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Bittere Fehlschüsse gegen den Meister

Gemischte Gefühle prägen den Bundesliga-Auftakt der Schützen von Kelheim-Gmünd. Nur zwei Ringe fehlen im Topduell.
Von Thomas Kreidemeier

Ausgerechnet die Konstanz in Person, Kelheims Spitzenschütze Damir Mikec (rechts), gab sein Duell am Ende noch aus der Hand. Fotos: Thomas Kreidemeier
Ausgerechnet die Konstanz in Person, Kelheims Spitzenschütze Damir Mikec (rechts), gab sein Duell am Ende noch aus der Hand. Fotos: Thomas Kreidemeier

Kelheim.Kelheim Es hat einfach nicht sollen sein: Lange lagen die Luftpistolenschützen des SV Kelheim-Gmünd gegen den Hauptkonkurrenten und amtierenden Meister SGI Ludwigsburg in Front – am Ende war es ausgerechnet die Konstanz in Person, Spitzenschütze Damir Mikec, der den erhofften Sieg noch aus der Hand gab. Nach 96, 95 und 99 Ringen in den ersten drei Serien ließ er bei den letzten zehn Schuss zu viel liegen und verlor sein Duell gegen Asgeir Sigurgeirsson doch noch mit 382:384.

Insgesamt musste sich Kelheim mit 2:3 geschlagen geben „Dass Damir eine 92 schießt – das ist eigentlich unmöglich. Und ich weiß auch, wie sehr ihn das ärgern wird“, resümierte Trainer Tobias Piechaczek.

Zehn perfekte Schuss am Stück

Doch Vorwürfe kommen gar nicht erst auf bei den Kelheimern: „Wir sind ein Team, gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Und wir sind eben auch alle bloß Menschen“, schmunzelte Philipp Grimm, der für Gmünd an Position zwei schoss. Er selbst erwischte einen absoluten Sahnetag: Wie auch schon am Samstag gegen Hambrücken gelang ihm erneut eine perfekte Serie: zehn Schuss, zehnmal genau ins Zentrum, volle 100 Punkte.

Problemanalyse zwischen Monika Karsch und Coach Tobias Piechaczek – mit nur 91 Ringen erwischte sie einen Fehlstart in ihr Duell.
Problemanalyse zwischen Monika Karsch und Coach Tobias Piechaczek – mit nur 91 Ringen erwischte sie einen Fehlstart in ihr Duell.

Auch sonst lieferte Grimm und gewann seinen Zweikampf mit 384:378 gegen Kevin Venta. „Für mich persönlich ein super Wochenende, gestern waren es sogar 388 Ringe – gerade am Anfang, wo man noch nicht wieder so die Wettkampfroutine hat. Da sieht man, dass das, was man trainiert hat, funktioniert“, freute sich Grimm. Etwas „sehr Besonderes“ seien die beiden perfekten Serien. „Die sind schon sehr selten, und dann auch noch zweimal an einem Wochenende“, kommentierte Grimm. Natürlich sei es sehr schade, dass man jetzt gleich am Anfang Punkte liegen gelassen habe. „Ist aber auch kein Weltuntergang“, so der Schütze.

„Meine Taktik ist einfach nicht aufgegangen.“

Monika Karsch

Einen satten Fehlstart erwischte die frischgebackene Doppeleuropameisterin Monika Karsch: Sie startete mit nur 91 Ringen und lief so von Anfang an einem ordentlichen Rückstand hinterher. „377 Ringe insgesamt sind schon okay eigentlich, mit demselben Ergebnis habe ich gestern mein Duell noch souverän gewonnen. Aber meine Taktik ist einfach nicht aufgegangen“, erklärte Karsch. Sie wollte zu Beginn „zügig und mutig“ schießen, um damit den „starken Gegner“ unter Druck zu setzen – stattdessen fielen aber bei ihr die Fehlschüsse.

Monika Karsch kann Rivalen nicht abfangen

„Da hätte ich mir eventuell mehr Zeit nehmen sollen, ich habe dann einfach zu spät umgeswitcht“, so die Olympiazweite. Am Ende verlor sie nach deutlicher Verbesserung – 95, 96 und 95 Ringe – mit 377:383 gegen Aaron Sauter. „Einen Sieg haben wir ja immerhin geholt dieses Wochenende – das war das Minimum. Wir sind heuer gut aufgestellt und in zwei Wochen greifen wir wieder an“, gibt die erfahrende Athletin die Marschroute vor.

