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Drehwurm

Der Lauf aus der Kälte in die Sonne

Sechs Stunden lang zogen 470 Läufer in Kelheim ihre Runden. Sieger Wolfgang Theisinger machte trotz Magenweh 80 Kilometer.
Von Thomas Kreidemeier und Martin Rutrecht

  • Wolfgang Theisinger jubelte wie im Vorjahr über den Erfolg beim Sechs-Stunden-Lauf. Fotos: Kreidemeier (1)/Rutrecht (5)
  • Moderator Rudi Obermeier hatte für jeden Läufer eine Aufmunterung.

Kelheim.Minusgrade hatte es am Start. „Der Tee geht unglaublich gut, 300 Liter werden es locker sein“, taxierten die Damen von Veranstalter run & bike Kelheim. Bis zum Ende des 2. Sechs-Stunden-Laufs in der Kreisstadt stieg das Thermometer auf angenehme Plusgrade. „Da kann man nur gut drauf sein“, strahlte Bernadette Pichlmeier vom Tri-Team Geisenfeld. Insgesamt 470 Teilnehmer sah das Rennen am Sonntag, in Mannschaften bis zu zehn Mitstreitern oder Einzelläufer. Unter den Solisten vollbrachte Sieger Wolfgang Theisinger aus Regenstauf Erstaunliches: Er spulte 80 Kilometer in den sechs Stunden ab, „obwohl ich zwischendurch Magenprobleme hatte“.

„Vier Minuten mehr hätte ich noch gebraucht, dann hätte ich den Rekord von 82 Kilometern gepackt.“

Wolfgang Theisinger

Fast die 100 Kilometer knackte die Siegerstaffel des Armin-Wolf-Laufteams. 48 Runden auf der Zwei-Kilometer-Schleife um das Kelheimer Stadion brachten die Truppe in die Beine. Mit dem Abensberger Läufer und Mountainbiker Philipp Bertsch sicherte sich das zehnköpfige Team kurzfristig Ersatz für den erkrankten Teugner Tim Englbrecht. „Ich war am Vormittag noch auf dem Rad, jetzt gehe ich meine Splits an“, sagte Bertsch und gestand: „Auf dem Bike war’s anstrengender.“

Zugspitz-Ultra und 68 Marathons

Die „Wölfe“ hatten sich eine ausgefeilte Strategie zugelegt. „Immer zwei laufen zusammen 72 Minuten und wechseln dabei nach jeder Runde. Reine Laufzeit sind also für jeden 36 Minuten, das sollte jeweils zehn Kilometer ergeben“, rechnete Startläufer Christian Herold vor. Egal, ob mit Taktik oder nur zum Spaß: Gewinner waren alle unter den 46 Einzelstartern – darunter zwei Walker – und 60 Teams.

Mit einer Drohne überflog Fotograf Rainer Schneck das Gelände während des Rennens:

Ein laut Eigendefinition „Just for fun“-Teilnehmer war Manuel Palecki. Ihm diente das Rennen als Warmup für eine große Herausforderung: „Ich nehme am Zugspitz-Ultra teil, das sind 100 Kilometer und 5400 Höhenmeter. Da werde ich etwas länger als sechs Stunden unterwegs sein“, schmunzelte er. Langweilig wird Ultraläufern nie. „Ich kann brutal gut abschalten, für mich ist das ein schöner Ausgleich zum Beruf“, verriet Frank Richter, der schon 68 Marathons gefinisht hat. Und Charlie Berger fügte hinzu: „Man kann die Natur anschauen und nette Leute kennenlernen. Aber ein bisschen verrückt muss man schon sein.“

Für das siegreiche Armin-Wolf-Laufteam rannte auch der Abensberger Philipp Bertsch (r.).
Für das siegreiche Armin-Wolf-Laufteam rannte auch der Abensberger Philipp Bertsch (r.).

Vor allem das Zusammentreffen mit familiärem Charakter hebt run & bike-Vorsitzender Ferdinand Reichmann hervor, der selbst für die zweitplatzierten Gastgeber (47 Runden) auf der Strecke war. „Bei uns steht nicht die Jagd nach Runden im Fokus. Man kommt mit anderen zusammen, tauscht sich aus und macht in der Sonne ein gemütliches Päuschen.“ So auch Marion Müller von den Power Nordic Walkern aus Regensburg unter Europameister Wolfgang Scholz, die sich mit 25 Runden auf Rang eins dieser Staffeln schwangen. „Ich bin schon Oma“, lächelte die 54-Jährige, die fünf Umrundungen drehte.

