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Judo

Abensberger Youngster greift bei WM an

Judoka Kevin Abeltshauser (17) will sich in Kasachstan nicht verstecken. Bundesliga-Team rüstet sich für nächsten Einsatz.
Von Martin Rutrecht

Der „Omschberger“ mit Rastalocken: Kevin Abeltshauser (l.) will sich bei der U18-WM von seiner besten Seite zeigen. Foto: Christian Kahler
Der „Omschberger“ mit Rastalocken: Kevin Abeltshauser (l.) will sich bei der U18-WM von seiner besten Seite zeigen. Foto: Christian Kahler

Abeltshauser.Kevin Abeltshauser hatte nach dem Bundesliga-Erfolg des TSV Abensberg gegen KSV Esslingen gerade noch Zeit, die Faust jubelnd in die Höhe zu strecken – dann musste er sich eilen. Schon am Donnerstag ist der 17-jährige Judoka aus der Babonenstadt bei der U18-WM in Kasachstan im Einsatz. Nachdem es bei den Europaspielen im Juli nicht klappte, kündigt der Youngster an: „Ich will bei der WM zeigen, was ich kann.“

„Ich bin auch gespannt auf die Kultur des Landes.“

Kevin Abeltshauser

Brauner Teint, schwarze Rastalocken: Der gängigen Vorstellung eines bayerischen Buam entspricht der Schüler des Johannes-Nepomuk-Gymnasiums Rohr nicht. Seine Mutter stammt aus Nigeria. Dennoch ist Kevin Abeltshauser „Omschberger“ durch und durch. Für die TSV-Judoka gab er schon ein erfolgreiches Bundesliga-Debüt, den Klub vertritt er europaweit mit guten Ergebnissen.

Team-Bronze bei den Europaspielen

Einzig beim Europäischen Olympia-Jugendfestival (EYOF) im Juli in Baku gingen seine Hoffnungen nicht auf. Im Wettstreit der besten Youngsters des Kontinents schied er in der ersten Runde aus. Team-Bronze mit der deutschen Mannschaft war nur ein schwacher Trost. Aber der kleine Dämpfer ist überwunden. „Auch wenn es für mich nicht so gelaufen ist, weiß ich immer noch, dass ich mich bei der WM nicht verstecken muss“, sagt der 17-Jährige.

Am WM-Gipfel würde Kevin Abeltshauser auch gerne stehen. Foto: Abeltshauser
Am WM-Gipfel würde Kevin Abeltshauser auch gerne stehen. Foto: Abeltshauser

Bessere internationale Auftritte in diesem Jahr geben ihm diese Zuversicht. Und auch das Vertrauen von Bundestrainer Bruno Tsafack. Er nominierte Abeltshauser trotz der EYOF-Pleite. Abensbergs Nachwuchscoach Peter Dremow ist überzeugt: „Kevin will beim Wettkampfhöhepunkt nun zeigen, was in ihm steckt.“

Die Auslosung juckt ihn nicht

Wie zumeist ist der junge Recke guter Dinge und richtet den Blick auch über die Judo-Matte hinaus. „Auf Kasachstan bin ich gespannt. Ich bin neugierig, was wir aus der Kultur dieses Landes für uns mitnehmen können.“ Der U18-WM-Schauplatz liegt auf 1000 Metern Höhe. „Ich denke, wir werden auch mal in die Stadt gehen.“ Auch das Wetter checkte er schon vorher: „angenehm mild und warm“.

Zuvorderst gilt die ganze Konzentration seinem Auftritt am Donnerstag. Nach der Ankunft mit dem DJB-Tross in der Nacht auf Montag stand nach einem Lokalaugenschein in der Wettkampf-Halle und einem kurzen Einkauf eine Akklimatisierungseinheit mit Laufen und Dehnen an. „Am Abend gingen wir gemeinsam essen.“

Kevin Abeltshauser zeigte unserem MZ-Reporter in der „Mitgemacht“-Serie, wie Judo richtig geht:

Judo: Ein Griff - und es hat Wums gemacht

Die knochenharte Vorbereitung liegt hinter den deutschen Kader-Athleten. „Im August waren wir eine knappe Woche in Hannover zusammen, die unmittelbare Wettkampfvorbereitung gab’s Mitte September in Berlin“, schildert Abeltshauser, der dazu täglich in Abensberg oder München auf der Matte steht. „Das komplette Team hat sich in Berlin am Olympiastützpunkt getroffen, auch um den Gemeinsinn zu stärken.“

„Offenbach darf kein Stolperstein sein.“

Radu Ivan

Von der Auslosung in seiner-66 kg-Klasse will der Hoffnungsträger nichts wissen. „Die schaue ich mir erst am Donnerstag an.“ So viel sei verraten: Zum Auftakt wartet ein Bulgare, der in der U18-Weltrangliste einige Plätze hinter Abeltshauser (Nr. 45) liegt. „Bei einer WM spielt das Ranking keine Rolle, da zählen Faktoren wie die Tagesform“, so der Abensberger. In jedem Fall sind „alle guten Nationen der Welt vertreten. Ich möchte gutes Judo zeigen und blicke von Kampf zu Kampf.“ Live sieht man die Auftritte am Donnerstag ab 6 Uhr unserer Zeit in einem Stream des Weltverbandes (live.ijf.org).

Dezimiert nach Offenbach

Ohne ihren Youngster muss Abensbergs Bundesliga-Garde am Samstag, 17 Uhr, im vorletzten Vorrunden-Duell beim JC Samurai Offenbach auskommen. In diesem Nachholkampf kann der Rekordmeister sein Endrunden-Ticket klar machen. Noch müssen die Babonen in der Süd-Gruppe den zweitplatzierten JSV Speyer überholen, der aber keine Einsätze mehr hat. „Die Aufgabe in Offenbach ist sicherlich machbar“, gibt sich TSV-Coach Radu Ivan selbstbewusst.

Kinder freuen sich

  • Heimkampf:

    Die jüngsten Athleten im TSV Abensberg aus der U10 und U12 gehen am Samstag in die niederbayerische Einzelmeisterschaft. In heimischer Halle dürfen die jungen Judoka antreten.

  • Teamgeist:

    In Moosburg steigt am Sonntag die bayerische Vereinsmeisterschaft der U14. Hier stellt der TSV eine männliche und eine weibliche Mannschaft und hofft auf erfolgreiche Vorstellungen.

Neben Abeltshauser fehlen aber weitere Athleten im Aufgebot. Vor allem die „Großhaderner Fraktion“ im Abensberger Kader stellt sich einem European Open in Luxemburg. „Aber die Ausfälle sollten wir kompensieren können“, so Ivan. Offenbach hat erst einen Sieg – gegen die Niederbayern soll sich das nicht ändern.

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