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Eishockey

Ice Tigers sind in der Pflicht

Vor dem Endspiel in der Champions Hockey League gegen Rouen sind die Nürnberger gegen Wolfsburg und Krefeld gefordert.
Von Daniel Frasch

Die letzten Leistungen der Nürnberg Ice Tigers (hier Marcus Weber) haben nicht zuletzt sie selbst nachdenklich gemacht. Foto: Hahn/Eibner-Pressefoto
Die letzten Leistungen der Nürnberg Ice Tigers (hier Marcus Weber) haben nicht zuletzt sie selbst nachdenklich gemacht. Foto: Hahn/Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Das hatten sie sich in Nürnberg ganz anders vorgestellt: Der rund 900 Kilometer lange Trip von Mittelfranken in die Normandie nach Rouen sollte gekrönt werden vom vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions Hockey League – soweit der Plan. Diesen durchkreuzten sich die Ice Tigers jedoch selbst, denn nach 60 gespielten Minuten schlichen sie mit gesenkten Häuptern als Verlierer vom Eis. Zuvor ließ sich der französische Meister nicht abschütteln, drehte die zweifache Nürnberger Führung in einen 4:2-Heimsieg und bewahrte sich damit die Chance auf den Einzug unter die letzten 16 Mannschaften, was einer echten Sensation gleich käme.

Nachdenklich, rast- und ratlos tigerte Trainer Martin Jiranek während der Partie hinter der Nürnberger Bande auf und ab. Immer wieder ermahnte der Deutsch-Kanadier seine Mannschaft, die Schönspielerei sein zu lassen und sich stattdessen auf die einfachen Dinge zu konzentrieren. Denn das, was ihm seine Mannschaft im Norden Frankreichs an Leistung anbot, konnte dem 49-Jährigen nicht gefallen. In der Offensive ließen seine Schützlinge beste Torgelegenheiten aus und verpassten es somit, frühzeitig die Entscheidung herbeizuführen.

Noch haarsträubender waren jedoch die Schwächen in der fränkischen Defensive: Fast im Minutentakt rollten die Angriffe des französischen Meisters auf das von Andreas Jenike gehütete Tor, insgesamt durften die Dragons 69 mal auf das Nürnberger Gehäuse feuern.

Optische Überlegenheit

Trotz optischer Überlegenheit zeichnete sich das ab, was kurz vor Ende der Partie dann auch eintraf. 23 Sekunden vor Schluss traf Rouen im Powerplay zum 3:2-Führungstreffer. Das war ein Schock, von dem sich die Franken nicht mehr erholten. Im Gegenteil: Nur elf Sekunden später schlug es im mittlerweile verwaisten Tor zum 2:4-Endstand ein.

Es bleibt dabei: Die Ice Tigers gleichen in der aktuellen Spielzeit einer Wundertüte, deren Inhalt von Woche zu Woche variiert. Dem 6:2-Sieg über Bremerhaven folgten drei Niederlagen in Folge. Nach dem überraschenden 7:3-Auswärtserfolg vergangenen Sonntag in Straubing kassierten sie jetzt die Niederlage beim Außenseiter in Rouen. Die fehlende Konstanz und die schwankenden Leistungen lassen aktuell kaum einen Rückschluss auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Mannschaft zu.

Soll es für die Franken jedoch mit dem Einzug ins Achtelfinale klappen, wird am Dienstag (19.30 Uhr) eine Leistungssteigerung von Nöten sein. Dann kommt es in Nürnberg zum Entscheidungsspiel zwischen beiden Klubs. Den Franken reicht ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit, während Rouen einen Sieg benötigt.

Vorher sind die Franken allerdings noch zweimal in der Liga gefordert, die Duelle mit Wolfsburg und Krefeld stehen auf dem Programm. Freitagabend (19.30 Uhr) wartet in Niedersachsen einen Gegner, der sich in einer ähnlichen Situation befindet wie die Franken selbst. Die Grizzlys mussten nicht nur Trainer Pavel Gross ziehen lassen. Mit dem Tschechen verließen elf Spieler den Verein, darunter Leistungsträger wie Jimmy Sharrow und Mark Voakes. Wie bei den Ice Tigers auch fiel der Umbruch im Sommer damit größer aus als erhofft. Tabellenplatz 13 macht deutlich, dass der Wolfsburger Motor noch längst nicht rund läuft.

Krefeld ist am Sonntag zu Gast

Deutlich besser in die Saison gestartet sind dagegen die Pinguine aus Krefeld, die am Sonntag um 16.30 Uhr in Nürnberg zu Gast sind. 15 Punkte bedeuten nicht nur Rang sechs, sondern gleichzeitig auch die beste Platzierung, die die Rheinländer in den vergangenen Jahren jemals inne hatten. Nach Jahren im Tabellenkeller soll es für die Pinguine in diesem Jahr erstmals wieder für die Teilnahme an den Playoffs reichen.

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