MyMz

Dominanz

Abensberg im Bundesligafinale

Witten kann die TSV-Kämpfer nicht aufhalten. Der Viertelfinalrückkampf war mit 9:3 für die Gastgeber in heimischer Halle eine klare Sache.
von Wolfgang Abeltshauser, mz

  • Dimitri Peters hatte seinen Gegner Stefan Langwald fest im Griff.Fotos: Abeltshauser
  • Gerhard Zeitler zeigte gegen Nicki Craczyk eine starke Leistung.
  • Der Nachwuchs ging im Vorkampf engagiert zu Werke.

abensberg. Am Ende des Tages stand das erwartete sportliche Ergebnis in Abensberg fest: Die Bundesliga-Judoka des TSV Abensberg hatten den Viertelfinalgegner SUA Witten auch im Rückkampf im Griff. Die Gastgeber siegten mit 9:3 (Unterbewertung 82:19). Es ging diesmal aber nicht nur um das nackte Ergebnis in der Josef-Stanglmeier-Halle.

Die Atmosphäre stand im Vordergrund des Wettkampftages. Für die Atmosphäre sorgten schon einmal die Besucher. Sie hatten am Wochenende die Einladung, Bundesliga zum Nulltarif zu genießen, zahlreich angenommen. Sie sparten auch nicht mit Applaus.

Stars von Morgen zeigen Einsatz

Die Zuschauer bekamen vorgeführt, dass der Plan, den seinerzeit Otto Kneitinger gebastelt hatte, aufgegangen ist. Mit international bekannten Athleten solle der sportliche Nachwuchs der Region für das Judo interessiert werden. Und so standen erst einmal die Kämpfer im Mittelpunkt, die den TSV vielleicht in zehn Jahren in der Bundesliga oder dem Europacup vertreten werden.

An die 50 Kinder und Jugendliche gestalteten am Samstag das Vorprogramm. Sie führten typische Trainingseinheiten vor und anschließend einen rund einstündigen Schaukampf. Dabei zeigte der Nachwuchs großen Ehrgeiz. Angst vor einem Gegner mit einem höheren Gürtelgrad? Fehlanzeige! Die Kleinen durften als Belohnung gemeinsam mit den Bundesligakämpfern einlaufen.

Wie gesagt, es herrschte eine gute Atmosphäre in der Josef-Stanglmeier-Halle. Kein Wunder, denn Abensberg und Witten sind seit längerem einander freundlich verbunden. So gab es erst einmal Geschenke: Otto Kneitinger versorgte den Trainer des Gegners Andreas Reeh mit schmackhaften Abensberger „Hopfentee“. Reeh stand am Samstagnachmittag das letzte Mal in dieser Funktion am Mattenrand. Die Wittener revanchierten sich mit einem kleinen Judoengel aus Holz.

TSV lässt keine Zweifel aufkommen

Dann war aber Schluss mit den Schmeicheleien. Auf der Matte zeigten die Abensberger schnell, wer Herr im Haus ist. Der Fokus lag dabei vor allem auf den jungen heimischen Athleten. Sie zeigten durch die Bank gute und engagierte Leistungen. Zum Beispiel Gerhard Zeitler. Mit Nicki Craczyk hatte er es immerhin mit einem Teilnehmer der jüngsten Europameisterschaften zu tun. Ab der Mitte des Kampfes hatte Zeitler seinen Gegner im Griff und siegte mit zwei rasch aufeinanderfolgenden Techniken vorzeitig.

Auch Manuel Scheibel hatte einen bereits erfahrenen Gegner vor der Nase. Marcel Haupt hatte aber nach einem ansatzlosen Wurf des Abensbergers das Nachsehen. Den Wazari verteidigte Scheibel anschließend biszum Ende. Fabian Seidlmeier zeigte gegen Stefan Oldenburg viel Einsatz, konnte aber einen Rückstand nicht mehr aufholen.

Ein Wazari entschied

Viel Applaus gab es für David Krämer. Der junge TSV-Recke gab seinen Bundesligaeinstand. Was gegen den etablierten Kämpfer Manuel Müller nicht so einfach war. Lange Zeit bot Krämer dem Kontrahenten keine Möglichkeit zum Ansatz einer Technik. Im letzten Kampfdrittel holte sich Müller dann doch den kampfentscheidenden Wazari.

Besonderen Einsatz zeigten die beiden Abensberger Sebastian Seidl und Philipp Graf. Beide waren am Tag zuvor noch bei einem European-Cup-Turnier in Schweden erfolgreich im Einsatz. Seidl hatte trotzdem noch genügend Kraft, um Christopher Köllner in drei Minuten zu besiegen. Nicht so gut lief es dagegen für Philipp Graf. Grafs Einsatz gegen Marcel Haupt reichte nicht zum Sieg.

Gegen den Niederländer Robby van Laarhoven gab es für Robert Dumke zweimal ein Unentschieden. Die restlichen Punkte holten Sven Maresch, Dominik Gerzer, Christopher Völk sowie die Medaillengewinner Dimitri Peters und Andreas Tölzer.

Apropos Andreas Tölzer. Bei ihm sind wir wieder bei der guten Atmosphäre in der Josef-Stanglmeier-Halle angelangt. Tölzer scheint die Abensberger Luft wirklich zu genießen. Frühzeitig war der Koloss in der Halle und hatte nicht nur einen Blick für die Vorkämpfe der kleinen Athleten. Er nahm sich Zeit für ein Pläuschchen hier und da.

Für den Chef vom Fanclub Ernst Hueber gab es sogar eine kräftige Umarmung. Und selbstverständlich hatte er auch nette Worte für den Gegner parat. Nicht nur für dessen Trainer, sondern auch für Gegner Marcello Greco. Allerdings erst, nachdem er ihn zweimal in dessen Schranken verwiesen hatte.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht