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Luftpistole

Der große Traum vom Titel ist geplatzt

Luftpistolenschützen vom SV Kelheim-Gmünd finden im Goldmatch ihren Meister. Braunschweiger SG war am Ende zu stark.
Von Alexander Roloff

  • Nach dem ersten Tag des Bundesligafinals herrschte Zuversicht bei den Luftpistolenschützen des SV Kelheim-Gmünd mit Miriam Piechaczek, Damir Mikec, Monika Karsch, Stellvertretender Mannschaftskapitän Tobias Gedler, Simon Weiß, Mannschaftskapitän Florian Markl, Carina Wimmer, Philipp Grimm, Trainer Tobias Piechaczek, Christoph Schultheiß (v. l.). Foto: Thilo von Hagen / DSB
  • Die Gmünder Fans sorgten beim 3:2 gegen Berlin für gute Stimmung. Foto: Thilo von Hagen / DSB

Rotenburg.Das entscheidende Duell im Kampf um den deutschen Bundesligatitel zwischen SV Kelheim-Gmünd und Braunschweiger SG stand lange Zeit auf der Kippe. Gegen Ende des dritten von vier Durchgängen sah die Prognose Außenseiter Kelheim-Gmünd knapp mit 3:2 im Vorteil. Doch mit der letzten Zehnerserie zogen die Braunschweiger an.

Gmünd konnte auf den entscheidenden Positionen das Niveau aus den ersten drei Serien nicht halten und musste sich letztlich mit 0:5 geschlagen geben. „Das Ergebnis schaut blöd aus, aber im finalen Duell ging es enger zur Sache als es das Ergebnis vermuten lässt“, sagt Tobias Gedler, stellvertretender Mannschaftskapitän des SV Kelheim-Gmünd.

„Mit dem Vizetitel haben wir unsere Erwartungen für diese Saison eigentlich getoppt.“

Tobias Gedler

Während Kelheim-Gmünd beim zweitägigen Finale der jeweils vier besten Mannschaften aus der Süd- und Nordstaffel in Rotenburg an der Fulda der vierte Bundesligatitel durch die deutliche Niederlage verwehrt blieb, feierte Braunschweig nach 20 Finalteilnahmen den ersten Triumph.

 Tobias Piechaczek, Trainer vom SV Kelheim Gmünd, fieberte bei den Wettkämpfen seiner Mannschaft mit. Piechaczek war beim letzten Gmünder Titelgewinn 2017 noch aktiver Schütze im Team. Foto: Thilo von Hagen / DSB
Tobias Piechaczek, Trainer vom SV Kelheim Gmünd, fieberte bei den Wettkämpfen seiner Mannschaft mit. Piechaczek war beim letzten Gmünder Titelgewinn 2017 noch aktiver Schütze im Team. Foto: Thilo von Hagen / DSB

Die Enttäuschung über Platz zwei war schnell verflogen: „Mit dem Vizetitel haben wir unsere Erwartungen für diese Saison eigentlich getoppt“, so Gedler, der verspricht: „Nächstes Jahr greifen wir wieder voll an.“

Gmünd gerät früh unter Druck

Im Finale gegen Braunschweig vertraute Trainer Tobias Piechaczek auf das Quintett, das sich im Viertelfinale mit 3:2 knapp gegen PSV Olympia Berlin durchgesetzt hatte. Damir Mikec, Monika Karsch, Philipp Grimm, Simon Weiß und Carina Wimmer sollten Bundesligatitel Nummer vier für den SV Kelheim-Gmünd holen.

Damir Mikec punktete beim 3:2-Sieg gegen SV 1935 Kriftel. Foto: Thilo von Hagen / DSB
Damir Mikec punktete beim 3:2-Sieg gegen SV 1935 Kriftel. Foto: Thilo von Hagen / DSB

Allerdings zeichnete sich auf Position drei rasch die Niederlage von Philipp Grimm gegen Patrick Meyer ab (369:377). Der Braunschweiger war nach 20 Schuss um neun Ringe voraus. Grimm kam in der zweiten Hälfte nur um einen Ring heran. Auf Position zwei ging Monika Karsch mit sechs Ringen Rückstand in die letzte Zehnerserie. Ihr Kontrahent Jonathan Mader hielt den Vorsprung bis zum Schluss und setzte mit 384:378 den ersten Punkt für die Braunschweiger.

