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Sport aus Kelheim
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Judo

Ein Appetithappen vor dem Gyros

Der TSV Abensberg fertigt in der Judo-Bundesliga Aufsteiger Mannheim mit 10:4 ab – und guckt beim Griechen Champions League.
Von Martin Rutrecht

David Krämer (in blau) wurde nach zwei souveränen Siegen TSV-intern zum „Man of the Day“ gekürt. Foto: Heike S. Heindl
David Krämer (in blau) wurde nach zwei souveränen Siegen TSV-intern zum „Man of the Day“ gekürt. Foto: Heike S. Heindl

Abensberg.Erwartungsgemäß war es kein großer Auftrag für den TSV Abensberg, in der Judo-Bundesliga bei Aufsteiger JT Heidelberg/Mannheim zu bestehen. Mit 10:4 entledigte sich der deutsche Rekordmeister souverän der Aufgabe und führt nun gemeinsam mit dem TSV Großhadern (ein Kampf mehr) die Staffel Süd an. Am Samstag, 9. Juni, kommt eben jener Erzrivale zum Gipfel an die Abens.

„Solche Teams sind sicher kein Gradmesser wie Großhadern oder Leipzig.“

Jürgen Öchsner

„Es lief alles, wie wir es uns erwartet und erhofft hatten“, sagte TSV-Coach Jürgen Öchsner nach dem Auftritt beim Liga-Neuling. Nur 13 Sekunden benötigte Team-Kapitän Robert Dumke (90 kg) bei seinem Auftaktsieg gegen Tobias Diehl. Dominik Gerzer legte bis 100 kg gegen Mirco Ohl nach knapp zweieinhalb Minuten nach. Manuel Scheibel (66 kg) musste gegen den zähen Jonas Mollet bis in die vorletzte Sekunde arbeiten, um den Sack zuzumachen. Schwergewichtler Simon Glockner baute die Gästeführung gegen Markus Eisenmann auf 4:0 aus. Den ersten Punkt für die Mannheimer steuerte der erfahrene Jan Mollet gegen Falk Biedermann (60 kg) bei.

Weiterer Debütant auf der Matte

Mit Markus Tuscher brachte Abensberg im nächsten Duell einen jungen Recken, der sich bis 81 kg dem Dritten der Deutschen Meisterschaft, Finn Seeger, gegenüber stellte. Im Übergang zum Boden packte der Babone seine bevorzugte Umdrehtechnik aus und drückte Seeger auf die Matte. Nach zwölf Sekunden konnte sich der JT-Rivale befreien, aber eine mittlere Wertung hatte Tuscher verbucht. Taktisch klug und von seinen Teamkollegen am Mattenrand frenetisch angefeuert, verteidigte der TSV-Judoka seinen Vorsprung. „Das war ein wichtiger Punkt fürs Team und vor allem für ihn“, freute sich Öchsner.

Markus Tuscher (l.) ehrte David Krämer als „Man of the Day“. Foto: Öchsner
Markus Tuscher (l.) ehrte David Krämer als „Man of the Day“. Foto: Öchsner

Mit all seiner Routine erhöhte David Krämer gegen Helmut Blank vorzeitig zur 6:1-Pausenführung. Auch Dumke ließ zu Beginn des zweiten Durchgangs seine Erfahrung spielen und siegte erneut gegen Diehl, der sich nun besser eingestellt hatte. Gerzer setzte gegen Matteo Hill das 8:1 drauf. Philip Graf (66 kg) hat nach seiner Weltreise noch Trainingsrückstand und fand in Jonas Mollet seinen Meister. Um so flinker war im Schwergewicht Marc Odenthal, der Marc Möller nach 30 Sekunden mit einem Kopfwurf auf die Matte donnerte.

Die Abensberger Youngsters Daniel Scheller (gegen Jan Mollet) und Mattias Tuscher (gegen Jannis Hill) mussten ihre Kämpfe in der Folge abgeben. Für den Bruder von Markus Tuscher war es der erste Erstliga-Einsatz. „Er hat etwas zu zaghaft und zurückhaltend agiert“, meinte Coach Öchsner, der aber positiv hervorhob, dass ein weiterer junger Babone die Feuertaufe feierte. Im letzten Duell schraubte Krämer gegen Pascal Bruckmann den 10:4-Endstand fest. Er erhielt auch die vereinsinterne Auszeichnung „Man of the Day“.

Klare Hackordnung

  • Tabelle:

    In der Bundesliga-Gruppe Süd marschieren die arrivierten Klubs TSV Abensberg, TSV Großhadern, JC Leipzig und KSV Esslingen vorneweg. Auf den JC Rüsselsheim folgen gebündelt die Aufsteiger auf den letzten vier Rängen der neun Teams zählen Staffel.

  • Überlegenheit:

    Im Norden zieht das Hamburger Judoteam an der Spitze einsam seine Kreise. Maximal vier Gegenpunkte ließ der amtierende Deutsche Meister bisher in den Kämpfen zu.

Angetan war der Rekordmeister von der Stimmung und der Gastfreundschaft in der Halle. „Unser früherer Kämpfer Marco Welz, der jetzt Physiotherapeut des deutschen Frauen-Nationalteams ist, wohnt in der Gegend und kam auch vorbei. Das Zuschauerinteresse war groß“, berichtete der TSV-Trainer. Nach dem Auftritt kehrten die Babonen um die Ecke bei einem Griechen ein und verfolgten das Finale der Champions League.

Die großen Brocken kommen

Nach drei Kämpfen in der Bundesliga weist Abensberg die volle Punktzahl aus. Alle drei bisherigen Kontrahenten sind Aufsteiger und hatten keine Chance. Zur Wertigkeit dieser Duelle meint Jürgen Öchsner: „Das sind sicher keine Herausforderungen wie Großhadern oder Leipzig. Die Neulinge verfügen nicht über Topathleten. Aber man muss die Saison abwarten und sehen, ob nicht der eine oder andere Aufsteiger ein wenig aufrüstet.“ Für das Derby gegen den Erzrivalen Großhadern will sich Abensberg wappnen – Sebastian Seidl soll unter anderem kommen.

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