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Triumph

Csongor Knipli packt den Flieger aus

Die Oberliga-Ringer vom ATSV Kelheim verteidigen gegen Verfolger Oberölsbach Platz drei und bringen die Halle zum Beben.
Von Alexander Roloff

Die ATSV-Ringer mit Mike Fischer (rechts) setzten sich vor voll besetztem Haus gegen SC Oberölsbach (blau) durch. Foto: Alexander Roloff
Die ATSV-Ringer mit Mike Fischer (rechts) setzten sich vor voll besetztem Haus gegen SC Oberölsbach (blau) durch. Foto: Alexander Roloff

Kelheim.Die Stimmung in der Sporthalle Kelheimwinzer erreichte bereits im fünften Kampf des Abends einen ersten Gipfel. „Wir wollen den Flieger sehen!“, skandierten die begeisterten Fans von Ringer-Oberligist ATSV Kelheim lautstark. Für den ATSV wirbelte Csongor Knipli (Gr.-röm., 66 kg) über die Matte. Sein Gegner Christian Gregor musste bei einer 2:0-Führung für Knipli in die Bodenlage.

Die fachkundigen Zuschauer wussten, worauf sie sich freuen durften – und Knipli enttäuschte das Publikum nicht: Wenige Sekunden später ließ der Kelheimer Punktegarant seinen Gegner durch die Luft segeln, baute seinen Vorsprung mit einer Fünferwertung aus und feierte nach einer Kampfzeit von 3:40 Minuten den viel umjubelten technischen Punktsieg.

„Meine Mannschaft hat heute alles gegeben. Der letzte Wille hat mir beim Gegner allerdings gefehlt.“

Helmut Wild

Der ATSV Kelheim ging mit Kniplis Vorstellung erstmals in Führung und baute den Vorsprung konsequent aus. Letztlich war der überraschend deutliche 27:12-Heimsieg auf der Anzeigentafel notiert. „Meine Mannschaft hat heute alles gegeben. Der letzte Wille hat mir beim Gegner allerdings gefehlt“, sagte ATSV-Trainer Helmut Wild. Unterstützt wurde der deutliche Siegeszug der Kelheimer auch von den Gästen, die keinen Gegner für Kelheims Johannes Mayerhofer (Gr.-röm., 80 kg) aufbieten konnten und weitere vier Mannschaftspunkte verschenkten, weil Spitzenringer Petr Novak verspätet auf der Waage auftauchte.

Felix Henneberger (r.) wurde kurz behandelt, siegte aber souverän. Foto: Roloff
Felix Henneberger (r.) wurde kurz behandelt, siegte aber souverän. Foto: Roloff

Unglücklich gingen aus Sicht der Gäste die Punkte von Thomas Kleesattel verloren, der gegen Mike Fischer (Freistil, 86 kg) bei einer 4:1-Führung verletzungsbedingt aufgeben musste. Das von Stephan Niklas, Abteilungsleiter der ATSV-Ringer, angekündigte „große Finale um Platz drei in der Oberliga Nord“ hätte einen durchaus spannenderen Verlauf nehmen können. Aber Kelheim setzte sich aufgrund der gezeigten Leistungen verdient durch und belohnte das treue Publikum mit tollen Leistungen.

Die Ringer vom ATSV Kelheim bedankten sich bei ihren Fans. Foto: Roloff
Die Ringer vom ATSV Kelheim bedankten sich bei ihren Fans. Foto: Roloff

Auf den dicht besetzten Zuschauerrängen fieberte mit Christian Strasser ein Altmeister der ATSV-Ringer mit. Der 46-Jährige holte in seiner aktiven Zeit mehrere bayerische Titel und schaffte es mit Platz drei auch bei den nationalen Meisterschaften aufs Podest.

