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Eishockey

Playoffs: Matchball für die Ice Tigers

Mit einem 3:1-Sieg startete Nürnberg gegen Bremerhaven. Freitagabend können die Franken ins Viertelfinale einziehen.
Von Daniel Frasch

Die Ice Tigers-Spieler durften einen Auftaktsieg bejubeln. Foto: EIBNER/Thomas_Hahn
Die Ice Tigers-Spieler durften einen Auftaktsieg bejubeln. Foto: EIBNER/Thomas_Hahn

Nürnberg.Kurz vor dem Auftakt der Pre-Playoff-Serie gegen Bremerhaven gab es zwei gute sowie zwei schlechte Nachrichten für Martin Jiranek. Während der Deutsch-Kanadier mit Verteidiger Oliver Mebus und Angreifer Chris Brown wieder auf zwei wichtige Stützen zurückgreifen konnte, musste Nürnbergs Cheftrainer auf die beiden Verteidiger Brett Festerling und Taylor Aronson verzichten. Für die Defensivspezialisten kam der Einsatz an der Nordseeküste zu früh, beide laborierten nach wie vor an Verletzungen aus der Hauptrunde.

Mit sieben Verteidigern und vier Sturmreihen traten die Franken also die schwere Aufgabe in der Exklave des Stadtstaates Bremen an, zwischen den Pfosten entschied sich Jiranek wie erwartet für Niklas Treutle. Der gebürtige Nürnberger zeigte während der Hauptrunde die besseren, vor allem konstanteren Leistungen als Mannschaftskollege Andreas Jenike und zahlte auch Mittwochabend das in ihn gesetzte Vertrauen zurück.

Bereit für den heißen Tanz

Die Franken zeigten von Beginn an, dass sie bereit waren für den erwartet heißen Tanz auf dem norddeutschen Eis. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als Rückkehrer Chris Brown eine mustergültige Vorlage von Shawn Lalonde aus kurzer Distanz zur frühen 1:0-Führung nutzte. Bereits in Spielminute 14 schraubte Patrick Reimer die Nürnberger Führung auf 2:0.

Der Ice Tigers-Kapitän nutzte eine doppelte Überzahlsituation und beförderte die Hartgummischeibe per Handgelenkschuss in die Maschen. Eine verdiente Führung, nachdem die Franken ab der ersten Sekunde eine konzentrierte und couragierte Leistung ablieferten und dank der starken Laufarbeit den Gastgebern frühzeitig den Wind aus den Seegeln nahmen.

Rund um die Playoff-Serie der Ice Tigers

  • Dauerbrenner: Beim ersten Pre-Playoff-Spiel stand Nürnbergs Verteidiger Tom Gilbert mit 20 Minuten und 27 Sekunden die meiste Zeit auf dem Eis. Es folgten Kapitän Patrick Reimer (20:24) und Oliver Mebus (19:46). Die wenigste Eiszeit erhielten Verteidiger Eric Stephan (02:59), Dane Fox (08:01) und Daniel Weiss (08:22).

  • Positive Bilanz: Bislang trafen die Ice Tigers 13 Mal auf die Pinguins Bremerhaven. Die Franken feierten acht Siege, fünf Duelle gingen verloren. Das Nürnberger Torverhältnis beträgt 51:39. Die letzte Heimniederlage datiert aus dem Jahr 2016: Damals unterlagen die Thomas Sabo Ice Tigers vor eigenem Publikum mit 2:3.

  • Ewige Bestenliste: Ex-Angreifer Steven Reinprecht sammelte in 53 Playoff-Spielen für die Ice Tigers 40 Scorerpunkte (elf Tore). Ex-Eistiger Yasin Ehliz kommt in 53 Partien auf 35 Punkte, Greg Leeb sammelte insgesamt 33 Punkte in den Playoffs. Aus dem aktuellen Kader führt Patrick Reimer mit 30 Punkten (14 Toren).

