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Judo

Der „Gurken-Truppe“ blüht der Hopfentee

Bundesliga-Viertelfinale in Abensberg: Spreewald-Team erhält Präsente und geistig behinderte WM-Judoka treffen auf Stars.

Marc Odenthal (li.) und seine Abensberger Kollegen peilen am Samstag den Finalturnier-Einzug an. Foto: Frank Hammerschmidt
Marc Odenthal (li.) und seine Abensberger Kollegen peilen am Samstag den Finalturnier-Einzug an. Foto: Frank Hammerschmidt

Abensberg.Spannung heraufzubeschwören bei einem 11:3-Sieg im Auswärtskampf fällt schwer. Dennoch wird das Rückmatch im Judo-Bundesliga-Viertelfinale zwischen TSV Abensberg und KSC Asahi Spremberg am Samstag ein Ereignis in der Babonenstadt: Zum einen dürfen sich junge Kräfte des deutschen Rekordmeisters auf einen Einsatz freuen, zum anderen treten zuvor Judoka mit geistiger Behinderung in einem öffentlichen Training gegen Abensberger Stars an.

Abensberg bewirbt sich ums Finale

Mit dem klaren Erfolg in Spremberg liegen die Babonen auf Kurs Finalturnier am 4. November – für dessen Ausrichtung sich nun auch der TSV Abensberg bewirbt. „Wir haben diese Woche noch einmal darüber gesprochen und geben jetzt die Unterlagen ab“, erklärt Cheftrainer Jürgen Öchsner. Ein Konkurrent als Veranstalter ist dem Vernehmen nach der Judoclub Leipzig. Nach Abschluss der Viertelfinalpaarungen am Wochenende wird in den nächsten Tagen die Entscheidung über den Austragungsort des „Final Four“ fallen.

„Ich arbeite mit G-Judoka an Schulen.“

Jürgen Öchsner

Ehe es am Samstag, 18 Uhr, zum Viertelfinal-Rückkampf in der Abensberger Josef-Stanglmeier-Halle kommt, erleben etwa 20 bis 25 Judoka mit geistiger Behinderung unvergessliche Stunden. Ab 14 Uhr sind sie zu einem Randori mit Bundesliga-Athleten des TSV geladen. „Ich betreue solche Judoka an der Cabrini- und der Prälat-Michael-Thaller-Schule. Über sie ist Kontakt zum bayerischen Judo-Integrationsbeauftragten Alwin Brenner entstanden“, erzählt Öchsner.

Wie revanchieren sich die Abensberger – in Bildmitte Trainer Jürgen Öchsner – für Spreewaldgurken und Bier? Foto: Walter
Wie revanchieren sich die Abensberger – in Bildmitte Trainer Jürgen Öchsner – für Spreewaldgurken und Bier? Foto: Walter

Diese „G-Judoka“ – die Bezeichnung stammt aus den Niederlanden – stehen vor einem besonderen Ereignis: Vom 19. bis 22. Oktober wird in Köln erstmals eine Judo-WM für geistig behinderte Athleten ausgerichtet. „Ich sollte beim Abschlusslehrgang referieren, aber wegen der Bundesliga kann ich nicht. Da kam mir die Idee, die ganze Truppe einfach einzuladen“, erklärt der TSV-Cheftrainer.

Mit großer Freude nahmen die WM-Schützlinge das Angebot an. „Unsere Bundesliga-Judoka werden ihnen in einem zweistündigen Training Tipps und Tricks weitergeben. Natürlich stehen sie auch zum Ausprobieren zur Verfügung“, so Öchsner. Zur Weltmeisterschaft im G-Judo werden in Köln rund 100 Kämpfer aus 14 Nationen erwartet.

50 Gäste-Fans kommen mit

Die WM-Debütanten dürfen ab 18 Uhr auch den Auftritt ihrer Idole gegen Spremberg verfolgen. Zum geflügelten Wort hat sich die Bezeichnung „Gurken-Truppe“ für die Gäste aus dem Spreewald entwickelt. Die Abensberger erhielten bei ihrem Auftritt in der Region ein paar Gläser Gurken und zwei Fässchen Bier. „Natürlich werden wir uns revanchieren und ihnen etwas Typisches für unsere Gegend schenken – ich denke etwa an das Produkt von den Hopfenstauden. Aber die Palette ist natürlich noch viel reichhaltiger“, lacht Öchsner.

Geschenke auf der Matte dürfen die Spremberger, die in einem Bus mit 50 Fans anreisen, nicht erwarten. „Trotz unseres hohen Sieges sind unsere Judoka hoch motiviert und konzentriert. Auch die Gäste werden sicher noch mal alles raushauen“, sagt der Abensberger Übungsleiter.

Alles rund um den Kampftag

  • Programm:

    Samstag, 14 Uhr, öffentliches Training der G-Judoka (mit geistiger Behinderung) mit Bundesliga-Athleten des TSV Abensberg; 16.30 Uhr Wiegen für den Bundesliga-Kampf; 18 Uhr Beginn Viertelfinal-Rückkampf Abensberg gegen KSC Asahi Spremberg.

  • Ausgangslage:

    Der Rekordmeister siegte in Spremberg mit 11:3, muss also nur ein paar Pünktchen ernten, um den Vorsprung zu verteidigen. In den anderen Viertelfinals gehen das Hamburger JT, KSV Esslingen und JC Leipzig mit den besseren Karten in ihre Begegnungen.

Hinsichtlich der TSV-Besetzung ändert sich gegenüber dem Hinkampf wenig. Der gehörlose Athlet Daniel Scheller darf wieder die 60 kg-Klasse bestreiten, Manuel Scheibel übernimmt die 66 kg-Kategorie. Christopher Völk und Sebastian Seidl (73 kg), Sven Maresch (81 kg), Marc Odenthal, Robert Dumke und Dominik Gerzer (100 kg bis Schwergewicht) sind zusammen mit den Georgiern Zebeda Rekhviashvili (81 kg) und Beka Gviniashvili (90 kg) eine unüberwindbare Armada für den KSC Asahi.

„Wir werden aber Nachwuchskämpfern die Chance geben. Ich denke an Fabian und Dominik Ennerst, Ludwig Igl oder Markus Tuscher. Sie sollen sich zeigen dürfen. Dann wird’s für unsere Freunde aus Spremberg vielleicht auch nicht ganz so schmerzlich“, schmunzelt der Coach. (mar)

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