Jährige noch schuldig.

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