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Ice Tigers: Kleinendorst ist neuer Coach

Der DEL-Klub stellt sich personell und strukturell neu auf. Martin Jiranek muss gehen. Sportdirektor wird André Dietzsch.

Ex-Ingolstadt-Coach Kurt Kleinendorst trainiert künftig Nürnberg. Foto: Oliver Strisch / Eibner
Ex-Ingolstadt-Coach Kurt Kleinendorst trainiert künftig Nürnberg. Foto: Oliver Strisch / Eibner

Nürnberg.Das lange Rätselraten um den Trainer- sowie Sportdirektorposten beim Nürnberger DEL-Team der Thomas Sabo Ice Tigers hat ein Ende. So werden die auslaufenden Verträge von Sportdirektor Martin Jiranek sowie Co-Trainer Mike Flanagan nicht verlängert, wie der Verein am Donnerstagmittag mitteilte.

André Dietzsch übernimmt demnach die sportliche Leitung sowohl für die Ice Tigers als auch für den EHC 80 Nürnberg. Der seit längerem gehandelte Kurt Kleinendorst wird neuer Cheftrainer des DEL-Teams. Zudem befinden sich die Ice Tigers mit einem ehemaligen Spieler in Gesprächen über ein Engagement als Nordamerika-Scout, heißt es weiter in der Meldung.

Die Zeit von Martin Jiranek bei den Thomas Sabo Ice Tigers ist vorbei. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
Die Zeit von Martin Jiranek bei den Thomas Sabo Ice Tigers ist vorbei. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Die Ice Tigers wollen mit einem neuen strukturellen und personellen Konzept in die Zukunft gehen und im Vergleich zu den Vorjahren einen deutlich größeren Fokus auf die Aus- und Weiterbildung von jungen Spielern an der Seite von erfahrenen Akteuren legen, teilt der Klub mit.

André Dietzsch wird neuer Sportdirektor

Nach fünf sehr erfolgreichen Jahren als sportlicher Leiter des EHC 80 Nürnberg übernimmt André Dietzsch nun auch die Position des Sportdirektors bei den Thomas Sabo Ice Tigers. „André Dietzsch hat maßgeblichen Anteil daran, dass sich der Nachwuchs in Nürnberg in den letzten Jahren großartig entwickelt hat. Er arbeitet äußerst strukturiert und ist gerade im Bereich der deutschen Spieler bestens vernetzt“, sagt Ice Tigers-Geschäftsführer Wolfgang Gastner.


Ice Tigers: Alle aktuellen Meldungen über die Thomas Sabo Ice Tigers der vergangenen Monate lesen Sie hier!

„Als Sportdirektor für Nachwuchs und Profis hat er die Gesamtverantwortung für den sportlichen Bereich des Eishockeystandorts Nürnberg und wird mit dem Nordamerika-Experten Kurt Kleinendorst ein sehr gutes Gespann für den Spielermarkt bilden. Zusammen mit dem Trainerteam wird er zudem intensiv an der Optimierung der modernen Trainingssteuerung arbeiten“, ist Gastner überzeugt.

Der Verein verkündet die Personalie in den Sozialen Medien:

Der 48-jährige Berliner André Dietzsch freut sich auf die neue Herausforderung: „Wir werden jungen Spielern bei den Ice Tigers und beim EHC 80 eine Perspektive bieten, dass sie sich mittelfristig in der DEL-Mannschaft durchsetzen und an der Seite von erfahrenen Spielern weiterentwickeln können. Dazu gehört natürlich auch die tägliche Arbeit mit unserem neuen Trainerteam, das explizit auch für diesen Bereich zusammengestellt wird. Ich möchte mich bei den Ice Tigers und dem Vorstand des EHC 80 für das Vertrauen bedanken. Wir werden alles dafür tun, dass wir wieder zu einem der attraktivsten Standorte für junge, ambitionierte Spieler werden.“ Um Dietzsch bei seinen Aufgaben im Nachwuchsbereich zu entlasten, wird der EHC zur neuen Saison einen zusätzlichen, hauptamtlichen Trainer beschäftigen.

Kurt Kleinendorst übernimmt die Position des Cheftrainers

Mit Kurt Kleinendorst konnten die Ice Tigers einen sehr erfahrenen und in der Branche uneingeschränkt geschätzten Cheftrainer für die kommende DEL-Saison 2019/20 verpflichten. Der 58-jährige US-Amerikaner stand von 2016 bis 2018 für die Binghamton bzwl. Belleville Senators in der American Hockey League (AHL) hinter der Bande. In der Saison 2015/16 trainierte der ehemalige Scout und Co-Trainer der New Jersey Devils aus der NHL den ERC Ingolstadt, entschied sich nach Saisonende aber für eine Rückkehr nach Nordamerika.

Hier sehen Sie eine Grafik der Zuschauerentwicklung der Ice Tigers in der DEL:

„Wir haben uns in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Trainerkandidaten beschäftigt. Nach vielen intensiven Gesprächen hat sich Kurt Kleinendorst schnell als klarer Favorit herauskristallisiert. Er steht klar hinter unserem neuen Konzept, lässt attraktives und modernes Eishockey spielen und ist als erfahrener Trainer bekannt dafür, Bestleistungen aus seinen Spielern herauszuholen. Wir freuen uns sehr darauf, ihn als Cheftrainer in Nürnberg begrüßen zu dürfen“, sagte Wolfgang Gastner nach der Vertragsunterschrift.

