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Der Befreiungshalle-Berg ruft zum Race24

Ein Drittel der Startplätze ist vergeben. Regionale Teams sollen mehr emotionalen Zug ins Radsport-Spektakel bringen.
Von Alexander Roloff

Bergauf, bergab und in der Ebene – eine Runde beim Race24 verlangt den Rennradlern alle Qualitäten ab. Foto: Heike S. Heindl
Bergauf, bergab und in der Ebene – eine Runde beim Race24 verlangt den Rennradlern alle Qualitäten ab. Foto: Heike S. Heindl

Kelheim.Die Anziehungskraft des größten Sportevents im Landkreis Kelheim scheint magisch. Jährlich strampeln sich etwa 1200 Radsportler beim Race 24 ab. Die Strecke hat es in sich: Zunächst geht es bergauf an der Befreiungshalle vorbei zum höchsten Punkt beim Stausacker Berg. Dann stürzen sich die Rennradler in rasender Abfahrt hinab nach Essing.

Auf ebener Strecke führt der Weg zurück nach Kelheim, wo am Stadtplatz die Wechselzone unterm großen Zeltdach zur Staffelübergabe ruft – zumindest für Mannschaftsfahrer. Einzelpedaleure nehmen unter dem Applaus der Zuschauer die nächste Runde unter die Kurbel.

„Die Anmeldung läuft ab wie immer: Anfangs mit Schwung, dann wird es etwas ruhiger. Am Schluss steigert sich der Zulauf wieder deutlich.“

Thomas Kellerer

Auch heuer stellt sich Veranstalter RSC Kelheim auf die Maximalauslastung der sportlichen Kontingente ein. Seit Jahresbeginn ist das Online-Meldepotal geöffnet. Die Rückmeldung ist ansehnlich: Über 400 Starter sind gelistet.

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Den Löwenanteil mit gut 50 Prozent der Teilnehmer machen die Teams der Herren aus. Für Renn-Direktor Thomas Kellerer zeichnet sich die übliche Entwicklung ab: „Die Anmeldung läuft ab wie immer: Anfangs mit Schwung, dann wird es etwas ruhiger. Am Schluss steigert sich der Zulauf wieder deutlich“, so Kellerer.

Dicht gedrängt verfolgen die Zuschauer im Kelheimer Ortszentrum die Leistungen der Athleten. Foto: Heike S. Heindl
Dicht gedrängt verfolgen die Zuschauer im Kelheimer Ortszentrum die Leistungen der Athleten. Foto: Heike S. Heindl

Bei den Individualisten waren zur Wochenmitte 52 Rennradler eingetragen, in der Seniorenkategorie 30. Zögerlicher ist die Herangehensweise der Damen: 30 Teams, zwei Einzelstarterinnen und eine Seniorin haben ihre Teilnahme fix geplant. Auch hier wird sich die Liste traditionell weiterschreiben.

Race24 verzeichnet üblichen Andrang

„Zum Rennen werden wir wieder 1100 bis 1200 Rennradler begrüßen“, meint Kellerer. In dieser Größenordnung habe sich das Race24 in den letzten Jahren stets bewegt. „Diese Kategorie ist für uns noch gut händelbar“, so Kellerer. Er verweist auf die logistische Grenzen, die durch Stellplätze, Campingplätze oder Unterkünfte abgesteckt sind.

Mit Applaus biegen die Rennradler in den Stadtplatz ein. Foto: Heike S. Heindl
Mit Applaus biegen die Rennradler in den Stadtplatz ein. Foto: Heike S. Heindl

Unter den aktuell gelisteten Fahrern befinden sich laut Kellerer neben „üblichen Wiederholungstätern“ auch etliche Newcomer. „Unser Rennen besticht durch die übersichtliche Runde, das Zelt am Stadtplatz und die gute Stimmung am Streckenrand“, erklärt Kellerer die Strahlkraft des Race24 über die bayerische Landesgrenze hinaus.

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Viele Fahrer würden begeistert Werbung für das Race24 betreiben, weil es durch die Streckenführung über den Stausackerer Berg hinweg und die Wechselzone am Stadtplatz über spezielle Alleinstellungsmerkmale verfüge. Besonders gut würde die ständige Anfeuerung durch die Zuschauer ankommen. Allerdings möchte Veranstalter RSC Kelheim wieder verstärkt Mannschaften aus der Region an den Start bringen.

