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Fusion

Biburg und Wildenberg gehen Ehe ein

Die Fußballer von SSV und TSV gründen Spielgemeinschaft – und wollen drei Teams stellen. Trainersuche verläuft schwierig.
Von Martin Rutrecht

Der TSV Wildenberg (schwarz-weiß) – im Bild im Duell mit der SG Siegenburg/Train – wird ab der neuen Saison gemeinsam mit SSV Biburg die Fußballschuhe schnüren.
Der TSV Wildenberg (schwarz-weiß) – im Bild im Duell mit der SG Siegenburg/Train – wird ab der neuen Saison gemeinsam mit SSV Biburg die Fußballschuhe schnüren. Archivfoto: Kahler

Wildenberg.Der Fußball hat die Zeiten mit einem schier unerschöpflichen Spielerreservoir hinter sich. Mehr und mehr Vereine haben Mühe, auf eigenen Beinen zu stehen, nicht nur im Jugendbereich, wo es sich an den Juniorenfördergemeinschaften (JFG) ablesen lässt. Im Herrenbereich werden ab der neuen Saison der TSV Wildenberg und SSV Biburg gemeinsam auflaufen. Die beiden Klubs heben eine Spielgemeinschaft (SG) aus der Taufe. „Lieber jetzt schon reagieren, als noch zwei Jahre zuwarten“, sind sich TSV-Abteilungsleiter Franz Stadler und SSV-Pressewart Sven Zwerger einig.

„Wir hätte noch zuwarten können, aber irgendwann ist der Zug abgefahren.“

Franz Stadler

Der Anstoß ging von den Wildenbergern aus. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, vernünftige Mannschaften aufzustellen“, sagt Stadler zur Situation beim A-Klassisten. In der laufenden Spielzeit bekomme man oft nur notdürftig eine Reserve mit elf Mann zusammen. „Und das macht wenig Spaß. Sicher, eine erste Truppe könnten wir noch zwei, drei Jahre aufbieten. Aber irgendwann ist der Zug abgefahren, weil andere Spielgemeinschaften entstehen werden und mancher Verein ohne möglichen Partner um seine Zukunft bangen wird.“ Daher habe man Ende Oktober einen ersten Kontakt zu Biburg gesucht. „Der SSV hatte uns vor Jahren schon mal auf das Thema angesprochen.“

Insgesamt stehen 45 Spieler parat

Fast deckungsgleich ist die Situation bei Kreisklasse-Aufsteiger Biburg. „Eine einzige Mannschaft könnten wir noch mehrere Jahre führen, aber die Spieler werden nicht jünger und den großen Schwung aus der Jugend werden wir nicht kriegen“, sagt Zwerger. Als der TSV-Abteilungsleiter anrief, habe man gerne den Faden aufgenommen. „Wenn so ein Verein wie Wildenberg kommt, muss man schon gut überlegen, ob man absagt.“ Denn auch für den Biburger Pressewart liegt auf der Hand: „Irgendwann werden Spielgemeinschaften gang und gebe sein und da sollte man nicht warten, bis keiner mehr übrig ist.“

In beiden Vereine wurden die Spieler nach ihrer Meinung zum Vorhaben gefragt. „Alle waren dafür. Einige Jungs kennen sich bereits aus der JFG Hallertau. Auch das war mit ausschlaggebend“, so Stadler und Zwerger. In der JFG sind Wildenberg, Biburg sowie TSV Rohr und SC Kirchdorf zusammen gespannt.

Im Sommer 2015 präsentierte sich der SSV Biburg stolz als Meister. Nun geht der Verein den Bund der Ehe mit TSV Wildenberg ein.
Im Sommer 2015 präsentierte sich der SSV Biburg stolz als Meister. Nun geht der Verein den Bund der Ehe mit TSV Wildenberg ein. Foto: Archiv

Ein Kreis mit Stadler und seinem Stellvertreter Dennis Gottschalk sowie von Biburger Seite Abteilungsleiter Mario Förch, dessen Vize Ralf Kroneisen und Coach Daniel Ille zurrten die SG fest. „Wir waren uns ziemlich schnell einig“, so die federführenden Männer. Insgesamt bringen die beiden Fußball-Abteilungen rund 45 Spieler zusammen. „Wir werden zur neuen Saison drei Mannschaft bilden.“ Zwei Teams sollen in unterschiedlichen A-Klassen auflaufen; die dritte Garde geht als Reserve von Team I in den Spielbetrieb. „Wir sind überzeugt, dass wir eine schlagkräftige Truppe stellen werden. Der Aufstieg mit einer Mannschaft muss das Ziel sein“, so Stadler.

Unbefangener Trainer ist gefragt

Bliebe der SSV Biburg – derzeit abgeschlagen Schlusslicht – doch noch in der Kreisklasse, könnte die SG Wildenberg/Biburg mit einem Team auch in dieser Klasse durchstarten (was bei einem noch möglichen Aufstieg des TSV auch der Falle wäre). Ausgetragen werden die Pflichtspiele im Herbst auf TSV-Geläuf, im Frühjahr beim SSV.

„Wir brauchen unvoreingenommene Trainer.“

Sven Zwerger

Rasch überein kamen die Macher auch in punkto Trainer. „Wir müssen Betreuer finden, die unvoreingenommen sind, also weder aus Biburg oder Wildenberg stammen.“ Der TSV hätte ohne die Spielgemeinschaft gerne mit Kurt Grübl weitergemacht, aber er hört nach der Saison im Dienste der SG-Sache auf. „Wir brauchen mindestens zwei Trainer und einen Co-Betreuer, der sich bei den Spielen um die Reserve kümmert. Diese Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht“, räumt Zwerger ein. Wenn die Trainer gefunden sind, steht der SG Wildenberg/Biburg nichts mehr im Weg.

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Die beiden Vereine

  • TSV Wildenberg:

    Die Mannschaft spielt derzeit in der A-Klasse Hallertau und hält Rang fünf. Ein Aufstieg über die Relegation liegt bei sechs Zählern Rückstand auf Platz zwei noch in Reichweite. Der Verein zählt insgesamt rund 560 Mitglieder und war bereits in der Kreisklasse vertreten.

  • SSV Biburg:

    Unter großem Jubel war die Truppe im Sommer 2015 in die Kreisklasse Kelheim aufgestiegen. Dort hält sich die Begeisterung mit nur fünf Zählern zur Winterpause und dem Abstiegskurs in Grenzen. Der Verein blickt auf etwa 450 Mitglieder.

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