Monika Karsch freute sich über den 3:2-Halbfinalerfolg über Kriftel. Foto: Thilo von Hagen / DSB
Monika Karsch freute sich über den 3:2-Halbfinalerfolg über Kriftel. Foto: Thilo von Hagen / DSB

Auf Position vier markierte Braunschweig den nächsten Zähler. Der Gmünder Simon Weiß hatte sich nach zähem Auftakt zwischenzeitlich einen Vorteil erarbeitet, allerdings musste er in der letzten Serie seinem Gegner Michael Bittner einen klaren Vorteil einräumen. Bittner nutzte die Schwächephase des Kelheimers aus und stellte mit 374:369 auf 2:0.

Im Halbfinale gegen SV Kriftel (links) punkteten Monika Karsch (r.) und Damir Mikec. Christoph Schlutheiß holte den entscheidenden dritten Zähler im Stechen. Foto: Thilo von Hagen / DSB
Im Halbfinale gegen SV Kriftel (links) punkteten Monika Karsch (r.) und Damir Mikec. Christoph Schlutheiß holte den entscheidenden dritten Zähler im Stechen. Foto: Thilo von Hagen / DSB

Wenig später war die Partie entschieden, da Patrick Meyer seinen letzten Schuss im Vergleich mit Philipp Grimm in die Zehn platzierte und mit 377:369 den entscheidenden dritten Punkt für Braunschweig holte. Die beiden übrigen Ergebnisse wurden damit nebensächlich. Damir Mikec, der das spannende Duell mit dem 17-jährigen Inder Chaudhary Saurabh zwischenzeitlich gewendet hatte, musste sich auf Position eins am Ende mit 382:383 geschlagen geben.

Am Ende flattern die Nerven

Carina Wimmer hatte sich auf Position fünf anfangs einen großen Vorsprung gegen Vanessa Seeger erarbeitet. Allerdings legte Seeger deutlich zu und setzte Wimmer mit dem letzten Schuss unter Druck: Eine Zehn hätte den Ehrenpunkt für Kelheim-Gmünd gebracht. Mit einer Sieben gab die Gmünderin aber auch den fünften Einzelpunkt (370:372) an den neuen deutschen Meister ab.

Carina Wimmer kam im Viertelfinale gegen PSV Olympia Berlin und im Finale gegen Braunschweiger SG zum Einsatz. Foto: Thilo von Hagen / DSB
Carina Wimmer kam im Viertelfinale gegen PSV Olympia Berlin und im Finale gegen Braunschweiger SG zum Einsatz. Foto: Thilo von Hagen / DSB

„Braunschweig war einfach stärker, das muss man anerkennen“, sagt Gedler. Der Turniersieg sei eine logische Folge der Qualität des Teams und der gezeigten Konstanz gewesen. Braunschweiger überzeugte in der Bundesliga Staffel Nord mit einem Ringschnitt von über 1900. Auch im Viertelfinale (5:0 gegen SGi Ludwigsburg) und im Halbfinale (5:0 gegen Sportschützen Raesfeld) erlaubte sich der neue deutsche Meister keine Blöße.

Ergebnisse

  • Viertelfinale:

    Sportschützen Raesfeld, Tabellenvierter der Bundesliga Nord setzte sich mit 3:2 gegen Südmeister SV Waldkirch durch. Braunschweiger SG fertigte SGi Ludwigsburg mit 5:0, Nordmeister SV Kriftel den SV Murrhardt-Karnsberg mit 4:1 ab.

  • Halbfinale: SV

    Kelheim-Gmünd war durch ein 3:2 gegen PSV Olympia Berlin ins Halbfinale vorgerückt und bezwang dort SV Kriftel mit 3:2. Braunschweiger SG zog mit 5:0 gegen Raesfeld ins Finale ein.

Die Gmünder Schützen hatten am Samstag gezeigt, wie man erfolgreiche Aufholjagden gestaltet. Sowohl gegen PSV Olympia Berlin (3:2) als auch im Halbfinale gegen SV 1935 Kriftel (3:2) rannte Gmünd Rückständen hinterher. Gegen Kriftel spitzte sich das Duell auf das finale Stechen zwischen Kelheim-Gmünds Christoph Schultheiß und Kriftels Maximilian Keller zu: Keller traf die Neun, Schultheiß die Zehn.

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