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Brandler Profi freut sich auf Jahn-Test

Philipp Hercher entflieht mit Drittligist Großaspach dem Schnee. Am Donnerstag misst sich der 22-Jährige mit Ex-Team vom SSV.
Von Martin Rutrecht

Philipp Hercher spielt seit Sommer beim Drittligisten Großaspach. Begonnen hatte der 22-Jährige in der Jahn-Jugend. Foto: Magdalena Mummert/SG Großaspach
Philipp Hercher spielt seit Sommer beim Drittligisten Großaspach. Begonnen hatte der 22-Jährige in der Jahn-Jugend. Foto: Magdalena Mummert/SG Großaspach

Ihrlerstein.Schneechaos – wo? „Wir haben hier etwa 15 bis 20 Grad“, sagt Philipp Hercher. Wer wie der Ihrlersteiner Fußball-Profi derzeit in Andalusien weilt, kann sich kaum vorstellen, dass in seiner Heimat Bayern gerade großer Schnee(be)fall herrscht. Der Vergnügungswert im Trainingslager am Meer hält sich für den 22-jährigen Brandler aber in Grenzen. Mit seinem Klub SG Sonnenhof Großaspach steckt er in der Dritten Liga mitten im Abstiegskampf. Um für die Rückrunde gerüstet zu sein, testen die Aspacher auch gegen den SSV Jahn Regensburg – wo Herchers Karriere begann.

Täglich zwei Trainingseinheiten spulen die Sonnenhöfer in Huelva im Südwesten Spaniens ab. Seit Dienstag hält sich der Drittligist für eine Woche auf der iberischen Halbinsel auf. „Wir haben einen guten Trainingsplatz und super Bedingungen.“ Bislang verwöhnte strahlender Sonnenschein die Profis. Täglich werden sie mit einen Shuttle-Service vom Hotel zur Anlage gebracht. Mittags wird eine „landestypische Siesta“ eingelegt, vermerkt der „Dorfklub“, wie er sich selbst titelt.

Neuer Stürmer von Bradford City

Vom 1. FC Nürnberg wechselte Mittelfeldspieler Hercher im vergangenen Sommer nach Großaspach. Seit der U17 hatte der Brandler bei den Clubberern gekickt (mit Ausnahme einer Halbjahres-Ausleihe zum VfR Aalen) und es auf drei kurze Profi-Einsätze in der Zweiten Liga gebracht. Hauptsächlich agierte er in der zweiten FCN-Mannschaft. „Ich bin sehr froh, den Schritt nach Großaspach gemacht zu haben, und spüre seit dem ersten Tag das volle Vertrauen des Vereins und der Verantwortlichen.“

Schon als Clubberer durfte sich Hercher (r.) in 2015 mit dem Jahn messen. Damals war Hercher am Sprung zu den FCN-Profis. Foto: nuw/Archiv
Schon als Clubberer durfte sich Hercher (r.) in 2015 mit dem Jahn messen. Damals war Hercher am Sprung zu den FCN-Profis. Foto: nuw/Archiv

Dieses Vertrauen versuche er mit Toren und guten Leistungen zurückzugeben. Mit fünf Treffern erzielte der Ihrlersteiner bislang fast ein Drittel aller Großaspacher Tore (16). Die magere Gesamtausbeute in bisher 20 Partien zeigt auch ein Problem des Viertletzten – die Offensive. Mit Kai Brünker (24) stieß zur Winterpause ein deutscher Mittelstürmer zum Team, der es im Vorjahr in der dritten englischen Liga bei Bradford City (17 Spiele) versuchte.

Hier sehen Sie ein Video von Hercher und Cedric Teuchert (jetzt Schalke 04) aus Club-Tagen:

„Natürlich sind wir mit unserer Situation nicht zufrieden, da wir definitiv über mehr Potenzial verfügen, als der aktuelle Tabellenplatz aussagt“, erklärt Hercher. Das schlechte Abschneiden sei sehr vielen Unentschieden in der Vorrunde geschuldet. Mit zwölf Remis (und nur drei Siegen) ist Großaspach der Unentschieden-König in der dritten Fußballetage. „Wenn wir ein paar Remis in Siege für uns umwandeln können, sind wir am Ende auch über dem Strich und schaffen den Klassenerhalt.“

„Heimspiel“ gegen den SSV

Mit seiner eigenen Leistung zeigt sich der Ihrlersteiner bis dato zufrieden. „Wobei es auch immer noch besser geht.“ Das Internetportal „www.liga-drei.de“ zählt Hercher zu den „guten Griffen“ der Großaspacher, die im Sommer 2018 elf neue Spieler holten. „Vielseitig einsetzbar und ein guter Transfer“, urteilt das Portal. Nur drei der Neuzugänge „stechen hervor“, darunter der Brandler.

Wo die Wege hinführen

  • Bundesliga:

    Aus der Jahn-Jugend schaffte es laut „transfermarkt.de“ nur der frühere Keeper Uwe Gospodarek (u. a. FC Bayern, Bochum) in Liga eins.

  • Kollegen:

    Aus Herchers Jahrgang 1996 spielt von den SSV-Zöglingen Benedikt Kirsch (Greuther Fürth) in der 2. Bundesliga. Der Brandler schaffte das beim Club.

Nach der Rückkehr aus Spanien wartet auf den Drittligisten in einem Test am Donnerstag, 17. Januar, der Zweitligist SSV Jahn Regensburg. „Darauf freue ich mich natürlich schon sehr“, sagt Hercher, der 2006 in der Jugend der Rothosen begann, nachdem er sich von seinem Heimatverein SV Ihrlerstein aufmachte. Fünf Jahre blieb er beim Jahn, als ihn bei den B-Junioren der Ruf des 1. FC Nürnberg ereilte.

„Es wäre schön, wenn das Spiel in Regensburg stattfindet. Dann könnten Familie und Freunde zum Zuschauen kommen“, hofft der 22-Jährige auf eine Stippvisite in der Heimat. Noch ist der Spielort offen und wird letztlich vom Wetter abhängen.

Am 26. Januar startet der „Dorfklub“ beim 1. FC Kaiserslautern in die Rückrunde. „Wir wollen mit viel Lust, Willen und Spaß in die Pflichtspiele gehen, um so schnell es geht unten rauszukommen.“

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