RSC Kelheim hofft auf örtliche Sportvereine

„Ortsansässige Vereine sind einfach immer gut“, sagt der Rennleiter und erinnert an die Auftritte der Handballer vom ATSV Kelheim, die mit Masken oder alten Fahrrädern die Unterhaltung zusätzlich angekurbelt hätten. „Die Identifikation der Zuschauer mit den Teams steigert sich natürlich, wenn Vereine aus der Region am Start sind.“

Konzentriert warten die Teamfaher auf die Übernhame des Staffelstabes und ihren Renneinsatz. Foto: Manfred Forster
Konzentriert warten die Teamfaher auf die Übernhame des Staffelstabes und ihren Renneinsatz. Foto: Manfred Forster

Dieses Ansinnen sei nicht gerade einfach umzusetzen: Gute Fahrer aus der Region fühlen sich ihren Radteams verpflichtet und entscheiden sich frühzeitig für einen erneuten Start im Trikot des gewohnten Sponsor. Der RSC bekommt diese Umstände am eigenen Leib zu spüren. „Wir möchten heuer gerne eine eigene Truppe auf die Beine stellen. Ob das klappt ist allerdings fraglich“, sagt Kellerer.

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„Wir haben super Rennradler, die auch vorne mitfahren können, aber schon Sponsoren zugesagt haben. Zudem sind RSC-Athleten in die Arbeit beim Race24 eingebunden. Vielleicht stellen wir aber einige Einzelfahrer.“ Aus diesen Gründen bleibe ein RSC-Team heuer „vielleicht ein Traum“. „Wir leisten Überzeugungsarbeit, die wohl noch ein Jahr dauern kann.“

RSC Kelheim dreht an Stellschrauben

Es sei wichtig, weiterhin die Stellschrauben zu justieren und die Attraktivität des Rennens für Fahrer und Publikum gleichermaßen zu steigern, so Kellerer. Absolut bewährt habe sich die Einführung der Seniorenklassen für Damen und Herren im Vorjahr.

Radrennen mit viel Drumherum

  • Vorbereitung:

    Im Vorfeld stemmt das Orgateam mit acht bis zehn Mann aus der Vorstandschaft die ersten Arbeiten. Ab dem Aufbau für das Race24 ist der gesamte Verein von RSC Kelheim mit etwa 80 Personen beschäftigt.

  • Ablauf:

    Das Rennwochenende wird mit der italienischen Nacht am Freitag (10. Juli) eingeleitet. Das Race 24 startet am Samstag, 11. Juli, um 14 Uhr und endet am Sonntag, 12. Juli, um 14 Uhr. Die Siegerehrungen finden anschließend statt.

  • Rahmenprogramm:

    Zwei Stunden nach dem Rennbeginn startet Monique Sonnenschein ihr Unterhaltungsprogramm für Kinder. Am Sonntag spielen die Tangrintler aus Hemau zum Weißwurstfrühstück im Zelt am Stadtplatz auf.

  • Schmankerl:

    Für den Samstagabend soll eine besondere Attraktion für gute Stimmung unter dem Zeltdach am Stadtplatz sorgen. Die Renn-Moderation soll wie in den beiden Vorjahren Bernhard „Fleischi“ Fleischmann übernehmen.

„Es gab einen Zulauf bei den Einzelfahrern. Diese können sich jetzt altersgemäß besser vergleichen“, erklärt der Renndirektor. Die Organisatoren wollen auch weiterhin Wünsche und Anregungen aus Fahrerfeld und Publikum berücksichtigen, um das Niveau des Events zu heben.

Kaum ist der Wechsel vollzogen, beginnt für die Mannschaftsradler die Vorbereitung auf die nächste Runde. Foto: Heike S. Heindl
Kaum ist der Wechsel vollzogen, beginnt für die Mannschaftsradler die Vorbereitung auf die nächste Runde. Foto: Heike S. Heindl

Aufgrund der vorbereitenden Anstrengungen von Pedalrittern und Veranstalter scheint auch heuer die beinahe lückenlose Anfeuerung vom Stadtplatz bis hinauf zum Col de Stausacker gesichert.

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