„Lieber walken als verkalken“

Den Startschuss um 9 Uhr bei noch klammen Temperaturen hatte Bürgermeister Horst Hartmann gegeben. Das war auch das Signal für die run & bike-Kids Lilly Ulmer (7) und Eva Buchner (8). „Wir müssen weiter“, lächelten sie dem Reporter in die Kamera und flitzten weiter für die „Kids 1“, die es auf stolze 46 Kilometer brachten.

Eva Buchner (l.) und Lilly Ulmer rannten für die run & bike Kids 1.
Eva Buchner (l.) und Lilly Ulmer rannten für die run & bike Kids 1.

Fersengeld gab auch Bad Abbachs Landesliga-Torhüter Fabian Fuchs. „Ich laufe im Team meines Arbeitgebers Z-Fenster“, erklärte der Kicker, der nach einem Spiel am Tag zuvor erst mittags einstieg. „Acht Kilometer muss ich machen, das krieg’ ich hin.“ Ein weiterer Teilnehmer aus der Fußballwelt war der Regensburger Fifa-Schiri-Assistent Edi Beitinger, der in einem der beiden Teams von Armin Wolf antrat. Der Moderator hatte 1000 Euro Spende dabei, die wie der gesamte Reinerlös zu je einem Drittel an BRK Bereitschaft, das erkrankte Mädchen Miriam Fackler und die Jugendförderung gehen.

„Die letzten beiden Runden habe ich etwas schneller gemacht.“

Einzel-Siegerin Ulrike Mayer-Tancic (64 km)

Gut kamen die beiden Moderatoren Rudi Obermeier und Hartmuth Hoffmann an. „Lieber walken als verkalken“, gaben sie den Aktiven etwa mit. „Die beiden machen Spaß, das motiviert richtig“, sagte Nico Lovato aus Augsburg, der im Duett für „Braveheartbattle stirbt nie!“ rannte. „Dahinter verbirgt sich ein 24-Kilometer-Lauf mit Hindernissen in Bischofsheim. Eigentlich wollten wir dort starten, aber das Rennen fiel heuer aus.“ Den Abstecher nach Kelheim bereute er nicht, „eine tolle Atmosphäre hat der Lauf“.

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Sechs Stunden Lauf 2018 in Kelheim

Am Ende wurden die Läufer begeistert im Stadion empfangen, Teams rannten gemeinsam über die Ziellinie. Solosieger Wolfgang Theisinger hätte gerne noch vier Minuten mehr gehabt. „Dann wäre noch eine Runde drin gewesen und ich wäre auf die neue Bestmarke von 82 Kilometern gekommen“, sagte er. Dabei plagte er sich zwischendurch mit Magenproblemen. Der Regenstaufer pausierte nicht, sondern ging einfach. „Nach ein paar hundert Metern war ich wieder fit.“

Die Integrative Laufgruppe des LLC Regensburg war auch am Start.
Die Integrative Laufgruppe des LLC Regensburg war auch am Start.

„Relativ gut“ fühlte sich auch Einzel-Siegerin Ulrike Mayer-Tancic aus München. „Ich bin gleichmäßig durchgelaufen, nur in den letzten beiden Runden etwas schneller“, sagte die 53-Jährige – nach 64 Kilometern.

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Die Top Drei im Ziel

  • Die Einzelwertung

    führten Wolfgang Theisinger (40 Runden = 80 km) und Ulrike Mayer-Tancic (32) an. Dahinter folgten Christof Kühner (38) und Christian Peter (35) bzw. Alexandra Mitschke (31) und Eva Piehlmeier (27). Bei den Einzel-Walkern waren Siegfried Jakob (23) und Elke Hickethier (21) die einzigen Starter.

  • Im Feld

    der Fünfer- bis Zehner-Stafflen setzte sich das Armin Wolf Laufteam (48) vor run & bike Kelheim (47) und dem Triathlon Team Gewekin (46) durch. Gesondert gewertet wurden die Zweier- bis Vierer-Teams, die in der Reihenfolge TSV Greding (47), Pinky & der Brain (43) und Cool Runnings (42) einliefen.

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