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Silvesterlauf

Ein Jubiläumslauf der Rekorde

In Sandharlanden purzelten am Silvestermorgen Bestleistungen und Teilnehmerrekorde. Die 30. Auflage war eine besondere.
Von Alexander Reichmann

Matthias Ewender (Nr.2) und Tobias Schreindl (Nr. 557) sollten am Ende den Sieg unter sich ausmachen.  Foto: Alexander Reichmann
Matthias Ewender (Nr.2) und Tobias Schreindl (Nr. 557) sollten am Ende den Sieg unter sich ausmachen. Foto: Alexander Reichmann

Sandharlanden.Schon in den Tagen vor dem Silvesterlauf ahnten die Mitglieder der Sandharlandener Konditionsgruppe, dass ihre 30. Jubiläumsveranstaltung eine ganze besondere werden könnte. Bei der Voranmeldung war ein erster Rekord zu vermelden. Und nachdem sich einen Tag vor dem Wettbewerb abzeichnete, dass das Wetter sehr gut werden würde, gab es zudem noch einmal einen Run auf die Nachmeldung. „Wir hatten gestern noch über 170 Nachmelder, die haben alle den Wetterbericht abgewartet“, berichtet Marc Utry, Abteilungsleiter die Konditionsgruppe. Und das Wetter war wunderbar, strahlender Sonnenschein und Temperaturen leicht unter Null. Mit 995 Teilnehmern in den drei Wetterbewerben – 15 Bambini, 99 Schüler und 881 Erwachsene – pulverisierte man damit die bisherige Bestmarke von gut 880 aus dem Jahr 2017. „Wir sind heute natürlich alle super zufrieden und stolz“, freute sich Utry.

Streckenrekorde fallen erneut

Doch nicht nur die Teilnehmerzahlen brachen alte Rekorde, auch auf der Laufstrecke ging es heuer so schnell zu wie nie zuvor. Philipp Bertsch, Lokalmatador aus Abensberg war sich schon vor dem Start sicher: „Heute wird es richtig eng und schnell, man wird für den Sieg wohl einen neuen Streckenrekord brauchen.“ Der lag bisher bei 31 Minuten und 41 Sekunden, aufgestellt vom Vierfachsieger Matthias Ewender von der LG Region Landshut im vergangenen Jahr. Ewender und Teamkollege Tobias Ulbrich, 2018 zweiter hinter Ewender, waren wieder mit dabei. Doch ein neues Gesicht wollte Ewender den fünften Sieg in Sandharlanden streitig machen. Tobias Schreindl (LG Passau) ist in der deutschen Laufszene alles andere als ein Unbekannter. Der 31-jährige war 2014 deutscher Marathonmeister und hatte eine Bestzeit eine über zehn Kilometer von 30 Minuten und sieben Sekunden. „Normalerweise starte ich bei Silvesterläufen in Österreich oder auch mal in München, heute bin ich aber hier“, sagte er.

Tobias Schreindl gelang mit 30:45 ein neuer Rekord.  Foto: Reichmann
Tobias Schreindl gelang mit 30:45 ein neuer Rekord. Foto: Reichmann

Und die drei Athleten ließen den Rest des Feldes auf der Strecke bald hinter sich. Bis zur Ziegelei, also rund zwei Kilometer vor dem Ziel, waren noch alle drei zusammen. Dann musste Ulbrich abreißen lassen. Schreindl beschleunigte noch einmal und auch Ewender konnte nicht folgen. So siegte Tobias Schreindl bei seinem Premierenstart im Jubiläumsjahr in der Fabelzeit von 30 Minuten und 45 Sekunden. Ewender finishte in 30:51 und auch die 31:04 von Tobias Ulbrich hätten in allen anderen Jahren noch zum Streckenrekord gereicht. Philipp Bertsch lief mit 32:30 auf Rang vier und der junge Triathlet Leo Kreuzer kam als nächstbester Läufer aus dem Landkreis Kelheim mit 33:57 auf den siebten Platz.

Heftiger Kampf bis ins Ziel

Schreindl und Ewender beglückwünschten sich im Ziel und Matthias Ewender, dessen Kinder beim Bambinilauf gestartet waren, sagte lächelnd: „Ich war fast eine Minute schneller als beim Streckenrekord im vergangenen Jahr. Auch wenn es trotzdem nicht gereicht hat, bin ich dennoch sehr zufrieden. Meine Zeit ist hervorragend.“ Und Schreindl ergänzte: „Eigentlich wollte ich hier gemütlicher laufen, aber die beiden (Ewender und Ulbrich) waren super drauf und haben mir einen heftigen Kampf geliefert.“ Der Passauer erklärt, dass so ein Silvesterlauf nie ganz einfach sei: „Die Saison ist beendet und die Vorbereitung hat noch nicht wirklich begonnen, deshalb weiß man nicht, wo man steht.“

