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Ringen

Johannes Mayer ist Vize-Europameister

ATSV-Aushängeschild schnappt nach dem Titel, scheitert aber im Finale nach Rückstand am „russischen Bollwerk“.
Von Alexander Roloff

Johannes Mayer hat sich in die Spitze der europäischen Ringer-Kadetten gekämpft. Archivfoto: Huber
Johannes Mayer hat sich in die Spitze der europäischen Ringer-Kadetten gekämpft. Archivfoto: Huber

Kelheim.Nach zwei Deutschen Meistertiteln hat A-Jugendringer Johannes Mayer vom ATSV Kelheim seine noch junge Laufbahn mit dem Vizetitel bei den Europameisterschaften der Kadetten im mazedonischen Skopje gekrönt. Der junge Kämpfer aus Painten startete im Freistil in der Gewichtsklasse bis 92 Kilogram.

„Ich bin mit einem sehr guten Gefühl angereist, war absolut fit und musste außerdem kein Gewicht machen“, sagt Johannes Mayer. In Begleitung seiner Mutter und seines Bruders – Papa Mayer konnte wegen einer Operation am Knie nicht mit – legte Johannes einen Erfolgszug bis ins Finale hin. Nach drei Siegen fand er schließlich im Russen Gadzhi Gamzatov seinen Meister. Mayer ging das Finale in gewohnter kämpferischer Manier an. Ein erster sauberer Beinangriff wurde jedoch von Gamzatov gekontert, der sich für diese Aktion die ersten Punkte gutscheiben lassen durfte. Mayer reagierte blitzschnell. Die Lage war rasch unter Kontrolle, aber der Rückstand von 1:4 war eine große Bürde. „Drei Punkte bei einem EM-Finale im Hintertreffen zu sein, das ist schwer aufzuholen. Jeder Ringer weiß, was man in solcher Situation tun muss“, sagt ATSV-Pressewart Stephan Hacker nach Videoanalyse des Kampfes.

Der Rückstand kostet Kraft

Folglich habe sich Mayer schwergetan, das Bollwerk des Russen niederzureißen. „Johannes kämpfte hart und zwang dem Russen noch ein paar Punkte ab, bezahlte dies jedoch beinahe mit einer Schulterniederlage“, so Hacker. Mit letzter Kraft meisterte der Jugendringer vom ATSV auch diese Situation. Allerdings war Gamzatov an diesem Tag der bessere Mann. Er siegte verdient mit 12:6. Vizeeuropameister Mayer weiß, was er geschafft hat: „Ich bin total happy über die Silbermedaille. Aber es gibt noch Luft nach oben. Ich bedanke mich bei meinen Trainern Marcel Fomroff und Marcel Ewald. Die beiden haben mich super auf jeden Kampf eingestellt.“

Csongor Knipli siegt beim Grand Prix

  • Erfolg:

    ATSV-Ringer Csongor Knipli setzte sich beim Großen Preis von Baden-Württemberg im griechisch-römischen Stil in der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm gegen die Konkurrenz durch und eroberte den obersten Treppchenplatz. „Eigentlich kämpfe ich in der Gewichtsklasse bis 63 kg. Jedoch hat mir ATSV-Trainer Helmut Wild empfohlen, in der Klasse bis 67 kg anzutreten. Hier habe ich mehr und vor allem stärkere Gegner“, begründet Knipli den Auftritt in der höheren Gewichtsklasse.

  • Turnier:

    Beim internationalen Wettkampf waren Athleten aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien am Start. Knipli wurde von ATSV-Coach Wild begleitet und besiegte in der ersten Runde den bayerischen Meister Michael Mössinger (ESV München Ost) vor Ablauf der Kampfzeit. Gegen den Schweizer Roger Heiniger drehte Knipli nach Rückstand auf und siegte erneut durch technische Überlegenheit. Auch im Finale lag Knipli mit 0:1 gegen den Schweizer Andreas Vetsch zurück, gewann aber mit 5:1.

Vor dem ersten Kampf habe Mayer noch eine leichte Nervosität verspürt. Das Lampenfieber dürfte durch das Kräftemessen mit Vasilev Karamfilkov verflogen sein. Der bulgarische Meister hatte dem Ansturm von Johannes nichts entgegenzusetzen. „Karamfilkov war echt gut, aber gegen Johannes konnte er nichts ausrichten. Der war einfach zu schnell und hatte immer noch etwas draufgesetzt“, so Pressewart Hacker.

Für den Painter Athleten war das 10:0 und die technische Überlegenheit ein optimaler Einstand ins Turnier. Kampf zwei entschied Johannes Mayer mit identischem Ergebnis für sich. Joel Hencz (Ungarn) war in allen Belangen unterlegen.

Halbfinale auf Messers Schneide

Kritisch wurde es im Kampf um den Poolsieg gegen den Ukrainer Danylo Stasiuk. Sieben Sekunden vor dem Kampfende war ein 1:1 notiert. „Ich habe Vollgas gegeben und ihm noch eine Eins verpasst. Das passierte so ziemlich mit dem Schlussgong“, erinnert sich Mayer an die packenden Sekunden.

Ein anschließend eingelegter Einspruch der Ukrainer wurde abgelehnt und Mayer zog mit 2:1 ins Finale ein. „Das war ein echt knappes Ding, aber ich war voll auf Angriff und habe Stasiuk luftmäßig kaputtgemacht. Das hat mir den Sieg gebracht. Über den Finaleinzug habe ich mich riesig gefreut.“

Johannes Mayer trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Kelheim ein. Foto: Huber
Johannes Mayer trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Kelheim ein. Foto: Huber

Zur Goldmedaille sollte es nicht reichen. Dennoch freuten sich die Kelheimer Ringerfans über den außergewöhnlichen Erfolg des jungen Talents. Nach seiner Rückkehr aus Skopje durfte sich Mayer in das Goldene Buch der Stadt Kelheim eintragen. Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann und auch Paintens Bürgermeister Michael Rasshofer gratulierten dem jungen Talent.

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