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Sport aus Kelheim
Donnerstag, 19. April 2018 26° 1

Schlammschlacht

Uhlig-Brüder: Weltcup statt Weihnacht

Die beiden Kelheimer Radsportler Henri und Oscar Uhlig starten in Belgien unter den Weltstars. „Das wird ein anderes Fest.“
Von Martin Rutrecht

Henri Uhlig misst sich im Gelände mit den besten U19-Fahrern. Fotos: Uhlig

Kelheim.Füße hoch legen geht nicht, im Gegenteil. Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben die Uhlig-Brüder Henri und Oscar einen Termin, der ihre Beine besonders beanspruchen wird: Die beiden jungen Radsportler des RSC Kelheim fahren zum Cyclocross-Weltcup-Rennen nach Belgien, wo an die 30 000 Zuschauer den Auftritt der Weltelite verfolgen werden.

„Allein sich von Weltmeistern etwas abschauen zu können, ist eine riesen Motivation.“

Birgit Uhlig

„Das wird heuer ein etwas anderes Weihnachtsfest“, sagt Steffen Uhlig, Papa und Trainer der beiden Youngsters aus Hagelstadt. Der Weg nach Heusden-Zolder in Belgien ist weit, aber er lohnt sich, sagt „Uhu“, „es wird ein riesen Erlebnis“.

Von den Stars haben sich Weltmeister und Lokalmatador Wout van Aert und sein Weltmeister-Vorgänger Mathieu van der Poel aus den Niederlanden angekündigt. Sie starten in der Männer-Elite, die beiden Kelheimer Vertreter bei den Junioren U19. „Wenn unsere Buben bei der Streckenbesichtigung den einen oder anderen Profi treffen und sich was abschauen können, ist das eine große Motivation“, sagt die Mama der Brüder, Birgit Uhlig.

Für Heim-Weltcup außen vor

Die Einladung an die RSC-Pedaleure vom nationalen Verband BDR kam relativ kurzfristig. Vor einem Monat herrschte noch Enttäuschung im Hause Uhlig. Der strich der Bund Deutscher Radfahrer den 16-jährigen Henri – heuer nach Ende der Straßensaison Deutschlands Nummer eins in der U17 – aus der Nominierungsliste für das deutsche Weltcup-Heimspiel in Zeven. „Von der Belastung her war das ganz gut für ihn, aber natürlich hat’s ihm nicht geschmeckt“, so der Papa. Dabei wies der Nachwuchskader-Fahrer im Radcross schon wieder sechs Rennerfolge auf.

Oscar Uhlig feierte in Nürnberg seinen ersten Sieg im Radcross.

Im Training hatten die Uhligs nach dem Sommer zunächst etwas rausgenommen. Mit 26 Saisonsiegen (Henri) bzw. zwölf Stück für den 17-jährigen Oscar fuhren die beiden Jungs in 2017 auf Anschlag. „Wir hatten damit gerechnet, dass beide mit der Form etwas nach unten rutschen. Aber auf gute Ergebnisse hofft man dennoch“, so Steffen Uhlig.

Und sie kamen: Henri, wie sein Bruder jetzt in der Junioren-Klasse U19 am Start, holte sich die Gesamtwertung der AAN-Cup-Serie mit zwei Tagessiegen sowie einem zweiten Platz. Zudem gewann er die Radcross-Veranstaltungen in Erfurt, Borna, Chemnitz und am Störmthaler See – all das binnen zwei Monaten. Oscar feierte seinen ersten Sieg bei einem Crossrennen überhaupt in Nürnberg beim AAN-Cup.

Stürze sind am Start die Gefahr

Angesichts dieser Ergebnisse und mit Top-Ten-Resultaten im Deutschland-Cup hoffte vor allem Henri auf die Nominierung für den Heim-Weltcup. Als die Absage kam, suchten die Hagelstädter den Vergleich beim internationalen Toi-Toi-Cup im tschechischen Milovice, wo die Ränge 13 für den leicht erkälteten Henri und 23 für Oscar heraus schauten.

„Ich muss den Kontakt zur Spitze herstellen, sonst ist’s vorbei.“

Henri Uhlig

Den verpassten Weltcup-Einsatz holt Henri Uhlig nun im Nationaltrikot am Dienstag in Belgien nach, Oscar wurde als Ersatzfahrer nominiert. „Selbst wenn Oscar nicht starten darf, wird er auf der traditionellen Runde trainieren. Schon das ist ein tolles Gefühl“, sagt Vater Uhlig.

Henri muss aus der letzten Startreihe ins Rennen gehen. „Ziel ist es, so weit wie möglich nach vorn zu fahren. Die ersten 30 Fahrer erhalten Weltranglistenpunkte“, sagt der 16-Jährige. Für eine WM-Nominierung müsste er unter die Top Ten – „das ist unrealistisch“. Ein unmittelbarer Kontakt zum Vorderfeld ist ausschlaggebend für eine gute Platzierung. „Aber im Cross passieren gerade in den ersten zwei Minuten einige Stürze. Wenn man abreißen lassen muss, kann man das Tempo der Spitze nicht mehr halten.“

Und ein Sprung nach Antwerpen

Tags darauf stellen sich die Brüder einer weiteren Herausforderung des Radsportweltverbandes UCI in Loenhout bei Antwerpen. Damit findet der Ausflug ins Gelände für die Uhligs aber längst nicht sein Ende. Der Höhepunkt wird die deutsche Meisterschaft am 14. Januar sein. An Weihnachten werden sich die RSC-Cracks in der Weltelite schon mal einrollen.

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Saison-Höhepunkt im Januar

  • Im Norden Deutschlands

    wird das RSC-Duo die letzten beiden Rennen zum Deutschland-Cup bestreiten. Henri Uhlig peilt eine Gesamtplatzierung unter den Top Fünf an, Oscar liebäugelt mit den ersten Zehn. Da beide einige Auftritte in dieser Serie ausgelassen haben, müssten sie für ihre Ziele viele Punkte hamstern.

  • Die deutsche Meisterschaft

    im Radcross ist für beide Burschen der Höhepunkt der Wintersaison. Ausgetragen werden die Titelkämpfe am 14. Januar in Bensheim. „Hoffentlich kommen die Jungs gesund über den Jahreswechsel, dann ist da auch eine vordere Platzierung möglich“, sagt Papa Steffen Uhlig.

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