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Begeisterung

ATSV-Ringer stecken nicht auf

Mit einer Rumpftruppe zwingen die Kelheimer den Tabellendritten an den Rand einer Niederlage. Trotz Heimpleite wird gefeiert.
Von Alexander Roloff

Der Kelheimer Bence Juhasz (in Rot) hatte Christopher Rippl beinahe geschultert, musste sich aber mit drei Punkten abfinden. Foto: Alfred Huber
Der Kelheimer Bence Juhasz (in Rot) hatte Christopher Rippl beinahe geschultert, musste sich aber mit drei Punkten abfinden. Foto: Alfred Huber

Kelheim.Die Ringer vom ATSV Kelheim bezogen am vorletzten Kampftag der Oberliga Nord eine 15:17-Heimniederlage gegen den Tabellendritten TSV Burgebrach. Ungeachtet der Niederlage durfte die Truppe von Trainer Helmut Wild im Anschluss den bereits in der Vorwoche gesicherten Klassenehralt mit den Fans feiern. Die Tatsache, dass gegen Burgebrach nur sieben Kämpfe ausgetragen wurden – der ATSV konnte in zwei Gewichtsklassen nicht antreten, die Gäste mussten einmal passen – tat der Qualität der gezeigten Leistungen keinen Abbruch.

„Dieser Abend war sicherlich ein Highlight. Es fanden zwar nur sieben Kämpfe statt, aber die hatten es in sich“, erklärt Stephan Hacker, Pressewart der Ringerabteilung vom ATSV Kelheim. Im abschließenden Hallenfest sei das Erreichen des mit Klassenerhalt gesteckten Saisonziels ausgiebig gefeiert worden. Vor der Party war aber harte Arbeit gegen den Tabellendritten Burgebrach angesagt. Angesichts der Verletzungsproblematik stellte sich Außenseiter Kelheim auf ein sehr schweres Tagwerk ein. Daniel Ritter (Freistil, 130 kg) konnte verletzungsbedingt nicht antreten. Sein Ersatz Korbinian Knauf konnte ebenfalls aufgrund einer Verletzung nicht ringen, ging aber zumindest über die Waage.

Doppeltes Verletzungspech

Die vier Punkte musste Knauf seinem Gegner Jens Borowski dann aber kampflos überlassen. Für Knauf sollte Dietmar Malkin im Freistil bis 86 Kilogramm antreten. Doch Malkin konnte nicht einspringen und weitere vier Zähler gingen kampflos an die Gäste.

„Vor der Waage habe ich mir gedacht, dass wir heute Abend eine richtige Klatsche bekommen“, befürchtete ATSV-Coach Helmut Wild eine deutliche Abfuhr. Immerhin waren die Gäste in Topbesetzung angetreten. Den Befürchtungen des Trainers zum Trotz lieferte sich der kampfbereite Teil des ATSV-Teams ein hartes Gefecht.

Leichtes Spiel hatte Ben Böswald (gr.-röm., 57 kg), der seine vier Punkte kampflos kassierte. Burgebrach glich im Gegenzug durch den Nichtantritt Knaufs aus. Bence Juhasz (Freistil, 61 kg) eröffnete den Kampfreigen gegen Christopher Rippl. Der Gegner leistete erbitterten Widerstand, doch Juhasz zog auf 11:3 davon. Kurz vor der Entscheidung wurde der Kampf aufgrund einer blutenden Wunde Rippls unterbrochen. Nach Ablauf der Kampfzeit blieb es schließlich bei drei Teampunkten für Juhasz.

Freistilspezialist Johannes Mayer (gr.-röm., 98 kg) bekam mit dem Ungarn Patrik Szabo einen Meister im klassischen Stil vorgesetzt. Mit 1:14 fiel die Niederlage deutlich aus, doch Mayer hatte am Ende mehr Power und größere Ausdauer zu bieten. Es fehlte nur die Zeit, um den nachlassenden Szabo auf die Schultern zu zwingen.

Beim Zwischenstand von 7:11 lieferten sich Csongor Knipli (gr.-röm., 66 kg) und der Rumäne Dragos Cimpanu einen schönen Kampf. Knipli wurde seiner Favoritenstellung gerecht, indem er Cimpanu schulterte. Andreas Schmidt (Freistil, 71 kg) musste in einem hart geführten Fight seinem Gegner Josef Giehl mit 4:11 zwei Mannschaftspunkte überlassen.

Der ATSV bleibt im Rennen

Zwischen Mike Fischer (gr.-röm., 80 kg) und Dominik Winkler entwickelte sich ein packender Kampf. Fischer führte gegen den klaren Favoriten mit 6:0, ehe Winkler das Blatt wendete und in Führung ging. Kurz vor Ende der Kampfzeit gelang Fischer die siegbringende Technik, die einen Mannschaftspunkt für Kelheim einbrachte.

In einem weiteren Topduell standen sich Felix Henneberger (gr.-röm., 75 kg) und Felix Pflauger gegenüber. Der körperlich überlegene bayerische Vizemeister Pflauger kam nicht mit Hennebergers Kampfstil zurecht. Henneberger holte mit 16:6 drei überraschende Teampunkte für Kelheim.

Der letzte Kampftag

  • Außenseiter:

    Ihren letzten Saisonkampf in der Oberliga Nord tragen die Ringer vom ATSV Kelheim beim Spitzenreiter AC Lichtenfels aus. Der Tabellenführer hat bisher alle 13 Saisonkämpfe erfolgreich bestritten,

  • Vergleich:

    In der Hinrunde behielt Lichtenfels mit 18:11 die Oberhand. Verliert der ATSV erneut, könnte der siebtplatzierte ASV Hof in der Tabelle am ATSV vorbeiziehen.

Vor dem Schlussfight zwischen Johannes Mayerhofer (Freistil, 75 kg) und Yunier Castillo führte der ATSV mit 15:13. Mayerhofer hielt in Durchgang eins stark dagegen. Aufgrund seiner Knieverletzung war die technische Überlegenheit des Spaniers im zweiten Durchgang aber verdient. Die vier Zähler im finalen Kampf brachten Burgebrach schließlich den Sieg ein.

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