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Eisstockschießen

Christoph Öttl gewinnt Einzel-Silber

Der Dietfurter Stockschütze zeigt bei der DM exzellente Form. Doch sein großes Ziel lautet: eine WM-Medaille mit dem Team.
Von Thorsten Drenkard

Christoph Öttl schoss sich bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel auf Rang zwei. Foto: Riess/Archiv
Christoph Öttl schoss sich bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel auf Rang zwei. Foto: Riess/Archiv

Zell.Christoph Öttl will erst gar nicht herumdrucksen. Ja, doch, „meine Form ist sehr gut. Fast schon zu gut für diesen frühen Saisonzeitpunkt“, ist das Dietfurter Stockschützen-Ass aus dem Eisschießkreis „603 Befreiungshalle Kelheim“ beinahe über sich selbst erschrocken. Keine schlechten Voraussetzungen also für die Deutsche Meisterschaft in Waldkirchen, bei der Öttl im Einzel zu den Stöcken griff.

Doch mit mehr als einem Top-Ten-Rang liebäugelte er nicht. Und überraschte sich selbst.

„Wenn ich Lunte gerochen habe, dann bleibe ich dran.“

Christoph Öttl

Öttl zählt zwar seit vielen Jahren zur deutschen und internationalen Elite der Stockschützen, doch bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel in Waldkirchen ging er als Außenseiter ins sportliche Rennen – und verblüffte alle. Nach einem herausragenden Wettkampf stand für den Dietfurter vom SC Zell nicht nur ein neuer persönlicher Rekord auf der Anzeigetafel. Erstmals durfte der 36-Jährige im Einzelwettbewerb auf nationaler Ebene gar auf das Treppchen.

Erfolg auf nationaler Ebene

Bereits vor dem Wettkampf „hatte ich ein gutes Gefühl“, sagt Öttl im MZ-Gespräch. Nach der Vorrunde war der Stockschütze auf dem aussichtsreichen Rang fünf gelegen und hatte damit das Finale der besten zwölf Schützen souverän erreicht. Doch damit nicht genug, denn: „Wenn ich Lunte gerochen habe, dann bleibe ich dran.“ Und wie er das blieb. Mit seinem allerletzten Versuch schoss sich der formstarke Öttl noch auf den zweiten Platz (hinter dem bockstarken Matthias Peischer) – für den ehrgeizigen Sportler eine Premiere bei den deutschen Einzel-Meisterschaften. Ebenso wie die Gesamtpunktzahl von 701.

Christoph Öttl schoss sich bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel auf Rang zwei. Foto: Beate Purucker
Christoph Öttl schoss sich bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel auf Rang zwei. Foto: Beate Purucker

Sie bedeutete für Öttl einen neuen persönlichen Rekord. Die WM im März in Regen soll für ihn zum Höhepunkt des Jahres werden. Zuletzt schoss der Nationalkader-Spieler für seinen Stammverein SC Zell mit der Mannschaft in der 2. Liga. Seine Hauptaufgabe im Team der Dietfurter: In neun von zehn Fällen den positionierten Stock des Gegners aus dem Haus schießen. Das klappte zuletzt ganz hervorragend. „Meine Quote war sehr gut“, freut sich Öttl nicht nur über die eigene Leistung, sondern auch über Platz fünf seines Vereins nach dem ersten Spieltag. Damit wäre der SC Zell ein Aufsteiger in die Beletage des deutschen Stocksports.

Kapitän der Bundesauswahl

In anderen, internationalen Sphären schießt der Zeller Ausnahmeschütze Öttl bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten: Der Vater zweier Kinder hat für Deutschland bereits 29 Medaillen bei Wettkämpfen im Jugend- und Herrenbereich gewonnen und führte zuletzt jeweils gar als Kapitän die Bundesauswahl zum WM- (2018) und EM-Titel (2019) im Mannschaftsspiel. „Mein Trainingsfokus ist mittlerweile extrem auf das Mannschaftsspiel ausgelegt“, verrät Öttl. Extraschichten für das Einzelspiel schiebt der 36-Jährige kaum mehr.

Wettkämpfe zum Jahresbeginn

  • Einzelmeisterschaft:

    Christoph Öttl konzentriert sich in diesem Jahr auf die Mannschaftsweltmeisterschaft. Um so überraschender kam sein zweiter Platz bei der DM.

  • Weltmeisterschaft:

    Der internationale Wettbewerb für die Ländermannschaften findet von 3. bis 14. März in Regen statt. Dort peilen Öttl und Co. eine Medaille an.

Deshalb rechnete sich der erfolgsverwöhnte Dietfurter auch nicht besonders viel aus für seine Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft. „Ich möchte unter die Top Ten kommen. Um eine Medaille herausschießen zu können, müsste schon alles optimal laufen, denn insgesamt ist die Konkurrenz schon sehr stark“, sagte er noch vor den Titelkämpfen. Für Christoph Öttl war die Deutsche Meisterschaft so etwas wie das Warmschießen für die Heim-WM in Regen (3. bis 14. März), die für ihn und seine Teamkollegen zum sportlichen Höhepunkt des Jahres werden soll. Sollte Öttl seine Form halten können und gesund bleiben, wird er abermals als Kapitän die deutsche Mannschaft ins Weltturnier führen. Das Ziel ist klar: „Eine Medaille ist das Minimalziel. Die Gold glänzende ist natürlich die Schönste“, weiß Öttl.

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