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Action

Ein Flug-Spektakel für Mutige

Mit großer Geschwindigkeit und Höhe begeisterte das Hangtime-Festival am Agathasee. „Slip and Slide“ war die Hauptattraktion.
Von Thomas Kreidemeier

Beim Hangtime-Festival am Agathasee hatten die Gäste ordentlich Gaudi – Highlights waren „Slip and Slide“ (im Bild) und „Blobbing“. Foto: Kreidemeier
Beim Hangtime-Festival am Agathasee hatten die Gäste ordentlich Gaudi – Highlights waren „Slip and Slide“ (im Bild) und „Blobbing“. Foto: Kreidemeier

Riedenburg.Am Anfang sah es einschüchternd aus, wie einige Luftakrobaten fast zehn Meter hoch und nebenbei noch über den halben See geflogen sind. Und wie die „Nichtkönner“ dagegen mit Bauch oder Rücken voran aufs Wasser geklatscht sind. Nun war unser Autor am Start. Das Seil zog an, er wurde immer schneller, da kam schon die Rampe und dann – flog er. Hoch und weit, schwerelos – bis ihn die Realität einholte und er mit ordentlich Bumms auf das Wasser klatschte. Immerhin – ein Rückwärtssalto sei dabei herausgekommen. Unglaublich, gigantisch, unbeschreiblich – solche Adjektive hatten andere Wagemutige nach ihrem „Slip and Slide“ geäußert.

Als Rahmen fungierte das „RAD Hangtime Festival“ am Agathasee in Riedenburg am vergangenen Samstag und Sonntag – ein Wochenende für Fun- und Extremsportbegeisterte. Der Verein „RAD Germany“ war damit nach 2018 zum zweiten Mal am beliebten Badesee zu Gast, Premiere hatte das Event andernorts 2017 gefeiert.

„Das brauchen wir auch“

Und ab geht die wilde Fahrt. Foto: Kreidemeier
Und ab geht die wilde Fahrt. Foto: Kreidemeier

Mitorganisator Felix Aurig erläutert: „Wir sind eigentlich ein Tricking-Verein, das ist eine Mischung aus Turnen, Breakdance, Kampfsport und Akrobatik. Seit 2009 treten wir auch bei Shows auf. Einen ,Slip and Slide‘ haben wir zufällig auf Reisen entdeckt und entschieden: das brauchen wir auch.“ Genutzt wurde die Maschine zunächst nur privat. Aber die Idee fand zunehmend Anklang bei Freunden und Bekannten. So beschloss „RAD Germany“, daraus ein öffentliches Event zu machen, eine Gaudi für alle: Um die 1000 Personen seien am Samstag „geslipt“ und „geslidet“, schätzt Aurig.

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Das Hangtime-Festival am Agathasee

Beim „Slip and Slide“ wird man auf einem Reifen am Seil auf einer Rutschbahn durch einen Motor beschleunigt. Über eine 45 Grad steile Rampe schießt man nach oben, lässt los und plumpst aus bis zu zehn Metern Höhe auf das Wasser – mehr oder weniger elegant. „Da ist sogar ein Triple-Backflip, also ein dreifacher Rückwärtssalto möglich, aber auch ein Vorwärtssalto oder Schrauben“, erklärte Aurig die Möglichkeiten für Stunts.

RAD Germany

  • Der Verein:

    RAD Germany ist eigentlich im „Tricking“ beheimatet – einer Mischung aus Turnen, Breakdance, Kampfsport und Akrobatik.

  • Das Event:

    Seit 2017 gibt es das „Hangtime-Festival“. Allerdings nicht, um damit Geld einzunehmen, sondern wegen der Gaudi für alle. „Wir haben selber total Bock darauf und wenn sonst niemand so was organisiert, machen wir es eben“, so Organisator Felix Aurig.

Am Sonntag war „Blobbing“ an der Reihe: Dabei wird man von einem Luftkissen hochkatapultiert, indem auf die andere Seite des Luftkissens mehrere Menschen springen – auch hier sind große Höhen möglich und Action geboten. Zudem gab es „Bubble Ball“, wo man in riesigen aufblasbaren Plastikbällen herumtollen kann, Slacklines, ein Parkour-Gerüst und Live-Bands.

„Wir haben lange in und um Regensburg nach so einer Location gesucht, wir brauchen für die Attraktionen zwingend einen See. Hier am Agathasee waren die Leute super nett und kooperativ und haben uns unterstützt“, schwärmt Aurig. Nötig sei eine Wassertiefe von mindestens drei bis dreieinhalb Metern, ergänzt er.

Wiederholung im nächsten Jahr

Nächstes Jahr wollen sie wieder kommen an den Badesee – es ist das einzige öffentliche Event im ganzen Jahr, wo „Slip and Slide“ und „Blobbing“ möglich sind. „Schließlich arbeiten wir auch alle oder studieren – das hier ist nur unser Hobby, damit wollen wir kein Geld verdienen“, sagt Felix Aurig. Ein wenig überfordert waren die Organisatoren heuer mit dem Andrang: Auf der Warteliste standen manchmal über 50 Personen, denn bis der Reifen wieder ans Ufer gebracht werden kann, dauert es eine Weile. „Letztes Jahr waren nur zehn Leute da, deshalb haben wir mit so vielen Gästen einfach nicht gerechnet“, erklärt Felix Aurig das Problem.

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