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Sport aus Kelheim
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Aufholjagd

Kapitän rüttelt Abensbergs Judoka wach

Der Rekordmeister gerät in der Bundesliga in Rüsselsheim mit 0:3 in Rückstand – und siegt dank Energieleistung noch 10:4.

Marc Odenthal (in blau) punktete zur wichtigen 4:3-Pausenführung der Abensberger. Foto: Alois Steffl
Marc Odenthal (in blau) punktete zur wichtigen 4:3-Pausenführung der Abensberger. Foto: Alois Steffl

Abensberg.Der TSV Abensberg hat in der Judo-Bundesliga-Süd seine weiße Weste gewahrt. Beim JC Rüsselsheim gewann der deutsche Rekordmeister mit 10:4. Zu Beginn sah es gar nicht gut aus. Der Gastgeber führte nach drei Duellen mit 3:0. „Da ist uns der Mund offen gestanden“, sagt TSV-Coach Jürgen Öchsner. In der Folge besannen sich die Babonen ihrer Stärke, auch angestachelt durch ihren Teamkapitän Robert Dumke.

Schon bei der Auslosung der Reihenfolge in den Gewichtsklassen war den Gästen etwas mulmig. In der 90 kg-Klasse wartete gleich Rüsselsheims großes Ass Eduard Trippel, die Nummer eins in Deutschland und U21-WM-Dritter im Vorjahr. Abensberg brachte mit dem georgischen Weltklasseathleten Zebeda Rekhviashvili einen starken Widerpart.

„Uns ist das Blut in den Adern gefroren.“

Jürgen Öchsner

Allerdings hatte der Georgier zuletzt nach einem dritten Platz bei einem Grand Slam in Ekatarinenburg wegen einer Gehirnerschütterung pausiert. Daher war er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und musste dem deutschen Vorzeigemann nach knapp vier Minuten das Feld überlassen.

Dominik Gerzer (l.) wurde zu Abensbergs „Man of the day“. Foto: Rutrecht
Dominik Gerzer (l.) wurde zu Abensbergs „Man of the day“. Foto: Rutrecht

Wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag nahm es TSV-Youngster Falk Biedermann in der Kategorie bis 60 kg mit dem Spanier Joaquín Gomis auf. Gegen den international erfahrenen Iberer wehrte sich der junge Mann nach Kräften, aber in der Verlängerung landete Gomis die entscheidende Wertung. Philip Graf (66 kg) stand nun schon etwas unter Druck. Nach einer Unachtsamkeit gegen Markus Trippel landete er durch einen Ausheber voll auf dem Rücken – 3:0 für Rüsselsheim. „Da ist der Mannschaft und mir schon das Blut in den Adern gefroren“, so Trainer Öchsner.

„Jeder muss mehr bringen“

Die letzten vier Babonen-Trümpfe in Durchgang eins mussten jetzt stechen. Und sie taten es aus. Benjamin Münnich (81 kg) trat gegen Andreas Höhl nicht spektakulär, aber effektiv auf. Sebastian Seidl (73 kg) war wieder eine Gewichtsklasse hoch gerückt und rang Tobias Schirra nach taktisch reifer Leistung den zweiten TSV-Punkt ab. Dominik Gerzer (100 kg) besiegte in all seiner Routine Nils Faßmann. Der 3:3-Gleichstand war hergestellt.

Im letzten Kampf vor der Pause mobilisierte Marc Odenthal im Schwergewicht nach einer anstrengenden Woche mit der Nationalmannschaft all seine Kräfte. Über die volle Zeit musste er gegen Patrik Moser gehen, um seinen Sieg und die 4:3-Führung unter Dach und Fach zu bringen.

Daniel Scheller (r.) leitete mit dem 5:4 die endgültige Wende ein. Foto: Steffl/Archiv
Daniel Scheller (r.) leitete mit dem 5:4 die endgültige Wende ein. Foto: Steffl/Archiv

Die Pause sollte aber keine Ruhephase für den Abensberger Tross sein, denn kaum schloss sich die Kabinentür, legte Mannschaftskapitän Robert Dumke los: „Ich vermisse die letzten 20 Prozent, die unser Team sonst ausmachen. Die muss jetzt jeder bringen!“ Die Ansage sollte fruchten, und mit drei Wechsel trugen auch die Betreuer ihren Teil dazu bei.

Das Kräftemessen zwischen Rekhviashvili und Eduard Trippel eröffnete auch Runde zwei. Wieder fand der Georgier im JC-Vertreter seinen Meister. Der Ausgleich zum 4:4 sollte aber der letzten Zähler auf der Tafel der Hausherren sein. Daniel Scheller, der bis 60 kg in Team rückte, leitete die endgültige Wende in. Gegen Maximilian Trippel, den jüngsten der drei Brüder, gewann er mit einem Armhebel. Philip Graf merzte gegen Tim Börner seine Scharte aus dem ersten Durchgang aus. Benni Münnich agierte erneut abgeklärt. Mit dem 7:4 war Abensberg ein Remis sicher.

Bis zum Schluss hoch motiviert

Aber damit wollte sich der TSV freilich nicht zufrieden geben. Der eingewechselte David Krämer (73 kg) lieferte sich mit Schirra ein enges Match. Nach der Führung für den Babonen glich der Kontrahent aus. Nun setzte Krämer unablässig nach und zwang seinen Widersacher in drei Bestrafungen, die dessen Aus bedeuteten. Mit 8:4 war der Sieg für den TSV Abensberg eingetütet.

Trotz dieses Umstands ließ sich Gerzer gegen Moser nicht auf ein Geplänkel ein und pochte mit Nachdruck auf den nächsten Zähler, den er sich nach insgesamt 6:45 Minuten über die Verlängerung holte. Den Schlusspunkt setzte Simon Glockner gegen den kraftstrotzenden Griechen Tentore Masmanidis. Am Mattenrand nickte Kapitän Dumke zufrieden. Als „Man of the day“ kürte die Truppe (namentlich Philip Graf) den Routinier Dominik Gerzer.

Vor der Sommerpause bestreitet der TSV Abensberg noch einen Heimkampf. Am 30. Juni ist der JSV Speyer zu Gast. (mar)

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