Sieger-Coach trug die Olympische Fackel

Seine Bestzeiten über zehn Kilometer können sich sehen lassen. 29:11 Minuten auf der Bahn und 30:07 auf der Straße stehen da zu Buche. „Nächstes Jahr würde ich gerne die 30 Minuten-Marke auf der Straße knacken.“ Sein Trainer ist übrigens Günter Zahn, mehrfacher deutscher Meister über diverse Laufdistanzen und als 18-jähriger Juniorenläufer Schlussläufer des Fackellaufs und Entzünder des olympischen Feuers 1972 in München. „Wir sind Hobbysportler, trainieren aber wie Profis“, sagt Schreindl. Das gehe nur, weil seine Frau ebenfalls Marathons läuft. „Wir teilen uns die Arbeit im Haus und das Training auf. Aber für viel mehr bleibt da kaum Zeit“, so der Sieger des 30. Silvesterlaufs.

Maria Kerres pulverisiert Bestzeit

Auch bei den Damen fiel der Streckenrekord wie schon im vergangenen Jahr. Maria Kerres vom Peppex Sports Team aus Regensburg holte sich den dritten Sieg in Serie. Im vergangenen Jahr gewann sie mit 35:29 Minuten. Heuer kündigte sie schon vor dem Start an, dass sie die 35-Minuten-Marke angreifen wolle. Am Ende kam sie in 34:09 ins Ziel und distanzierte Anna Plinke (LG Telis Finanz Regensburg) und Anita Weber (FTSV Straubing) um über dreineinhalb beziehungsweise über viereinhalb Minuten.

Maria Kerres, Siegerin des Silvesterlaufs 2019 in Sandharlanden bei den Frauen  Foto: Alexander Reichmann
Maria Kerres, Siegerin des Silvesterlaufs 2019 in Sandharlanden bei den Frauen Foto: Alexander Reichmann

Mit dieser Fabel-Rekordzeit wäre sie auch bei den Männern unter den Top Ten gewertet worden. „Ich bin derzeit einfach gut in Form, dennoch weiß man natürlich nie, was in so einem Rennen passiert“, so Kerres nach ihrem Sieg im Gespräch mit der MZ. Nachdem die weibliche Konkurrenz auf der Strecke sehr weit weg war, orientierte sie sich wieder einmal an den Herren. „Leider konnte ich den, mit dem ich mitlief, am Ende nicht ganz halten.“

Vor den „Großen“ gingen schon die ganz Kleinen auf die Strecke. Der Bambini-Lauf führte mit einer Streckenlänge von 400 Metern einmal um den Fußballplatz. Hier gab es keine Zeitnahme und „nur Sieger“, trotzdem wollte der eine oder andere natürlich der Schnellste sein. Beim Jugendlauf über zwei Kilometer ging es dann schon etwas anders zu. Leonhard Küffner (run&bike Kelheim) siegte hier in 7:09 Minuten, das macht gerade mal etwas mehr als 3:30 pro Kilometer, eine richtig gute Zeiten beim Läufernachwuchs.

Die Ergebnisse:

  • Zehn-Kilometer-Lauf Herren:

    1. Tobias Schreindl (LG Passau): 30:45; 2. Matthias Ewender (LG Region Landshut): 30:51; 3. Tobias Ulbrich (LG Region Landshut): 31:04; 4. Philipp Bertsch (LG Region Landshut): 32:30; 5. Markus Stöhr (ESV Ingolstadt): 33:09.

  • Zehn-Kilometer-Lauf Damen:

    1. Maria Kerres (Peppex Sports Team): 34:09, 2. Anna Plinke (LG Telis Finanz Regensburg): 37:45; 3. Anita Weber (FTSV Straubing): 38:53; 4. Constanze Boldt (Lauf und Berg König): 39:04; 5. Julia Steiner (Läufer mit Herz): 40:40.

  • Zwei-Kilometer-Lauf Jungen:

    1. Leonhard Küffner (run&bike Kelheim): 07:09; 2. Jonas Diepold (SV Hienheim): 07:21; 3. Tilman Huber (Grüne Au Peising): 07:25; 4. Liam Parker (run&bike Kelheim): 07:27; 5. Christoph Limmer (Grüne Au Peising): 07:50.

  • Zwei-Kilometer-Lauf Mädchen:

    1. Hanna Müller (LG Telis Finanz Regensburg): 07:57; 2. Eva-Maria Rauscher (Skiclub Großberg): 08:29; 3. Luna Festl (FSV Sandharlanden): 08:52; 4. Andschana Thalmann (run&bike Kelheim): 09:00; 5. Anna Krausenecker (Altbachschützen Hausen): 09:14.

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