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Eishockey

Ice Tigers und trügerische Rechenspiele

Nürnberg verkürzt dank zweier Siege den Rückstand auf die Pre-Playoff-Plätze. Theoretisch liegt man nur einen Zähler zurück.
Von Thorsten Drenkard

Niklas Treutle und seine Ice Tigers landeten zwei Siege im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze.Foto: Eibner
Niklas Treutle und seine Ice Tigers landeten zwei Siege im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze.Foto: Eibner

Nürnberg.Das mit den Rechenspielen im Sport ist so eine Sache. Nicht selten sind sie ein Indikator dafür, dass sportliche Realität und gesteckte Ziele nicht zueinander passen wollen.

Die Thomas Sabo Ice Tigers, nach zuletzt drei Playoff-Halbfinals in Serie als ambitionierter Titelaspirant ins Rennen um die DEL-Krone gestartet, sind dafür ein Paradebeispiel. Nürnberg ist Tabellenelfter und wäre derzeit nicht berechtigt, im Frühjahr in der K.o.-Runde um den Titel mitzuspielen. Aber wenn es sportlich nicht läuft, kommt eben die Mathematik ins Spiel.

Die Tabelle fleißig studiert

So wurde vor dem jüngsten Wochenende bei den Verantwortlichen und Fans des fränkischen DEL-Gründungsmitglieds fleißig die Tabelle studiert und gerechnet. Deprimierende 13 Zähler betrug der Rückstand der in dieser Spielzeit meist uninspiriert agierenden Franken auf die Pinguine aus Krefeld und damit auf den sportlichen Strohhalm Pre-Playoff-Platz zehn.

Zwei Siege mussten also gegen Wolfsburg und Krefeld her, um auf sieben Zähler an den zehnten Rang im DEL-Tableau heranzurücken. Eine Rechnung, die nach einem 5:0 gegen die Grizzlys und einem 4:3 gegen die Mannschaft vom Niederrhein aufging. Auch wenn beide Erfolge beim Blick auf das spielerische Element der Ice Tigers matt glänzten. Doch bei mathematischen Rechnereien geht es nicht um Teamspirit, Leidenschaft oder gar Glanz – hier zählen nüchterne Zahlen.

Diese verraten auf den ersten Blick, dass Nürnberg nun auf sieben Punkte an Krefeld herangerückt ist. Wer allerdings genauer die teils vogelwild anmutende DEL-Tabelle studiert und simple Mathematik mit gehörigem Optimismus paart, der sieht Martin Jiraneks Team nur einen Zähler im Rückstand auf Rang zehn. Und genau an diesem Punkt wird das mit den Rechenspielen und dem Sport so eine Sache, weil das Eis mitunter dünn ist.

Der Konjunktiv birgt Gefahr

Nürnbergs Profis haben bislang zwei Spiele weniger (37) absolviert als ihre Krefelder Kollegen (39). Bei zwei Siegen und damit sechs einhergehender Punkte aus beiden Partien könnten die Franken die Lücke zu den Pinguinen tatsächlich bis auf einen Zähler schließen – könnten. Konjunktiv.

Die wechselhaften Leistungen von Nürnbergs besten Eishockeyspielern in dieser bislang so enttäuschenden Saison lassen am Eintreten des rechnerischen Idealfalls für die Ice Tigers dezente Zweifel aufkommen.

Auch gegen Krefeld am Sonntag, als den Franken dieser enorm wichtige Heimsieg gelang, geriet der Erfolg gerade gegen Ende arg in Gefahr. „Am Schluss war das Spiel enger als es hätte sein müssen, weil wir zu viele falsche Entscheidungen getroffen haben“, monierte Coach Jiranek, nur um anschließend zu loben: „Die Jungs haben sehr hart gekämpft, gewonnen und den Siegeswillen unter Beweis gestellt.“

Am Sonntag können sie in Krefeld (16.30 Uhr) erneut gegen die Pinguine und am Mittwoch in Düsseldorf (19.30 Uhr) ihre Leistungsfähigkeit beweisen und den nächsten Schritt in ihrer Pre-Playoff-Rechnung machen. Diese Spiele werden zwar nicht die endgültige Lösung, aber weiteren Aufschluss darüber bringen, ob der Rechenweg vielversprechend ist.

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