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Kurpackungen

Ein Profi fühlt sich besonders zu Hause

Jahn-Verteidiger Matthias Dürmeyer aus Abensberg hat im Trainingslager in Bad Gögging ein Heimspiel. „Es ist eine geile Sache.“ SSV-Chef lobt Kurort.
Von Jürgen Scharf und Martin Rutrecht

  • Der SSV Jahn trainiert noch bis Samstag auf den Plätzen des TSV Neustadt. Foto: Pieknik
  • Matthias Dürmeyer (24) ist seit 14 Tagen Jahn-Profi. Foto: Archiv
  • Königlich untergebracht sind die Jahn-Profis und ihr Coach Alexander Schmidt im Monarch. Foto: Scharf

Neustadt.Hier lässt es sich als Fußballklub aushalten. „Der Rasen ist wirklich stark“, freut sich Assistenzcoach Harry Gfreiter aus Lengfeld über den frisch präparierten Nebenplatz im Anton-Treffer-Stadion, auf dem der SSV Jahn Regensburg seine Übungseinheiten durchzieht. Noch bis Samstag sind die Profis des Drittligisten in Neustadt bzw. Bad Gögging zu Gast. Für einen Mann ist es ein besonderer Aufenthalt: Verteidiger Matthias Dürmeyer ist als Neo-Profi nicht nur zum ersten Mal dabei – seine Heimatstadt Abensberg liegt nur wenige Kilometer entfernt.

Für den 24-Jährigen hat sich die Welt binnen kurzer Zeit ziemlich gewandelt. Vor einigen Wochen hatte er noch einen Job im Familienbetrieb in Abensberg. Nach getaner Arbeit – „ich bin um 6 oder 7 Uhr aufgestanden“ – brauste er fast täglich nach Regensburg, um dort für den Jahn II zu trainieren oder zu spielen. Jetzt hat er einen neuen Job – Dürmeyer hält seit Mitte Juni seinen ersten Profi-Vertrag in Händen. „Ich wollte schon als Kind Profi beim Jahn werden. Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Richtig realisiert habe ich’s noch nicht.“

Seine Eltern sind die „Edelfans“

Für besondere Gefühlsmomente ist im Trainingslager auch nicht Zeit. „Jeden Tag drei Einheiten hatte ich als Kicker noch nicht“, sagt Dürmeyer. „Ich versuche, alles zu geben, hundert Prozent“, so der Defensivakteur, der über TSV Abensberg, SpVgg Landshut und FC Dingolfing 2011 zum Jahn stieß, wo er als Jugendspieler auch schon mal war. Dass er jetzt als Profi einen Steinwurf von zu Hause trainiert, genießt Dürmeyer. „Spezln von früheren Vereinen schauen vorbei und zum Test gegen Bamberg waren meine Eltern da.“ Diesen gebühre ohnehin das Attribut „Edelfans“. „Sie sind beim Jahn II von Franken bis Schwaben überall mit hingetingelt.“ Ein Abstecher zum Elternhaus ist nicht drin. „Daran hab’ ich auch noch nicht gedacht. Ich bin voll auf das Trainingslager fokussiert.“ Dürmeyer will sich bis zum Saisonauftakt einen Platz in der Startelf erkämpfen. „Ich fühle mich gut und traue es mir zu.“

Auch der übrige Jahn-Tross verspürt den Wohlfühlfaktor des Kurorts. Die Vereinsspitze hat nur die besten Worte für die Gastgeber in Bad Gögging und Neustadt. „Hier finden wir hervorragende Bedingungen vor“, lobt Jahn-Sportchef Christian Keller. Das Hotel Monarch biete den Spielern „tolle Zimmer, optimale Regenerationsmöglichkeiten, eine sportlergerechte Verpflegung und nicht zuletzt allzeit hilfsbereites Personal“. Zudem gebe es eine sehr gute Kooperation mit dem TSV Neustadt: „Dieser hat uns einen großartigen Rasenplatz zur Verfügung gestellt und das Testspiel gegen Eintracht Bamberg super organisiert.“ Kellers Fazit fällt dementsprechend aus: „Wir können uns in Bad Gögging ausgezeichnet auf die anstehende Saison vorbereiten.“

Bei WM-Spielen fallen die Augen zu

Ruhephasen gibt es sehr wohl. Die verbringen die Kicker teilweise mit Zeitunglesen in der Hotel-Lobby oder mit Spaziergängen. Deswegen braucht sich niemand zu wundern, der in diesen Tagen nach Bad Gögging kommt und größere Gruppen junger Männer in Trainingsklamotten auf der Straße sieht. Und wie es heißt, sind die Jahn-Spieler auch nicht genervt, wenn sie nach einem Autogramm gefragt werden. Am Abend allerdings sind die Profis ziemlich alle. „Bei einigen späteren WM-Spielen hab’ ich den Schlusspfiff nicht mehr erlebt, weil mir schon das Gesicht eingeschlafen ist“, sagt der Abensberger Matthias Dürmeyer.

Aus der Hotel-Lobby

Löwen-Suche: Gerüchten, dass sich zum Trainingslager des SSV Jahn auch stets ein paar Fans des TSV 1860 München einfinden, tritt Jahn-Coach Alexander Schmidt entgegen. Zwar gibt es im Landkreis Kelheim in der Tat bekanntlich traditionell viele Fans der Löwen, ihrem alten Coach Schmidt haben sie in Bad Gögging aber noch nicht explizit einen Besuch abgestattet. „Ich habe auf jeden Fall noch keine gesehen“, sagt Schmidt der MZ. Vor einigen Tage wollte der frühere 1860-Trainer noch welche zu Jahn-Fans gemacht haben. Vielleicht gelten die jetzt nicht mehr als Löwen-Anhänger.

Zapfenstreich: Dass der Kurort nicht gerade für ein großes Kneipenangebot oder ein ausschweifendes Nachtleben bekannt ist, dürfte den Jahn-Verantwortlichen gut passen. Eine Woche lang steht für die Spieler rund um die Uhr Fußball und körperliche Ertüchtigung auf dem Programm – für WM-Partys oder dergleichen ist da abends keine Energie mehr eingeplant. Auch aufs Public Viewing am Donnerstag im Jahn-Stadion wurde verzichtet.

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