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Eishockey

Thomas Sabo ermahnt seine Ice Tigers

Nach wechselhaften Leistungen schließt Nürnberg sein Heimturnier auf Platz zwei ab – und verliert Routinier Patrick Köppchen.
Von Thorsten Drenkard und Daniel Frasch

Patrick Buzas (21, Thomas Sabo Ice Tigers) im Zweikampf, Thomas Sabo Ice Tigers vs. HC Pilsen, Eishockey, Mercedes Benz Rent Cup, 27.08.2017, Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
Patrick Buzas (21, Thomas Sabo Ice Tigers) im Zweikampf, Thomas Sabo Ice Tigers vs. HC Pilsen, Eishockey, Mercedes Benz Rent Cup, 27.08.2017, Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Nürnbergs Eishockey-Fans freuen sich auf die bevorstehende DEL-Saison – das machte die große Resonanz beim Nürnberger Mercedes-Benz Rent Cup deutlich. Nachdem am Freitag gegen den EHC Kloten (Schweiz) 3397 Zuschauer den Weg in die Arena fanden, kamen Sonntagnachmittag gegen den HC Pilsen gar 3416 Fans in die Nürnberger Eishalle, um die Ice Tigers spielen zu sehen.

Auch bei der offiziellen Mannschaftsvorstellung Samstagmittag waren mit rund 800 Fans so viele dabei wie niemals zuvor. Doch trotz der großen Vorfreude ist beim fränkischen Eishockey-Verein längst nicht alles eitel Sonnenschein.

Rundumschlag von Thomas Sabo

Dies wurde besonders deutlich, als Thomas Sabo, Klubbesitzer und Investor, die Bühne der Mercedes-Benz Niederlassung betrat und vor versammelter Mannschaft zu einem verbalen Rundumschlag ausholte.

„Wenn man eine erfolgreiche Saison spielen will – und das wollen wir – dann gehört eine gute Vorbereitung einfach dazu. Wir müssen jetzt aufpassen und den Hebel schnellstmöglich umlegen“, hob Sabo den Zeigefinger in Richtung des Teams und erinnerte noch einmal an die 1:4-Niederlage vom Vorabend gegen die Schweizer.

Klubbesitzer Thomas Sabo nahm sich das Team zur Brust. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
Klubbesitzer Thomas Sabo nahm sich das Team zur Brust. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

„Bis jetzt ist die Vorbereitung nicht optimal verlaufen, das müssen wir schleunigst ändern“, forderte der Schmuckhändler eine Leistungssteigerung und zeigte sich noch immer angefressen über die Niederlagen beim Dolomiten Cup vor rund zwei Wochen gegen den EV Zug und Rapaces des Gap aus Frankreich. Nicht zum ersten Mal äußerte Sabo seinen Unmut in der Öffentlichkeit.

Bereits Mitte März 2016 hatte der Teameigner vor Beginn der damaligen Playoffs in einem Interview mit unserem Medienhaus das seiner Ansicht nach zu lasche Auftreten des Teams im Endspurt der Hauptrunde bemängelt.

Seit seinem Einstieg bei den Nürnbergern im Jahr 2009 ließ er ein ums andere Mal mit öffentlicher Kritik am Auftritt seines Teams aufhorchen.

Die Schelte sollte Früchte tragen – tags darauf fertigten die Ice Tigers im zweiten Spiel des Vorbereitungsturniers den tschechischen Topklub HC Pilsen mit 5:2 ab. Auffälligster Akteur auf Seiten der Hausherren war erneut Neuzugang Dane Fox.

Der Kanadier, der im Sommer von Missouri Mavericks nach Nürnberg wechselte, steuerte gegen die Tschechen drei Vorlagen bei und agierte in beiden Partien sehr auffällig: Körperlich robust, mit feiner Technik ausgestattet und jeder Menge Zug zum gegnerischen Tor.

Vor dem Heimturnier war die Neugierde auf Nezugang Dan Fox sehr groß.

Zudem geht der Linksschütze keinem Zweikampf aus dem Weg und ist sich nicht zu schade, seine Mitspieler zu verteidigen – wenn es sein muss, das machte die Partie gegen Kloten deutlich, auch mit einem Faustkampf.

