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Rad-Spektakel

Andi Birnbacher tritt beim „Race24“ an

Der deutsche Biathlon-Star und mehrfache WM-Medaillen-Gewinner kommt nach Kelheim – und bringt auch einen Olympia-Dritten aus Tschechien mit.
Von Martin Rutrecht

Das Gewehr wird er nicht dabei haben, aber sein Rad-Dress: Andreas Birnbacher. Foto: dpa

Kelheim.Klaus Roithmeier war kaum zu bremsen. Wie aufgezogen lief er auf und ab. „Wenn der kommt, das wird ein Kracher! Das ist ein Superstar!“, wiederholte der Vorsitzende des RSC Kelheim unaufhörlich. Den Namen des Spitzensportlers, der die Kreisstadt als Aktiver beim 24-Stunden-Radrennen („race24“) am 12./13. Juli beehren wird, wollte der Cheforganisator noch nicht rauslassen. Einen Tag später war’s raus: Der deutsche Biathlet Andreas Birnbacher (32) – sechsfacher WM-Medaillen-Gewinner, Sieger in sieben Weltcup-Rennen und Gesamtweltcup-Sieger im Massenstart (2011/12) – wird mitkurbeln, wenn sich Mitte Juli über 1000 Starter zur Rundenhatz über den „Col de Stausacker“ aufmachen werden.

Die ganz treuen Fans des 24-Stunden-Rennens werden es wissen: Birnbacher war schon einmal am Start, zusammen mit einem gewissen Michael Greis (und sie siegten auch). „Die Burschen waren damals kaum bekannt, Greis wurde erst Jahre später dreifacher Olympiasieger“, weiß Mario Felgenhauer, dem es zu verdanken ist, dass der Skijäger vom Chiemsee in die Kreisstadt zurückkehrt. Felgenhauer ist Team-Manager der Truppe „xc-ski.de“, die seit sieben Jahren am Kelheimer Spektakel teilnimmt. Meist firmierte die Truppe, die ursprünglich aus dem Bayerischen Wald stammt, als Team Löffler.

Im Laufschritt auf Bergtour

Hinter „xc-ski.de“ verbirgt sich die größte Langlauf-Plattform Deutschlands. „Das Ganze ist entstanden, als Langlauf noch nirgends auf dem Zettel stand“, erklärt Felgenhauer. Dank Erfolgen von Aushängeschildern wie Axel Teichmann und Tobias Angerer wurde das Projekt immer größer. „Teil unserer Idee ist, bei besonderen Ausdauer-Veranstaltungen teilzunehmen, sei es im Skimarathon – eher bekannt als Volkslangläufe – oder eben beim 24-Stunden-Rennen“, sagt der 33-Jährige aus Bodenmais. Dem Ereignis in Kelheim macht er ein riesen Kompliment: „Diese Sache begeistert uns von Jahr zu Jahr immer mehr.“

Deshalb sprach Felgenhauer auch Andi Birnbacher („Als Jugendlicher hab’ ich mit ihm Biathlon-Rennen bestritten“) wegen des Spektakel schon vor zwei Jahren mal an. „Das war im Vorfeld von Olympia in Sotschi. Da hatte Andi erwartungsgemäß keine Minute Zeit.“ Nach dem abgelaufenen Weltcup-Winter unternahm der Teammanager einen neuen Anlauf – und es klappte. „Nach den Spielen sind die Athleten in ihren Trainingsmöglichkeiten freier, das heißt, sie können nach eigenem Belieben öfters aufs Rad steigen oder zum Joggen gehen.“ Und, schickt Felgenhauer nach, „Birnbacher ist ein exzellenter Radfahrer“.

Derzeit trainiert der Schützling von Fritz Fischer zu Hause in Ruhpolding. Im deutschen Elitelager ist Birnbacher – der am Mittwoch wegen einer fünfstündigen Bergtour mit seiner Stützpunkt-Gruppe im Laufschritt (!) nicht erreichbar war – in den B-Kader abgerutscht. Für den Weltcup im nächsten Winter ist er damit nicht gesetzt, aber er hat schon einen Startplatz beim IBU-Cup-Auftakt fix, wo er ein Ticket für die große Bühne lösen kann.

Tour de France-Fünfter als Trumpf...

Die Kelheimer Konkurrenz muss sich warm anziehen, wenn Birnbacher und Co. auftauchen. Die Mitstrampler des Biathlon-Asses sind nicht irgendwelche Cracks – es sind weitere Weltmeister und gar ein Olympia-Dritter im nordischen Sport. Mit besagten olympischen Lorbeeren reist der tschechische Langläufer Martin Jakš an. Mit der 4 x 10 Kilometer-Staffel seines Heimatlandes holte er 2008 bei den Spielen in Vancouver Rang drei. Im selben Jahr war er auch U 23-Weltmeister über 15 Kilometer Klassik.

Ebenfalls ein Weltmeister im Aufgebot ist der junge Deutsche Markus Weeger. Er gewann 2011 Junioren-WM-Gold im Skiathlon und gilt als möglicher Epigone der Generation Angerer, Teichmann, Filbrich. Und last but not least sind da Thomas Freimuth, der seit der ersten Teilnahme 2008 immer dabei ist, seines Zeichens Skimarathon-Europameister 2012, sowie Olaf Schober. Er war als Junior Deutscher Langlauf-Meister mit der Staffel. Und hat sich in den letzten Jahren dem Radsport verschrieben. „Gefürchtet wird er vor allem am Berg“, sagt Mario Felgenhauer.

Der Teammanager kündigt an, dass man mit dieser Truppe selbstredend um den Sieg mitstrampeln möchte. Und wenn’s nichts wird, hätte man für weitere Angriffe noch ein Ass im Ärmel: Der Schwager des Langläufers Jakš heißt Roman Kreuziger – der Rad-Profi war 2013 Gesamt-Fünfter der Tour de France.

Modus: Das 24-Stunden-Radrennen wird heuer vom 12. (Start 14 Uhr) bis 13. Juli (Zielschluss 14 Uhr) ausgetragen. In diesem Zeitrahmen können Teams – maximal fünf Starter – und Einzelfahrer Runden auf der 17-Kilometer-Schleife über Befreiungshalle, Essing und zurück in die Kreisstadt drehen.

Andrang: Veranstalter RSC Kelheim zählt aktuell rund 130 Solisten (davon elf Damen) sowie 180 Mannschaften. Das ergibt rund 1000 Teilnehmer.

Hashtag: Die Organisatoren haben den offiziellen Hashtag „#race24KEH“ ausgegeben. Die Verschlagwortung soll die Suche nach Artikel-Einträgen auf Homepages und in Sozialen Netzwerken vereinfachen.

Anmeldung und weitere Infos: www.race-24.de

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