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Sport aus Kelheim
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Judo

Abensberg geht als Jäger in Bundesliga

Der Rekordmeister sagt der neuen Macht Hamburg den Kampf an. Am Samstag startet der TSV bei Aufsteiger TV Erlangen.
Von Martin Rutrecht

Der TSV Abensberg – im Bild Benjamin Münnich (l.) – will die Hackordnung wieder drehen und Hamburgs Dominanz durchbrechen. Foto: Jonas Güttler/dpa

Abensberg.Hamburg ist Favorit auf den Titel – in der Fußball-Bundesliga käme dieser Spruch besonders gut. Im Judo dagegen sind die Hanseaten tatsächlich die Nummer eins der Nation. Nach den Titeln in 2016 und 2017 peilt das Judoteam (JT) Hamburg den Hattrick an. Rekordmeister TSV Abensberg – mit 20 Titeln geschmückt – schlüpft in die Rolle des Jägers. Am Samstag, 17 Uhr, sollte der erste Auftritt in der 50. Bundesliga-Saison beim TV Erlangen kein Stolperstein sein.

„Es braucht viel Leidenschaft, um sich für die Bundesliga zu motivieren.“

Fabian Seidlmeier

In seiner Jubiläums-Ausgabe geht das Judo-Oberhaus verändert an den Start. Neun Klubs bestücken die Gruppen Nord und Süd, nur der Erste und Zweite ziehen in die K.o.-Runde ein, die Halbfinale und Finale an einem Tag (3. November) vereint. „Ob die Reform erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Ein erster Wermutstropfen war der Rückzug des Traditionsteams aus Ettlingen“, sagt TSV-Teammanager Fabian Seidlmeier, der weiß: „Der Terminkalender ist vollgepackt und die Kämpfer sind weltweit im Einsatz. Es braucht oftmals viel Leidenschaft, um sich für die Bundesliga zu motivieren.“

Über Emotionen zu Siegen

Diese Begeisterung soll die zusätzliche Trumpfkarte bei Abensberg sein. „Wir wollen Emotionen reinbringen, das geht mit einer Mannschaft aus der Region für die Region“, erklärt Cheftrainer Jürgen Öchsner. Das erste Ziel ist das Erreichen des „Final Four“, wo die Niederbayern im Vorjahr im Halbfinale an Hamburg scheiterten. Vom Titel will man noch nicht sprechen. „Die Saison dauert lange und man wird sehen, was sich tut.“ Platz eins oder zwei in Gruppe Süd benötigt der TSV für das angestrebte Etappenziel.

Der argentinische Weltklasse-Athlet Emmanuel Lucenti (r.) ist neu im Aufgebot. Foto: Yonhap/dpa

Der Verlust der Leistungsträger Sven Maresch und Christopher Völk, die ihre Karriere beendeten, wiegt schwer. Die jungen Neuzugänge Falk Biedermann, Nikolas Menzl sowie Simon Glockner aus Mainburg müssen ihre Qualität erst unter Beweis stellen. Zur Riege der Legionäre gesellt sich der Argentinier Emmanuel Lucenti. An arrivierten und starken Athleten fehlt es nicht. Den Kern der Mannschaft bilden weiterhin Sebastian Seidl, Philip Graf, Manuel Scheibel, David Krämer, Marc Odenthal, Benjamin Münnich, Dominik Gerzer und Robert Dumke, der heuer das Kapitänsamt übernimmt.

Als Appetithappen auf die Bundesliga sehen Sie hier Ausschnitte aus dem Duell Abensberg gegen Großhadern in 2017:

Zum Auftakt bei Aufsteiger und Außenseiter TV Erlangen verlässt sich Abensberg auf eine rein deutsche Staffel – ohne die Leistungsträger Seidl, der weiterhin an einer Verletzung laboriert, und Scheibel, der mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs ist. „Für uns gilt bei den Franken nur ein Sieg“, sind sich Seidlmeier und Öchsner einig. Als moralische Unterstützung wird der Olympionike Seidl mit dabei sein.

Arrivierte und Youngsters vereint

Bei Erlangen bilden Dominik Röder, die Gebrüder Himmelspach und Kai Brandes das Rückgrat der Truppe. „Unsere individuelle Klasse sollte ausreichen, um den Aufsteiger auf Distanz zu halten“, sagt der TSV-Teammanager. Der Rekordchampion will vermehrt Kämpfer aus der zweiten Reihe auf die Matte schicken. So rücken am Samstag Fabian Ennerst (66 kg), Philip Ohrt (73 kg) sowie Markus und Mattias Tuscher (beide 81 kg) ins Aufgebot.

Fabian Ennerst (in weiß) darf zum Auftakt gleich als Solist die 66 kg-Klasse bestreiten. Foto: Ennerst

Neuzugang Biedermann feiert bis 60 kg seinen Einstand. Mit ihm bestückt Daniel Scheller diese Gewichtsklasse. Ennerst muss als Newcomer in seiner Kategorie gleich beide Auftritte in den zwei Durchgängen schultern. Ohrt kann auf den starken Krämer an seiner Seite zählen. Bis 81 kg wissen die Tuscher-Brüder den erfahrenen Benjamin Münnich an ihrer Seite. Der nimmermüde Dumke gibt bis 90 kg den Alleinunterhalter. Für die Klassen bis 100 kg und Schwergewicht halten sich Gerzer, Odenthal und Glockner, der vom JSV Speyer kam, parat.

Die neue Judo-Bundesliga

  • Neun Mannschaften

    finden sich jetzt in den Gruppen Nord und Süd. Bisher waren es sechs. Das Tableau wurde mit Aufsteigern und Aufrückern aus Liga zwei aufgefüllt.

  • Acht Kämpfe

    hat damit jedes Team in der Vorrunde (einmal frei). Abensberg tritt am 14. April gegen Offenbach erstmals daheim an.

  • Nur der Erste und Zweite

    der Gruppen gehen in die Entscheidung, die mit Halbfinale und Finale an einem Tag ausgerichtet wird. Das bisherige Viertelfinale fällt weg.

  • Titelverteidiger Hamburg

    hat bereits den ersten Kampf absolviert – und bei UJKC Potsdam mit 14:0 ein Ausrufezeichen gesetzt.

„Wir werden mit diesem Team die notwendigen Punkte für den Auftaktsieg holen“, ist Coach Öchsner überzeugt. „Der TSV Abensberg hält an der Marschroute fest, den Anteil an Eigengewächsen und Kämpfern aus der Region zu steigern“, ergänzt Seidlmeier. Auch mit diesem Kurs sei der Sprung unter die Top zwei im Süden zu schaffen. In den Spitzenduellen mit KSV Esslingen oder TSV Großhadern sollen freilich auch die Top-Asse des Jägers stechen.

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