Trotz seines jungen Alters von 23 Jahren besticht Fox durch eine abgeklärte Spielweise und ist aufgrund seines Spielverständnisses auch in Überzahl brandgefährlich. Durch den 5:2-Erfolg gegen die Tschechen schlossen die Ice Tigers das Heimturnier auf Rang zwei ab, der EHC Kloten sicherte sich mit zwei Erfolgen den Sieg.

Einziger Wermutstropfen beim Sieg gegen Pilsen war die Verletzung von Patrick Köppchen. Der 37-jährige Verteidiger musste mit einer Gehirnerschütterung vom Eis und die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus verbringen.

Das Team der Thomas Sabo Ice Tigers der Saison 2017/18 in einer Bildergalerie:

Das Team der Ice Tigers 2017/18

Pilsens Miroslav Indrak hatte den Nürnberger Defensivmann im zweiten Abschnitt mit einem unfairen Check am Kopf erwischt, der Köppchen zunächst blutend auf dem Nürnberger Eis zurückgelassen hatte. Wie lange der routinierte Neuzugang von den Ingolstadt Panther ausfallen wird, ist derzeit noch unklar. Erfahrungsgemäß ist die Dauer von Kopfverletzungen stets schwer einzuschätzen.

Da auch Colton Teubert nach seiner Wirbelsäulenoperation noch längere Zeit fehlen wird, stehen Nürnbergs Trainer Rob Wilson aktuell nur sieben Verteidiger zur Verfügung.

Bis zum Saisonstart bei den Eisbären Berlin (8. September) bestreiten die Franken noch ein Testspiel beim EHC Bayreuth aus der DEL 2 (Sonntag, 18 Uhr). Bei der Teamvorstellung kündigte Klubboss Thomas Sabo an, in der Saison 2017/18 in der Champions Hockey League spielen zu wollen.

Vier Ice Tigers-Spieler im Fokus:

Vier Spieler im Blickpunkt

  • Dane Fox:

    Bei seinen ersten beiden, von den Fans neugierig beäugten Auftritten vor heimischem Publikum wusste der Neuzugang zu überzeugen. Körperlich robust, mit feiner Technik ausgestattet und jeder Menge Zug zum Tor, steuerte er gegen Pilsen drei Vorlagen bei.

  • Patrick Köppchen:

    Weil sich Pilsens Miroslav Indrak völlig unnötig und ebenso unsportlich dazu entschied, im Spiel seines Teams gegen Nürnberg einen Check gegen den Kopf des Tiger-Verteidigers zu fahren, fällt Köppchen vorerst wegen einer Gehirnerschütterung aus.

  • Patrick Reimer:

    Beim Top-Torjäger n der Ice Tigers ist das Visier noch nicht richtig eingestellt. Allein am Freitag vergab Reimer mehrmals aussichtsreich gegen Kloten. Im Spiel gegen Pilsen gelang ihm sein erster Treffer der Vorbereitung –allerdings in das leere Gästetor.

  • Andreas Jenike:

    Die Nürnberger Torhüter Andreas Jenike und Niklas Treutle kamen in der Vorbereitung jeweils drei Mal zum Einsatz. Jenike gewann ein Spiel, Treutle zwei. Wer in der Liga die Nase vorne haben wird, ist noch nicht entschieden.

„Wir waren in den letzten beiden Jahren immer vorne dabei und zählen definitiv zu den Topteams in Deutschland. Das Team wurde im Sommer dementsprechend erweitert, das muss sich jetzt auch einmal auszahlen für uns“, sagte er und unterstrich seine Ambitionen, den Nürnberger Eishockeysport weiter voranzutreiben.

Um sich für die Champions Hockey League zu qualifizieren, müssen die Franken entweder das Playoff-Finale erreichen, oder aber die DEL-Hauptrunde als Erster oder Zweiter abschließen. Ein machbares, wenngleich schwieriges Unterfangen, wie auch Sabo eingesteht: „Die Konkurrenz schläft nicht – Mannheim, München, Köln und Berlin haben auch dieses Ziel.“

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