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Bundesliga-Topduell in Kelheim

Die dritte Niederlage leistete sich Christoph Schultheiß mit 372:375 gegen Julia Hochmuth – er hätte es in der letzten Serie auch noch einmal spannend machen können, nachdem Hochmuth nur eine 90 geholt hatte. Mehr Ringe konnte aber auch Schultheiß nicht erringen, nachdem er in der dritten Serie noch starke 98 Ringe geschossen hatte.

„Bei Christoph hatte ich schon gehofft, dass er am Ende noch mehr Druck aufbauen kann auf seinen Gegner. Dann hätte das auch anders ausgehen können“, fand Trainer Piechaczek. Im fünften Duell gewann Simon Weiß für Kelheim recht deutlich mit 377:371 – doch am Ende wurde eine 2:3-Niederlage verbucht. „Wir haben alles probiert, aber einiges hat eben noch nicht so funktioniert, wie es müsste. Besonders der Anfang war heute sehr verhalten bei uns“, analysierte Coach Piechaczek und ergänzte: „Philipp war wieder top heute, Simon hat ein bisschen gegen sich selbst gekämpft.“

Vom Gejagten zum Jäger

Im Vergleich zum Wettkampf am Vortag gab es zwei Wechsel, Weiß und Schultheiß schossen anstelle von Carina Wimmer und Miriam Piechaczek, der Schwester des Trainers. Auch er selbst war lange aktiver Schütze bei Kelheim-Gmünd und holte mit dem SV drei Meisterschaften. „Die Wechsel waren von Anfang an so geplant, das stand schon vor zwei Wochen fest“, erläuterte der Coach.

Für 40 Schüsse haben die Schützen in der Luftpistolen-Bundesliga 50 Minuten Zeit.
Für 40 Schüsse haben die Schützen in der Luftpistolen-Bundesliga 50 Minuten Zeit.

Sie seien nicht leistungsbedingt oder ähnliches. „Ich hatte sieben Schützen zur Verfügung und wollte entsprechend auch alle schießen lassen – denn gewinnen können sie ihre Duelle alle, es kommt bei ihnen nur auf die Tagesform an“, so Piechaczek. So hätte man gegen Ludwigsburg auch „5:0 gewinnen können“, das läge genauso im Bereich des Möglichen für seine „top besetzte Truppe“.

Klarer Sieg gegen Hambrücken

  • Ergebnisse:

    Damir Mikec holte sein Duell gegen Marco Wußler locker mit 385:373. Philipp Grimm triumphierte mit starken 388:380 Ringen gegen Teresa Groß. Monika Karsch besiegte Patrick Göpfrich mit 377:370 genauso souverän wie Carina Wimmer mit 382:367 über Axel Köhler dominierte. Nur Miriam Piechaczek gab mit 367:371 Ringen gegen Gerhard Wetzler knapp den Punkt ab, so dass das Endresultat 4:1 für den SV Kelheim-Gmünd lautete.

  • Fazit:

    „Ich habe noch nie einen so konzentrierten Saisonstart gesehen, das waren fast 1900 Ringe insgesamt, sehr professionell“, war Piechaczek enorm zufrieden. Mit 2:2 Punkten und 6:4 Einzelpunkten rangiert Gmünd vorerst „nur“ im Mittelfeld. Noch vor Ludwigsburg allerdings: Die gaben mit nur 1874 Ringen gegen Waldkirch die Punkte ab – also ganze 25 Zähler schlechter als die Kelheimer im Fernduell. Makellose Bilanzen haben nur noch Waldkirch und HSG München.

Doch die Position hinter den Ludwigsburgern hat auch ihr Gutes: „Meiner Meinung werden wir heuer wieder vom Gejagten zum Jäger. Daher steht die Saison auch unter dem Motto Angriff“, erklärte der Kelheimer Trainer. So könne man mit Ruhe und Freude am Schießen die Wettkämpfe angehen und das Beste aus sich rausholen.

„Wir haben eine gesunde, gute Mischung aus jungen und erfahrenen Sportlern, national und international. Die Vorbereitung lief gut, und so ist alles geebnet für eine erfolgreiche Saison“, gibt sich Piechaczek kämpferisch. Fest steht schon einmal: Auch vor dem amtierenden Meister muss Kelheim-Gmünd sich definitiv nicht vestecken.

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