MyMz

Asphaltflitzer

Bub feiert in 22 Rennen 18 Siege

Es hätte der krönende Abschluss einer starken Saison werden können. Der elfjährige Ramon Türk aus Thaldorf hatte sich durch seine guten Leistungen für den nationalen Endlauf der Kart-Piloten in Verden bei Bremen qualifiziert. 54 junge Asphaltflitzer gingen dort in seiner Klasse der Zehn- und Elfjährigen an den Start. Der junge Thaldorfer fuhr ähnliche Zeiten wie die besten Cracks, allerdings bekam er wegen umgefahrener Pylonen acht Strafsekunden aufgebrummt. Damit war sie dahin, die gute Platzierung, es blieb Rang 41.

Allzu sehr ärgerte sich der junge Mann vom MSC Abensberg nicht. Denn seine eindrucksvolle Saisonbilanz ist mehr als ein Trostpflaster: In insgesamt 22 Rennen, die er 2012 fuhr, belegte er 18-mal den ersten Platz. Er heimste den südbayerischen Meistertitel ein, ebenso die Meisterwürde auf niederbayerischer Ebene. Als Sieger der Region 3 fuhr er zum Bezirksfinale nach Plattling. Fast erwartungsgemäß übertrumpfte Ramon seine Kontrahenten im Kart-Slalom. Zum zweiten Mal in Folge gewann er diesen Titel.

Schneller als die Großen

Bemerkenswert bei seinen Auftritten in den regionalen Läufen war: Zweimal stellte der Thaldorfer die absolute Bestzeit auf, das heißt, er war der Schnellste über sämtliche Altersklassen hinweg – und da fahren auch 18-Jährige mit. Beim sogenannten IN-Cup (die Serie macht auch Station im Landkreis) erreichte Ramon, der nicht jedes Rennen bestreiten konnte, den dritten Rang in der Gesamtwertung.

„Bei der bayerischen Meisterschaft in Passau hatten wir leider Pech“, berichten er und sein Vater Roland Türk. Kurz bevor der Jungspund zum ersten Wertungslauf auf die Piste ging, setzte ein sintflutartiger Wolkenbruch ein. Mit seinen Intermediate-Reifen (für feuchten/abtrocknenden Boden) stand der Thaldofer auf verlorenem Posten. Er schlitterte auf den 19. Platz. Was drin gewesen wäre, zeigte sich am zweiten Finaltag. Mit zwei fast perfekten Durchgängen arbeitete sich Ramon noch auf Rang acht nach vorne.

„Für die deutsche Meisterschaft hat diese Platzierung nicht gereicht. Nur die besten Vier waren qualifiziert“, bedauern Vater und Sohn, die darlegen, dass Kartsport keine Juxveranstaltung ist. „Die jungen Burschen müssen sich bei jedem Rennen auf andere Karts einstellen. Die Reifen, Bremsen, der Bodenbelag und natürlich das Wetter spielen eine entscheidende Rolle. Die Fahrer müssen sich den Streckenplan genau einprägen, denn auf der Piste steht ihnen nur ein einziger Trainingslauf mit einer Dauer von 30 bis 40 Sekunden zur Verfügung.“ Das Motto bei den Wertungsdurchgängen hieße dann – alles oder nichts. Und selbst wer schnell ist, hat noch nichts gewonnen, da die Slalomhütchen, die Pylonen, nicht von ihrem Platz gefahren werden dürfen. Pro Patzer gibt’s zwei Strafsekunden.

Die Ehrungen stehen noch aus

Wie sehr das die Reihung umstürzen kann, hat der junge Ramon Türk beim Bundes-Endlauf nahe Bremen erlebt. Jetzt freut sich der elfjährige Thaldorfer auf die ausstehenden Meisterehrungen, bei denen er jedes Mal ganz oben auf dem Treppchen stehen darf. (mar)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht