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Die Kelheimer Sieger der Challenge

Niklas Kellerer und Aron Reitz gewinnen den Ultratriathlon „for two“ in Regensburg. „Die Zeit hat uns geplättelt“, sagen sie.
Von Martin Rutrecht

Niklas Kellerer (l.) und Aron Reitz gewannen die „Challenge for two“ in 8:07:52 Stunden. Fotos: marathon-photos.com
Niklas Kellerer (l.) und Aron Reitz gewannen die „Challenge for two“ in 8:07:52 Stunden. Fotos: marathon-photos.com

Kelheim.Sie gingen fast ein wenig unter. Groß war der Jubel um Challenge-Sieger Jan Raphael beim Ultratriathlon in Regensburg, gefeiert wurde der zweitplatzierte Lokalmatador Sebastian Neef. Viele Augen richteten sich auf Sonja Tajsich, die sich im Mixed der „Challenge for two“ Platz eins mit Thomas Stecher gesichert hatte. Die Gewinner dieses neuen Formats, bei dem sich zwei Athleten die Distanzen teilen, im Feld der Männer hatten wenige auf dem Zettel: Niklas Kellerer und Aron Reitz vom RSC Kelheim siegten in einer starken Zeit von 8:07:52 Stunden, nur fünf Minuten hinter dem Profi-Solisten Raphael.

„Schwimmen ist nicht so unsere Stärke.“

Aron Reitz

„Die Zeit ist der Wahnsinn!“, sagen der Kelheimer Kellerer (23) und der 25-jährige Reitz, der aus Vohburg stammt. „Wir haben die zweitbeste Marke bei der Challenge gesetzt, nur Jan Raphael war im Einzel schneller.“ Der Athlet aus Hannover ist immerhin Profi und zweifacher Ironman-Vizeeuropameister. „Wir müssten noch ein paar Stunden Training drauf packen, dann könnten wir ihn auch stellen“, schmunzelt Kellerer.

Der neue Wettkampf „Challenge for two“ richtete sich an Zweier-Teams, die sich die Langdistanz-Strecken 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen (Marathon) je zur Hälfte teilen. „Ich habe die Ausschreibung gelesen und Nik gleich angeschrieben. Zeitgleich hat er auch bei diesem Wettbewerb an mich gedacht“, erzählt Aron Reitz, der im Bereich des Ultratriathlons schon solistische Erfahrung hat: Sechs Stück dieser Herausforderungen hat er seit 2010 bereits bestritten. Seine schnellste Zeit lag in Frankfurt bei 9:26 Stunden.

Vom Biathleten zum Triathleten

„Seit meinen Anfängen bin ich immer am Ball geblieben. Ich trainiere täglich, wenn es möglich ist“, sagt der 25-Jährige, der an der Uni Erlangen Elektrotechnik studiert. Im Vergleich zu ihm ist Kellerer ein „Newcomer“. Der frühere Biathlet von der Bundeswehr-Sportfördergruppe versuchte über Jahre, in der erweiterten deutschen Spitze der Skijäger Fuß zu fassen. Zeitweise trainierte er unter Ricco Groß, konnte den Anschluss aber nicht finden und trat nach dem Winter 2016 ab. Heute ist der Kelheimer DSV-Techniker im IBU-Cup und Nachwuchstrainer in Ruhpolding.

Niklas Kellerer kommt aus dem Biathlon-Sport. Er war unter anderem Deutscher Jugendmeister.
Niklas Kellerer kommt aus dem Biathlon-Sport. Er war unter anderem Deutscher Jugendmeister.

„Als Biathlet war ich Radfahren und Laufen zur Vorbereitung gewohnt. Vor drei Jahren habe ich in Regensburg einen ersten Triathlon über die Sprintdistanz absolviert und am Chiemsee die olympische Distanz“, erklärt Kellerer. „Ich mache das, um fit zu bleiben, und trainiere nicht nach Plan. Es soll bloß eine Gaudi sein.“

Vor der Challenge trainierte jeder für sich. Beide RSC-Athleten räumen lachend ein: „Schwimmen ist nicht unsere Stärke.“ Deshalb sei man auch von einer Zielzeit von etwa neun Stunden ausgegangen. Reitz stürzte sich als Erster in den Guggenberger Weiher. Nach 1,9 Kilometern übergab er an seinen Kompagnon, der die zweiten 1,9 Kilometer abspulte. Nach 1:04 Stunden stieg Kellerer aus dem See. „Wir hatten zwölf Minuten Rückstand auf die Führenden der Challenge for two.“

Aron Reitz bestritt seinen ersten Ultratriathlon mit 18 Jahren, damals auch in Regensburg.
Aron Reitz bestritt seinen ersten Ultratriathlon mit 18 Jahren, damals auch in Regensburg.

Jetzt kam aber ihre Domäne, das Radfahren. Reitz holte auf seinen 90 Kilometern bereits zehn Minuten auf. Sein Kollege, der vom Kelheimer 24-Stunden-Radrennen gestählt ist, stellte die Führenden bei Kilometer 145 und kam mit über vier Minuten Vorsprung in die Regensburger Innenstadt. „Wir sind die Radstrecke in der Woche zuvor einmal abgefahren und wussten, dass es ein schneller Split wird. Auf dem flachen Terrain ist es für uns optimal gelaufen.“ Was die Radzeit von 4:12:54 Stunden belegt.

Knieschmerzen davon gelaufen

Vom Dultplatz aus startete der gebürtige Vohburger in den Marathon. „Das war dann einfach schön zu laufen, mit dieser Stimmung in der Stadt.“ Nach dem halben Marathon klatschte er wieder mit Kellerer ab. Der hatte allerdings Knieprobleme. „Schon nach zwei Kilometern habe ich außen an den Knien gespürt, dass es weh tut.“ Der 23-Jährige überlegte pragmatisch: „Wenn ich langsamer renne, tut es länger weh.“ Also blieb er bei seinem Tempo und erreichte nach 2:48:54 Stunden für den Marathon das Ziel am Domplatz. Hand in Hand liefen Aron Reitz und Niklas Kellerer durch die Menschenmenge.

„Nächstes Jahr will ich das erste Mal im Einzel starten.“

Niklas Kellerer

„Diese Erfahrung ist einfach cool“, bilanziert der frühere Skijäger. „Das kann uns keiner mehr nehmen“, ergänzt sein Kollege. Immer wieder kommen sie in ihren Schilderungen auf die gute Zeit zurück. „Ich hatte vorher mal ausgetüftelt, dass wir 8:20 schaffen könnten“, sagt Reitz, „aber diese Duftmarke ist bombig.“ Auf das zweitplatzierte Herren-Duo hatten die RSC-Männer über 24 Minuten Vorsprung. Am Rand der Laufstrecke teilten ihnen Eltern und Vereinskollegen immer wieder den Abstand mit.

Nun juckt der erste Einzelstart

Ob sie das Format wieder bestreiten wollen, wissen sie noch nicht. „Das entscheiden wir nach Lust und Laune.“ Kellerer ist aber auf den Geschmack gekommen: „Ich werde nächstes Jahr meinen ersten Langdistanz-Triathlon im Einzel in Angriff nehmen.“ Reitz verfolgt solche Pläne aktuell nicht. „Bei mir steht die Masterarbeit an und danach kriege ich vermutlich eine Promotionsstelle.“ Ausschließen will er ein Comeback aber nicht. Man kann sich’s ja auch teilen.

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