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Sport aus Kelheim
Montag, 25. Juni 2018 23° 3

Nervenkitzel

Ein Drama mit Happy End für Abensberg

Babonen schlagen Kirchroth mit 2:1 und bleiben in der Bezirksliga. ATSV Kelheim und Langquaid verlieren zum Ausklang.
Von Martin Rutrecht und Alexander Roloff

Freude und Erschöpfung paarten sich beim TSV Abensberg unter „Nothelfer“-Coach Darius Farahmand (2. v. r.). Fotos: Rutrecht
Freude und Erschöpfung paarten sich beim TSV Abensberg unter „Nothelfer“-Coach Darius Farahmand (2. v. r.). Fotos: Rutrecht

Abensberg. Coach Darius Farahmand brachte es auf den Punkt. „Das war der Wahnsinn!“ In einem Abstiegsendspiel zur Fußball-Bezirksliga West sicherte sich der TSV Abensberg mit einem 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen den SC Kirchroth den Klassenerhalt, die Gäste steigen ab. Der ATSV Kelheim unterlag zum Saisonausklang dem TSV Gangkofen daheim mit 0:2 (0:2), der TSV Langquaid verlor bei ASV Degernbach mit 1:4 (1:0). Beide Landkreis-Teams waren zuvor schon gerettet.

Der glückselig machende Siegtreffer der Babonen fiel in der 89. Minute durch Daniel Hanrieder. In der Entstehungsgeschichte komprimierte sich die Dramatik der Partie: Kirchroth hätte dem TSV aus aussichtsreicher Freistoßposition einen Nackenschlag versetzen können, das Leder ging aber in die Mauer und Daniel Nutz zog im Konter auf und davon und bediente Hanrieder, der abschloss. Spieler, Trainer und Funktionäre fanden sich in einer Jubeltraube wieder.

TSV-Keeper Markus Schlauderer jubelt, während Kirchroth am Boden hockt.
TSV-Keeper Markus Schlauderer jubelt, während Kirchroth am Boden hockt.

Vor dem Anpfiff meinte TSV-Kicker Tobias Treitinger: „Wenn wir so spielen wie zuletzt, kann nichts schief gehen.“ Tatsächlich schien das Pegel früh für Abensberg auszuschlagen. In der 10. Minute vertändelte Kirchroths Abwehrspieler Valentin Kainz das Leder gegen Hanrieder und foulte den Babonen. Als letzter Mann kassierte Kainz glatt Rot. Die Heimelf nutzte die Überzahl vor 350 Fans zu ersten Chancen: David Babic (12.) wurde geblockt, Daniel Nutz (19.) zog vorbei und Hanrieder (23.) prüfte den SC-Keeper.

Laabertaler kippen in Hälfte zwei

Eiskalt schlugen aber die Gäste zur Führung zu. Ein schlecht geklärter Ball kam postwendend zurück, Fabian Bründl (29.) schoss aus der Drehung und Kirchroth lag mit 1:0 vorne. Der Rückschlag war Abensberg anzumerken. Dominik Protschka (36.) stand mit einem Volleyschuss vor dem zweiten SC-Treffer. Der Ball verfehlte das Ziel um Zentimeter. „Es war eine Grundnervosität in der Mannschaft. Nach dem 0:1 verstärkte sich die Angst vor einem Fehler“, so Farahmand.

„Wir haben verdient gewonnen – der TSV Abensberg gehört in die Bezirksliga.“

Maximilian Glamsch

Zum besten Zeitpunkt, nämlich mit dem Pausenpfiff, glich Abensberg aus. Nutz schlug über Außen samt Ball ein unwiderstehliches Tempo an, legte zu Hanrieder ab, der zu Wolfgang Wutzer weiter leitete und der schoss zum 1:1 ein. Diese Beruhigungstropfen im Pausentee taten gut.

In der 29. Minute freute sich Kirchroth noch über das 1:0 durch Fabian Bründl.
In der 29. Minute freute sich Kirchroth noch über das 1:0 durch Fabian Bründl.

Im zweiten Abschnitt erkämpften sich die Gastgeber ein Chancenplus: Keil (47.), Tobias Treitinger (64.) und Nutz (83.) hatten die besten Möglichkeiten. „Zu oft kam der entscheidende Pass nicht an“, haderte Farahmand. Dadurch war Kirchroth noch immer im Spiel. Das Drama fand aber ein Happy End für die Heimelf. „Unser Spiel war nicht wirklich gut“, so der Trainer, dem in den letzten sieben Partien als „Nothelfer“ die Rettungsmission gelang. „Es war ein Nervenspiel, wir haben verdient gewonnen – der TSV Abensberg gehört in die Bezirksliga“, sagte Spieler Maximilian Glamsch, der ein mögliches Karriereende andeutete.

TSV Abensberg gegen SC Kirchroth Bezirksliga West

Langquaid konnte seinem scheidenden Trainer Helmut Wirth kein Abschiedsgeschenk bereiten. „Nach einer sehr guten Halbzeit haben wir im zweiten Durchgang völlig den Zugriff verloren“, erklärte 2. Abteilungsleiter Dietmar Listl die 1:4-Niederlage in Degernbach. „Vielleicht waren manche mit dem Kopf schon beim anstehenden Volksfestbesuch“, schmunzelte er aber milde. Die Führung für den TSV durch Gerhard Dachs (10.) münzte der ASV nach der Pause durch Tore von Max Gerl (47.), Benedikt Gerl (60.), Vasileios Bonakis (77.) und Johannes Meiler (82.) in einen Heimerfolg um.

Kelheim verpennt Halbzeit eins

Dem ATSV Kelheim bescherte in erster Linie die matte Vorstellung im ersten Durchgang einen negativen Saisonausklang. „Wir haben zunächst nichts gezeigt, uns aber dann gefangen“, sagte ATSV-Spielertrainer Thomas Rappl.

Vor der Pause hatte der TSV Gangkofen die Highlights mit dem 0:1 von Tobias Huber (24.) und dem 0:2 von Matthias Langer (44.) gesetzt. Nach dem Seitenwechsel zeigte der ATSV mehr Einsatz und Zug zum Tor. Aus den wenigen Schusschancen sprang aber kein Treffer heraus.

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Rauf und runter

  • Meister:

    Den Titel in der Bezirksliga West holte sich der ASCK Simbach. Bei Punktgleichheit mit dem VfB Straubing, der in die Aufstiegsrelegation geht, entschied der bessere direkte Vergleich (3:0/0:0).

  • Abstieg:

    Runter in die Kreisliga müssen SC Kirchroth und TSV Gangkofen. Für Gangkofen ist es besonders bitter, weil der TSV punktgleich mit SV Hebertsfelden am direkten Vergleich scheiterte.

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