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Eishockey

Nürnberg feiert seine Olympia-Helden

Hunderte Fans feierten die Silbermedaillen-Gewinner Reimer, Ehliz und Pföderl am Flughafen. Mittwoch geht‘s wieder aufs Eis.
Von Thorsten Drenkard

Nürnberg.Nürnberg hat seine drei Olympia-Helden wieder. Die Ice Tigers-Spieler Patrick Reimer, Yasin Ehliz und Leo Pföderl landeten am späten Montagabend am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg, wo sie in der Abflughalle eins von rund 400 Fans lautstark gefeiert wurden.

Die drei Silbermedaillen-Gewinner von Pyeongchang hatten eine sehr kurze und feucht-fröhliche Feiernacht sowie einen langen Rückflug aus Südkorea in den Gliedern, bewiesen bei ihrem stimmungsvollen Empfang in der Heimat aber Ausdauer.

Noch lange nach dem offiziellen Teil des Empfangs, bei dem der 2. Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Christian Vogel, dem Trio unter dem Jubel der Fans den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Nürnberg in Aussicht stellte, waren Reimer, Pföderl und Ehliz für ihre Anhänger da. Sie schrieben geduldig ihre Autogramme auf Trikots oder Fahnen, posierten für Selfies, nahmen sich immer wieder Zeit für einen kurzen Plausch mit den Anhängern. Die Fanshatten Geduld beweisen müssen, um ihre Heroen sehen zu können.

Rund 400 Fans empfingen die Nürnberger Spieler Montagabend am Flughafen in Nürnberg. Foto: Drenkard
Rund 400 Fans empfingen die Nürnberger Spieler Montagabend am Flughafen in Nürnberg. Foto: Drenkard

Ursprünglich hätten Reimer, Pföderl und Ehliz um 19.30 Uhr vor den Fans in Nürnberg stehen sollen. Doch dann verspätete sich der Abflug aus Frankfurt, wo rund 150 Athleten des deutschen Olympia-Trosses am Nachmittag gelandet waren. Pföderls Gepäck ging in der Mainmetropole irgendwie verlustig, am Ende kamen die drei Ice Tigers-Spieler im Privatjet von Klub-Mäzen Thomas Sabo, der die Mannschaft im Endspiel in Südkorea auf den Rängen unterstützt hatte, nach Franken gedüst. Gegen 20.49 Uhr standen sie schließlich bei schallender Partymusik und unter dem frenetischen Applaus der Fans auf der kurzerhand aufgebauten Bühne in der Flughafenhalle vor ihren Fans.

Patrick Reimer, der mit seinem historischen Siegtor in der Verlängerung gegen Schweden im Viertelfinale überhaupt erst den Weg zur Silbermedaille geebnet hatte, fand Worte ganz nach dem Geschmack der lange ausharrenden Anhänger. „Ich bin gerade aus unserem Traum wachgerüttelt worden. Es ist einfach nur der Wahnsinn, was hier passiert. Ihr habt Frankfurt auf jeden Fall geschlagen“, sagte Reimer ins Mikrofon, der Jubel der Fans war ihm und seinen Kollegen damit sicher.

Hier sehen Sie eine Bildergalerie von den Feierlichkeiten:

So feierten das DEB-Team und die Fans

Es waren Momente der Freude und Dankbarkeit bei den Spielern und den Nürnberger Eishockeyfans gleichermaßen. Sie alle wussten, dass sie hier einen besonderen Moment erlebten, etwas Historisches feierten. Nicht nur ein sichtlich übermüdeter und angesichts des Fanrummels überforderter Leo Pföderl tat sich schwer, sein Innenleben in Worte zu fassen („Das ist der Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht glauben!“), auch bei den Fans waren das ungläubige Kopfschütteln sowie die Freude über den sensationellen Coup der DEB-Mannschaft immer noch groß.

Andreas Riemel, an diesem Abend extra mit seiner Frau aus dem Oberfränkischen Hof angereist, jubilierte: „Eine Silbermedaille bei Olympischen Spielen im Eishockey, und drei von unseren Jungs sind dabei – das ist irre!“

Manfred Richter, Dauerkartenbesitzer bei den Ice Tigers seit 1999, trug den Namen „Ehliz“ auf dem Rücken seines DEB-Trikots und die Hoffnung im Herzen, dass „der Erfolg der Nationalmannschaft dazu führt, dass das Eishockey einen Schub bekommen und mehr Fans in die Stadion kommen“.

Mit einer Sektdusche starteten die DEB-Spieler nach dem Finale die Feier im Deutschen Haus:

Beim DEL-Spiel seiner Ice Tigers am morgigen Mittwoch (19.30 Uhr) in der Arena Nürnberger Versicherung gegen die Düsseldorfer EG wird der 53-Jährige selbstverständlich im Stadion sein – und die drei Olympioniken auch gleich wieder in Aktion auf dem Eis bewundern dürfen.

Auch wenn die Fallhöhe vom olympischen auf das DEL-Eis für Reimer, Ehliz und Pföderl riesig ist und die Feier- sowie Reisestrapazen für die drei Spieler enorm waren, eine Verschnaufpause gibt es für das Trio nicht. Nürnberg kämpft um die Qualifikation für die Champions League und eine gute Ausgangsposition für die baldigen Playoffs. Da kann Coach Rob Wilson nicht auf seine hoch dekorierten Leistungsträger verzichten.

Immerhin, am heutigen Dienstag haben die Silber-Helden von Südkorea frei. Am Mittwoch geht dann der ganze Wahnsinn mit dem Düsseldorf-Spiel in der Arena weiter, wo sich die Olympia-Helden erneut auf einen warmen Empfang durch die Fans freuen können.

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