André Dietzsch (l.) wird neuer Sportdirektor. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
André Dietzsch (l.) wird neuer Sportdirektor. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Aktuell befindet sich Kurt Kleinendorst in Gesprächen mit deutschsprachigen Kandidaten für die Besetzung der Co-Trainer-Position. Unabhängig davon steht bereits jetzt fest, dass Physiotherapeut Thomas Schinko künftig ebenfalls als Co-Trainer mit speziellen Aufgaben im Bereich der Spielerentwicklung eingesetzt wird, teilt der Verein weiterhin mit.

„Thomas Schinko ist menschlich und fachlich ein riesiger Gewinn für den Standort“, sagte André Dietzsch. „Er ist mit seiner positiven Art ein Bindeglied zwischen Spielern und Trainerteam und wird als Inhaber des A-Trainerscheins sowohl mit der U20-Mannschaft des EHC 80 als auch mit den jungen Spielern im Team der Ice Tigers auf und neben dem Eis arbeiten. Wir freuen uns sehr, dass er unseren neuen Weg mit uns gehen und seine Fähigkeiten einbringen will.“

Profis und Nachwuchs wachsen zusammen

Ein zentraler Punkt des neuen Konzepts im Nürnberger Eishockey soll die gemeinsame Arbeit zwischen den Ice Tigers und ihrem Stammverein, dem EHC 80 Nürnberg, werden.

Dass die Ice Tigers und der EHC 80 künftig einen gemeinsamen Sportdirektor haben, wird von beiden Seiten als Startschuss für den Weg in die Zukunft gesehen, wie EHC-Vorstandsmitglied Robert Treutle bestätigt: „Wir sind überzeugt davon, dass dieser Weg der richtige fürs Eishockey in Nürnberg ist. Wir durften beim EHC in den vergangenen Monaten eine ganz neue Dynamik in den Gesprächen mit der Geschäftsführung der Ice Tigers erleben. Die Zusammenarbeit wird nun ganz anders gelebt, was unter anderem daran zu merken war, dass Wolfgang Gastner das Gespräch zu den Top-Talenten unserer U15-Meistermannschaft und deren Familien gesucht hat, um gemeinsam eine Perspektive für diese Spieler zu erarbeiten.“

Ice Tigers-Geschäftsführer Wolfgang Gastner Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
Ice Tigers-Geschäftsführer Wolfgang Gastner Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Mit André Dietzsch als gemeinsamen Sportdirektor soll es künftig nicht mehr passieren, dass die talentiertesten Spieler aus der Region sich frühzeitig für einen Wechsel zu einem anderen Standort entscheiden und damit vom Radar der Ice Tigers verschwinden. „Unser Ziel muss sein, dass Nürnberger Spieler in der DEL das Nürnberger Trikot tragen. Auch wenn es strukturell im U20-Bereich mit den aktuellen Gegebenheiten nur schwer möglich ist, mit Standorten wie Köln, Mannheim und Berlin mitzuhalten, werden wir individuelle Lösungen für die talentierten und motivierten Spieler schaffen sowie den Kontakt zu den Jungs nicht abreißen lassen und versuchen, sie zurückzuholen und frühzeitig ins DEL-Team zu integrieren“, gibt Dietzsch den künftigen Weg vor.

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Ice Tigers: Zeit für Umbruch ist reif

Die Nürnberg Ice Tigers sind in den Playoffs an Mannheim gescheitert. Das Aus ist ein Spiegelbild der verkorksten Saison.

Die neue sportliche Leitung der Tigers arbeitet schon seit einiger Zeit im Hintergrund am Kader für die neue DEL-Saison. Aktuell seien nur noch vier Planstellen zu besetzen, fünf neue Spieler – darunter vier deutsche – stünden bereits unter Vertrag und würden in den kommenden Tagen und Wochen offiziell vorgestellt, heißt es in der Meldung.

Zudem habe man nach internen Beratungen entschieden, dass der Umbruch weiter vorangetrieben wird und Dane Fox, Daniel Weiß und Mike Mieszkowski kein Vertragsangebot erhalten. Jason Bast und Taylor Aronson haben sich für Angebote anderer Clubs entschieden.

Danke an Martin Jiranek

Ein ganz besonderer Dank der gesamten Organisation gehe an Martin Jiranek. Der Rekordspieler der Nürnberger DEL-Geschichte war in den vergangenen Jahren maßgeblich daran beteiligt, dass die Ice Tigers als einziges DEL-Team sechsmal in Folge mindestens das Playoff-Viertelfinale erreicht haben. Man bedanke sich ganz herzlich für seine Arbeit, wünsche ihm alles erdenklich Gute und würde sich freuen, ihn zusammen mit seiner Familie als Gäste in der Arena Nürnberger Versicherung begrüßen zu dürfen.

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