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Einsatz

Mit 48 Jahren zurück auf der Judo-Matte

Der frühere Abensberger Cheftrainer Radu Ivan will’s bei der Oldie-EM nochmals wissen. Bundesliga-Team kämpft in Rüsselsheim.
Von Martin Rutrecht

Der frühere Cheftrainer Radu Ivan (l.) kehrt für die Veteranen-EM auf die Matte zurück. Dominik Gerzer (r.) kämpft in der Bundesliga. Foto: mar/Archiv
Der frühere Cheftrainer Radu Ivan (l.) kehrt für die Veteranen-EM auf die Matte zurück. Dominik Gerzer (r.) kämpft in der Bundesliga. Foto: mar/Archiv

Abensberg.Radu Ivan steht für so manche Erfolge der Judoka des TSV Abensberg in Bundesliga und Europacup. Der frühere Coach der Babonen kämpfte selbst bei drei Olympischen Spielen – und greift nun mit 48 Jahren nochmal an: Er startet heute bei der Veteranen-Europameisterschaft in Glasgow. Seine früheren Schützlinge gehen am Samstag bei JC Rüsselsheim in ihren fünften Bundesliga-Auftritt der Saison und wollen ihre Spitzenposition in der Gruppe Süd verteidigen.

„Wenn ich schon hinfahre, will ich auch gewinnen.“

Radu Ivan

Lange überlegte der gebürtige Rumäne Ivan, ob er auf die Matte zurückkehren sollte. Seine Freunde aus der ehemaligen rumänischen Nationalmannschaft konnten ihn letztlich überzeugen. „Ich freue mich, meine früheren Weggefährten in Glasgow wiederzusehen. Wir übernachten alle in einer angemieteten Villa“, sagt der 48-Jährige, der nach seiner Cheftrainer-Tätigkeit als Betreuer in den Nachwuchsbereich des TSV wechselte.

„Das wird kein Klassentreffen“

In seiner aktiven Zeit war Radu Ivan Europa-Vizemeister und EM-Dritter, dazu nahm er dreimal an Olympischen Spielen teil (1992, 1996, 2000). Über viele Jahre stand er für Abensberg auf der Matte. In Schottland stellt sich der frühere 100 kg-Kämpe der Konkurrenz im Schwergewicht. „Ich reise nicht zu einem Klassentreffen nach Glasgow. Wenn ich antrete, will ich auch gewinnen“, erklärt er.

Als Coach brachte Radu Ivan im Jahr 2012 den Europacup-Titel mit nach Abensberg. Foto: Pieknik/Archiv
Als Coach brachte Radu Ivan im Jahr 2012 den Europacup-Titel mit nach Abensberg. Foto: Pieknik/Archiv

Bei diesen Veteranen-Titelkämpfen versammeln sich auch arrivierte Judoka, die in ihren besten Zeiten für große Erfolge standen. In Ivans Feld baut sich etwa der 2,10 Meter große Oldie-Weltmeister Jens-Peter Bischof (47) auf. Der Abensberger Routinier seinerseits ist noch immer sehr beweglich und will vor allem mit seiner Spezialtechnik Tai Otoshi (Körperseitwurf) punkten. TSV-Jugendleiter Michael Reinhold begleitet Ivan nach Glasgow.

„Als ich von dem Vorhaben erfuhr, habe ich mich sehr für Radu gefreut. Er ist ein toller Trainer, der bei seinen Schützlingen unglaublich beliebt ist“, sagt Reinhold. Ganz egal ob der dreimalige Olympiateilnehmer eine Medaille erreiche oder nicht: „Der TSV Abensberg ist jetzt schon sehr stolz auf seinen Trainer! Man muss erst mal den Mut aufbringen, nach zehn Jahren Pause wieder aktiv auf eine Judomatte zu gehen.“

Aufgehender 90-Kilo-Stern

Gut in Schwung sind die Abensberger Bundesliga-Recken. Nach dem packenden 8:6-Erfolg gegen den TSV Großhadern gilt es nun in der Opelstadt Rüsselsheim, dem dortigen JC am Samstag um 18 Uhr Paroli zu bieten. „Wir wollen mit einem Sieg Rang eins absichern und Kurs auf die Bundesliga-Endrunde nehmen“, so TSV-Trainer Jürgen Öchsner.

Die Bundesliga-Truppe des TSV (in blau Benjamin Münnich) ist auf den fünften Sieg im fünften Kampf aus. Foto: Rutrecht
Die Bundesliga-Truppe des TSV (in blau Benjamin Münnich) ist auf den fünften Sieg im fünften Kampf aus. Foto: Rutrecht

Rüsselsheim liegt zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter von der Abens, hat aber bereits einen Kampf mehr. „Wir müssen auf jeden Fall auf der Hut sein. Einzelne Judoka des Gastgebers sind brandgefährlich“, sagt Öchsner. An erster Stelle nennt er den aufgehenden 90 kg-Stern Eduard Trippel, Dritter beim Grand Slam in Paris und U21-WM-Dritter in 2017. Die Babonen tüfteln, ob sie gegen ihn den TSV-Olympioniken Marc Odenthal aufbieten oder einen Ausländer heranziehen.

„Wir haben Kontakte zu mehreren Legionären hergestellt. Ob und wer kommt, wird sich ganz kurzfristig herausstellen“, erklärt der Cheftrainer. Einige Athleten waren gerade bei Trainingslagern in Kroatien und Japan. Aus dem Abensberger Kader machten Manuel Scheibel (66 kg) und David Krämer (73 kg) die Reise nach Porec mit. „David ist bereit. Bei Manu müssen wir gucken, wie seine anstehende Wettkampfplanung aussieht.“

Mit Falk Biedermann, Daniel Scheller, Philip Graf, Krämer, Sebastian Seidl, Benjamin Münnich, Odenthal, Robert Dumke, Dominik Gerzer und Simon Glockner sollte die TSV-Besetzung in der Lage sein, im fünften Kampf den fünften Sieg zu landen.

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Favoriten sortieren sich ein

  • Vorentscheidung:

    Gewinnt Abensberg in Rüsselsheim, stehen die Zeichen beim TSV auf Einzug ins Halbfinale. Sämtliche Konkurrenten in Gruppe Süd haben bereits einmal verloren. Platz eins oder zwei wäre den Babonen kaum noch zu nehmen.

  • Vormacht:

    Auch in der Gruppe Nord kristallisieren sich schon die Teams fürs „Final Four“ heraus. Meister Hamburg fegt alle Gegner von der Matte. Das Team Judo in Holle hat als Zweiter wie die Hanseaten einen Kampf weniger als die Verfolger.

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