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Sport aus Kelheim
Sonntag, 19. August 2018 32° 3

Fussball

Vier neue Bezirksliga-Trainer legen los

Niederbayerns Oberhaus startet am Freitag mit einem Abendspieltag. Das Kelheimer Quartett setzt auf neue Coaches und Jugend.
Von Alexander Roloff und Martin Rutrecht

Beim ATSV Kelheim (in grün) hat Richard Ott das Ruder übernommen. Er muss junge Spieler in die Spur bringen. Fotos: Brüssel-Archiv/ear (2)/mar (3)
Beim ATSV Kelheim (in grün) hat Richard Ott das Ruder übernommen. Er muss junge Spieler in die Spur bringen. Fotos: Brüssel-Archiv/ear (2)/mar (3)

ATSV Kelheim baut auf Talente und reaktiviert zwei Routiniers.

Beim ATSV Kelheim ist Trainer Richard Ott der Mann, der nach dem personellen Umbruch zum Saisonwechsel für die sportliche Neuausrichtung der Mannschaft verantwortlich ist. In der Vorsaison stand Ott in Diensten von Lokalrivale TSV Abensberg, ehe er sieben Spieltage vor Saisonende sein Amt niederlegte, um den Babonen einen Impuls im Abstiegskampf zu verleihen. Seine anschließend geplante Auszeit fiel kürzer als geplant aus. „Der Umbruch in Kelheim, eine junge Abteilungsführung sowie viele junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, zudem junge externe Talente waren für mich ausschlaggebend“, sagt Richard Ott, der seinen Teil dazu beisteuern möchte, „etwas Neues aufzubauen“.

Die überwiegend jungen Talente im Kader sollen durch die Reaktivierung der erfahrenen Tobias Gerst und Christian Gottschalk Unterstützung erhalten. „Nach dem Abgang des Trainergespanns sowie einem Dutzend verdienter Akteure wissen wir noch nicht, wo wir stehen. Der Kader ist sehr klein, aber wir wollen schnellstmöglich die 40-Punkte-Marke knacken. Bleiben wir von großen Verletzungsperioden verschont, dann ist das Ziel erreichbar.“ Zum Saisonauftakt gastiert am Freitagabend der FC Ergolding beim ATSV (18.30 Uhr). Die ambitionierten Gäste werden laut Ott im Lauf der Saison ihren Weg machen. „Aber wir blicken dem Saisonstart bester Dinge entgegen und wollen zuhause einen positiven Weg einschlagen.“

TSV Langquaid hört auf Ex-ATSV-Kicker und muss mit kleinem Kader auskommen.

Patrick Rauner übernimmt beim TSV Langquaid erstmals die Hauptverantwortung für die Geschicke eines Bezirksligisten. Zuletzt stand Rauner als spielender Co-Trainer in Diensten des ATSV Kelheim. Nach einjähriger Abstinenz folgte der 30-Jährige dem Ruf von Langquaids Sportlichem Leiter Franz Fuchsbrunner und fühlt sich pudelwohl. „Die Vorbereitung, war etwas kürzer, aber sie ist ganz nach unserem Geschmack verlaufen“, so Rauner. Krönender Abschluss war das 2:0 gegen Bezirksligist SpVgg Ruhmannsfelden. Die Mannschaft sei gut eingespielt, auch im Umfeld herrsche Harmonie.

„Wichtig ist, dass wir Spaß am Fußball haben.“

Patrick Rauner

Wichtige Unterstützung in der Trainingsarbeit leistet der spielende Co-Trainer Andreas Pollakowski. Als erste Aufgabe bekommen die Laabertaler am Freitagabend die hohe Hürde bei Aufsteiger SpVgg Niederaichbach (18.30 Uhr) vorgesetzt. Es folgen Heimderbys gegen ATSV Kelheim (Mittwoch, 18.45 Uhr) und TV Aiglsbach (Freitag, 19 Uhr). „Es gibt schönere Aufgaben, als den Saisonstart in Niederaichbach bestreiten zu müssen. Die Hausherren haben sich als Aufsteiger enorm verstärkt.“ Das Saisonziel möchte Rauner nicht an Punkten oder Platzierung fixieren. „Wichtig ist, dass wir Spaß am Fußball haben und eine Spielidee entwickeln.“ Als großes Manko sieht Rauner den knapp bemessenen Kader. „Wir haben viele flexible Spieler. Aber die Saison wird lange dauern. Vielleicht kommt noch der ein oder andere zu uns.“

Abensberg möchte sich mit dem Schwung aus der Rückrunde weiterentwickeln.