Spätestens als Tim Bender Mitte des zweiten Drittels (27.) gar auf 3:0 erhöhte, war die Partie frühzeitig zugunsten der Eistiger entschieden. „Wir haben zu wenige Scheiben zum Tor gebracht, und Nürnberg hat die Passwege gut zugemacht“, musste im Anschluss auch Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch eingestehen. Mehr als den 1:3-Anschlusstreffer durch Chad Nehring ließen die Franken nicht zu. „Das war ein hart umkämpftes, typisches erstes Playoffspiel. Beide Mannschaften haben alles gegeben. Der Unterschied war, dass wir ein sehr gutes erstes Drittel hatten und die Tore gemacht haben“, bilanzierte Jiranek.

Den Spielverlauf änderte der Treffer der Gastgeber nicht, dafür jedoch die Gangart des erstes Playoff-Duells: Bremerhavens Torschütze Nehring ließ sich nicht nur zu einer verbalen Attacke gegenüber Nürnbergs Schlussmann Niklas Treutle hinreißen, der Kanadier berührte den Torhüter, wenn auch nur leicht, an dessen Maske.

Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch war unzufrieden. Foto: Eibner
Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch war unzufrieden. Foto: Eibner

Grund genug für Dane Fox, Shawn Lalonde und Daniel Weiß als Rächer aufzutreten und ihren Kollegen mit den Fäusten zu verteidigen.

Auch der Schlussabschnitt blieb hart umkämpft und ruppig, unter anderem versuchte sich Chris Brown mit einer Boxeinlage den nötigen Respekt zu verschaffen. Für ausreichend Zündstoff ist vor dem zweiten Duell Freitagabend (19.30 Uhr) also gesorgt, neben den hochkochenden Emotionen geht es für die Norddeutschen dann auf Nürnberger Eis um alles oder nichts.

Hier lesen Sie ein Interview mit Patrick Reimer vor dem Start der Playoff-Serie gegen Bremerhaven.

Die Franken können ihrerseits mit einem Sieg den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen, wo mit den Adlern Mannheim bereits der Hauptrundenerste wartet. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall – davon können sie in Franken in der laufenden Saison ein Lied singen. Anstatt Rang zwei zu verteidigen verloren die Franken Mitte Oktober in der Champions Hockey League gegen den französischen Vertreter Rouen 2:5 und gaben damit den sicher gelaubten Einzug in die nächste Runde noch aus der Hand.

„Wir sind froh über den Sieg, aber wir müssen am Freitag wieder genauso hart spielen“, blickte Martin Jiranek bereits auf das bevorstehende zweite Duell Freitagabend voraus und forderte von seiner Mannschaft, den gleichen Kampfgeist an den Tag zu legen, den sie im ersten Vergleich zeigte.

Coach Martin Jiraneks Team fehlt noch ein Sieg. Foto: Eibner
Coach Martin Jiraneks Team fehlt noch ein Sieg. Foto: Eibner

Grund, seine Angriffsreihen erneut umzustellen, hat der 49-Jährige nicht, zu gut harmonierte die Nürnberger Offensivabteilung Mittwochabend. Soll heißen: Auch im zweiten Duell wird Phil Dupuis zusammen mit Patrick Reimer und Leo Pföderl stürmen, Brandon Buck und Jason Bast werden abermals mit Chris Brown auf dem Eis stehen.

Aller Voraussicht nach fehlen wird dann Marcus Weber. Nürnbergs Verteidiger musste nach einem Bandencheck benommen vom Eis, ein Einsatz nur 48 Stunden später scheint selbst in der heißen Playoff-Phase nicht möglich. Zurückkehren wird dafür Abwehrkollege Martin Stajnoch. Personell scheinen die Franken also gewappnet.

Ganz zu schweigen von den positiven Erinnerungen, die Martin Jiranek mit den Pinguins verbindet. Am 4. Spieltag der Hauptrunde stand er nach der Entlassung von Trainer Kevin Gaudet erstmals hinter der Nürnberger Spielbank in der Verantwortung. Der Gegner damals: Bremerhaven. Das Ergebnis: 6:2 für die Ice Tigers. Gegen ein Déjà-vu hätte nicht nur Nürnbergs Eishockey-Idol sicherlich nichts einzuwenden.

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