Es herrscht ein besonderes Flair

Strasser verfolgte die Mannschaft mit Begeisterung, war auch regelmäßig bei Auswärtskämpfen dabei. „Die Truppe hat sich jede Unterstützung verdient, weil sich die Jungs immer voll ins Zeug legen“, lobte Strasser. Bei den Heimkämpfen herrsche aus seiner Sicht eine besondere Atmosphäre: „Alt und jung halten zusammen. Das Ringen fasziniert hier alle Generationen“, so Strasser. „Wir setzen voll auf unsere eigenen Talente“, erklärte Stephan Hacker, Pressewart der ATSV-Ringer, einen wichtigen Baustein in der Philosophie des Vereins. Lediglich in Klassen, die wir nicht mit unseren eigenen Ringern besetzen können, holen wir Kämpfer von auswärts.“ Einer von den „Auswärtigen“ ist der Ungar Csongor Knipli. Er lebt und arbeitet in Freising, hält jeden Freitag das Teamtraining. Seine Saisonbilanz von zehn Siegen und zwei Niederlagen wird nur vom Paintner Johannes Mayer (10:0) getoppt.

Johannes Mayer (Mitte) feierte seinen zehnten Sieg im zehnten Saisonkampf. ATSV-Trainer Helmut Wild (l.) und Betreuer Stefan Schmid (r.) lockerten den Ringer aus Painten zur Halbzeit seines Kampfes gegen Patrik Fanderl auf. Foto: Roloff
Johannes Mayer (Mitte) feierte seinen zehnten Sieg im zehnten Saisonkampf. ATSV-Trainer Helmut Wild (l.) und Betreuer Stefan Schmid (r.) lockerten den Ringer aus Painten zur Halbzeit seines Kampfes gegen Patrik Fanderl auf. Foto: Roloff

Mit seiner Leistung gegen Oberölsbach war Knipli sehr zufrieden, geizte aber nicht mit Lob für Mannschaft und Fans. „Die Zuschauer sind super. Hier zu kämpfen macht richtig Spaß. Den Sieg heute haben wir wieder mit einer eindrucksvollen Teamleistung geholt.“ Anfangs begegneten sich die drittplatzierten Kelheimer und Verfolger SC Oberölsbach auf Augenhöhe. Oberölsbach kassierte die ersten vier Punkte von Baschir Kartojev (Gr.-röm., 57 kg) kampflos. Johannes Mayer (Freistil, 130 kg) glich mit technischer Überlegenheit (16:1) gegen Patrik Fanderl aus. Kelheims Ben Böswald (Freistil, 61 kg) sah sich mit einem übermächtigen Gegner konfrontiert. Oberölsbachs Magomed Kartojev hatte sich nach 88 Sekunden vier Mannschaftspunkte zum zwischenzeitlichen 4:8 für die Gäste gesichert.

Die Entscheidung fällt vorzeitig

Es folgte der Freundschaftskampf zwischen Martin Wittmann (Gr.-röm., 98 kg) und Petr Novak. Die vier Teampunkte waren den Kelheimern vorab sicher, weil Novak zu spät auf die Waage getreten war. Wittmann kämpfte auf verlorenem Posten, wurde aber von den Zuschauern frenetisch angefeuert und verdiente sich bei der 1:14-Niederlage gegen den Topringer der Gäste den Respekt aller Besucher.

Maartin Wittmann (hinten) lieferte sich mit Petr Novak (blau), der zu spät auf der Waage erschienen war, einen Freundschaftskampf. Foto: Roloff
Maartin Wittmann (hinten) lieferte sich mit Petr Novak (blau), der zu spät auf der Waage erschienen war, einen Freundschaftskampf. Foto: Roloff

Beim Zwischenstand von 8:8 stellte Knipli mit seinem Feuerwerk gegen Gregor auf 12:8. Bei diesem Halbzeitstand wusste Pressewart Hacker: „Wir werden gewinnen.“ So sollte es dann auch kommen: Fischer holte aufgrund der Verletzung von Kleesattel die nächsten vier Punkte. Markos Theodoridis (Freistil, 71 kg) beherrschte Martin Kölbl mit technischer Überlegenheit. Johannes Mayerhofer (gr.-röm., 80 kg) punktete kampflos. Felix Henneberger (Gr.-röm., 75 kg) rang unter tosendem Beifall Daniel Sittel mit 14:2 nieder und stellte auf 27:8. Im letzten Fight gab Joshua-David Roland vier Zähler an Majid Dadashi ab.

Mit dem 27:12-Heimsieg gegen Oberölsbach und Platz drei in der Abschlusstabelle haben die ATSV-Ringer die Voraussetzungen für eine weitere Oberliga-Saison erfüllt. „Dann werden wir noch eine Schippe drauflegen müssen“, vermutet Trainer Wild.

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