Auch der TSV Abensberg startet mit neuem Coach in die Saison: Der 31-jährige André Kleinknecht, zuletzt für die U17 beim SSV Jahn Regensburger verantwortlich, möchte die Qualitäten der Babonen voranbringen. Er verspürt Aufbruchstimmung: „Die Truppe ist mit dem Selbstvertrauen, das sie sich im erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg erobert hatte, in die Vorbereitung gestartet und hat mit vollem Elan mitgezogen. In den Vorbereitungsspielen konnte sich das Team bereits ein Stück weiterentwickeln.“

„Die Truppe hat im Abstiegskampf Selbstvertrauen gewonnen.“

André Kleinknecht

Diesen Prozess soll die Mannschaft weiter fortsetzen. „Unser Hauptziel ist es, die Mannschaft vorwärts zu bringen und dabei möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“, sagt Kleinknecht. Er möchte die Mannschaft in einer aktiven Rolle sehen – „egal ob wir in Ballbesitz sind oder gegen den Ball spielen“. Die Voraussetzungen, um die gesteckten Ziele zu erreichen seien gegeben. Die Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung funktioniere und auch mit der zweiten Mannschaft herrsche ein guter Austausch. Mit Jonas Kuffer (SG Abensberg), Marius Sturm (SV Attenhofen) und Andreas Mühlbauer (SG Siegenburg/Train) verstärken junge Spieler den Kader. Zum Saisonauftakt daheim gegen Aufsteiger FC Bonbruck-Bodenkirchen (18.30 Uhr) fehlen die verletzten Daniel Bauer und Peter Schöttl. „Gegen den Aufsteiger werden wir bereits unsere gesamte Qualität auf den Platz bringen müssen“, so Kleinknecht.

Aiglsbach hat den Abstieg aus der Landesliga gut verdaut – und kriegt Zuwachs.

Von Abstiegsblues keine Spur: „Ich habe eine positive und intakte Mannschaft vorgefunden“, sagt der neue Aiglsbacher Trainer Benjamin Flicker (31), der beim FC Ingolstadt als stellvertretender Leiter der Schanzer Fußballschule arbeitet. Schrammen hat die schwere Saison dennoch hinterlassen, „zum Vorbereitungsstart hatten wir zwölf Spieler“. Mittlerweile sind die Wehwehchen auskuriert und auch Fabian Rasch und Georg Gröber-Lex stiegen diese Woche wieder ein. Mit einer Verletzung fällt allerdings Torwart Thomas Attenhauser länger aus. Nach Problemen mit der Bizepssehne muss er sich operieren lassen („Vor der Rückrunde rechnen wir nicht mit ihm“). Die Hallertauer handelten auf dieser Position und holten Julian Meier (SG Peising/Bad Abbach II) als Ergänzung zu Andreas Schmidt.

„Wir wollen drei Punkte zum Start zuhause.“

Benjamin Flicker

Neu im Kader ist auch Mittelfeldspieler Andre Bräuning vom A-Klassisten SV Schwaig. „Er kann einen riesen Sprung machen“, sagt Flicker über ihn. Anfang August wird ein weiterer Spieler zum TVA stoßen: Verteidiger Luis Dunkes kickte für den ASV Neumarkt in der U19-Bayernliga. Er macht jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ingolstadt und läuft für Aiglsbach auf. Die Abgänge Jonas Greth (VfB Eichstätt), Florentin Seferi (FC Ergolding) und Andreas Müller (Spielertrainer TV Münchsmünster) muss die Truppe kompensieren. „Unsere Testspielergebnisse waren sehr gut. Wir freuen uns auf den Start mit einem Heimspiel.“ Um 19.30 Uhr gastiert am Freitag die DJK Altdorf. „Wir wollen ein Erfolgserlebnis – also drei Punkte“, so Flicker.

Die Frage nach dem Favoriten: VfB Straubing wird hoch gehandelt

Für die Trainer aus dem Kelheimer Fußballgäu läuft das Titelrennen in der Bezirksliga West auf ein Duell zwischen VfB Straubing und TV Aiglsbach hinaus. Straubing, wo der frühere SSV Jahn-Jugend-Coach Gregor Mrozek (Bild) als Trainer anheuerte, hat erneut große Anstrengungen auf dem Transfermarkt unternommen. Landesliga-Absteiger Aiglsbach verfügt über eine gewachsene Mannschaft. „Uns zum Favoritenkreis zu rechnen, wäre aber überheblich“, so Trainer Benjamin Flicker, der die „Top Fünf“ anstrebt. Kelheims Coach Richard Ott zählt wie Abensbergs André Kleinknecht auch den FC Dingolfing zu den Topkandidaten. Langquaids Patrick Rauner hat FC Ergolding und TSV Vilsbiburg als weitere Aspiranten auf den Titel auf dem Schirm. Flicker sieht es ebenso.

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