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Eisstockschießen

Christoph Öttl ist Weltmeister

Als Teamkapitän führt Öttl Deutschland zum WM-Titel. Mit dem SC Zell ist der 34-Jährige im Eisschießkreis 603 Kelheim aktiv.
Von Wolfgang Endlein

Für den Nationalmannschaftskapitän der Eisstockschützen Christoph Öttl (3.v.r.) ging mit WM-Gold ein Traum in Erfüllung. Foto: Purucker
Für den Nationalmannschaftskapitän der Eisstockschützen Christoph Öttl (3.v.r.) ging mit WM-Gold ein Traum in Erfüllung. Foto: Purucker

Zell.Man hätte beim Blick ins Gesicht von Christoph Öttl leicht einen falschen Eindruck gewinnen können. Als maximal gelassen und gerade noch so interessiert an dem Treiben der Männer nebenan, hätte man die Mimik des 34-Jährigen beschreiben können. Im Inneren sah es ganz anders aus. „Tiefenentspannt ist man nicht“, sagt Öttl im Nachgang. Kein Wunder: Man spielt nicht alle Tage das Finale einer Weltmeisterschaft.

Für den Eisstockschützen aus dem Dietfurter Ortsteil Zell, der für den SC Zell im Eisschießkreis 603 Kelheim aktiv ist, war es zudem noch eine ganz Besondere. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der 34-Jährige über die Kulisse im österreichischen Amstetten, man kann es aber auch auf das persönliche Ergebnis von Öttl übertragen. Noch nie zuvor war er Weltmeister. Jetzt ist er es, gemeinsam mit seinen deutschen Teamkollegen Matthias Peischer, Andreas Greil, Martin Kamml und Manuel Schmid.

Es war eine Eisstock-WM wie gemalt für das deutsche Team um den Kapitän aus der Oberpfalz. „Wir sind nur so durch die Vorrunde marschiert. Wir waren super fokussiert und haben wirklich jeder Einzelne hervorragend gespielt“, bilanziert Öttl. Die Vorrunde belegte das deutsche Team entsprechend souverän auf dem ersten Platz vor Österreich, das man später noch zwei Mal sehen sollte. „Wir haben schon öfter in der Vorrunde gut geschossen“, sagt Öttl in Erinnerung an frühere Turniere, bei denen dann in der entscheidenden Phase dann die Nerven bei den Deutschen streikten. Auch bei dieser WM nahm der Druck in der Zwischenrunde zu, zumal es erneut gegen den Erzrivalen aus der Alpenrepublik ging.

Dreifaches Nachbarduell

Im Spiel Vorrundenerster gegen Gruppenzweiter spielten beide Teams den direkten Finaleinzug aus. „Ich habe mir zwei, drei Fehler geleistet“, berichtet Öttl. Seine Teamkameraden spielten hingegen stark und ermöglichten es dem Kapitän, seine Fehler wieder gutzumachen. In der letzten Kehre setzte Öttl einen starken Schuss und die Deutschen drehten das vermeintlich verlorene Spiel doch noch zu ihren Gunsten. Das Finale war perfekt.

Christoph Öttl holt Schwung für den größten Erfolg seiner Karriere. Foto: Purucker
Christoph Öttl holt Schwung für den größten Erfolg seiner Karriere. Foto: Purucker

Dort ging es erneut gegen die Österreicher, die dem Modus gemäß als Verlierer des Halbfinals des Vorrundenersten gegen Zweiten auf den Gewinner aus der Partie Vorrundendritter gegen Vierter spielten. Dort setzten sich die Österreicher gegen Italien durch und machten das dritte Aufeinandertreffen bei diesem Turnier perfekt. Es war der angemessene Höhepunkt für ein Turnier, von dem Öttl sagt: „Das war ein Top-Event. So was war noch nicht da“. Das Stadion, das Mediale, die Organisation und die Zuschauer – alles habe neue Bestmarken gesetzt.

Zuschauer tragen zum Titel


Die Kulisse blieb in nachhaltiger Erinnerung. 2500 Zuschauer begleiteten lautstark den Wettkampf ganz nah dran an der Eisfläche. „Da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagt Öttl. Das deutsche Team legte einen Auftritt hin, von dem Öttl sagt: „Das war nahe an der Perfektion“. Nur zwei Fehler unterliefen, während die Österreicher mehr Fehler als gewöhnlich anboten.

Gut gefeiert

  • Nach dem Finalsieg

    war Feiern angesagt. Wie Öttl und seine Teamkollegen den WM-Titel gefeiert haben, umschreibt Öttl mit: „Standesgemäß“.

  • Mit dem SC Zell

    belegte Öttl im Januar nach gutem Start den 15. Platz in der in der Zweiten Bundesliga Winter.

Das Team um Öttl nutzte die Patzer aus. Nach zehn von zwölf Kehren war klar: Deutschland ist Weltmeister in der Königsdisziplin des Eisstocksports, dem Mannschaftswettbewerb.

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