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Ein Trio will den Rekordmeister stürzen

Am Samstag steigt in Großhadern das Judo-Bundesliga-Finale 2013. Die Herausforderer sagen Abensberg den Kampf an.

Tobias Englmaier (in weiß) startete 2012 bei den Olympischen Spielen und ist Großhaderns neue Hoffnung. Er möchte seine Farben ins Finale führen, wo möglicherweise Erzrivale Abensberg wartet. Foto: dpa

abensberg. Alle Jahre wieder: Im Herbst steigt irgendwo in der Republik die Endrunde zur Judo-Bundesliga – und Meister wird der TSV Abensberg. Seit 2002 steht in der Liga-Chronik einzig der Name der niederbayerischen Hochburg in der Rubrik „Titelträger“. Am Samstag (12 Uhr) kommt es in Großhadern zum Showdown 2013. Selten wirkten die Kontrahenten des 18-fachen Meisters so entschlossen, die Serie zu beenden, wie diesmal.

Vier Klubs haben sich für die Endrunde qualifiziert, darunter selbstredend Abensberg. Dem TSV stellt sich der Judoclub (JC) Leipzig im Halbfinale in den Weg. „Vom Kader her müssten wir als Sieger hervorgehen“, sagt Babonencoach Radu Ivan. Aber, so schickt er hinterher, „es könnte knapp werden.“ Denn Leipzig verfüge über ehemalige Nationalkaderrecken sowie erfahrene ausländische Verstärkungen, die bei European- und World-Cup-Turnieren Medaillen eroberten.

Babonen vor Leipzig gewarnt

Simon Yakoub (60 kg) war in der U 21 Deutscher Meister, Johannes Herzig und Philip Mackeldey (beide 66 kg) erwiesen sich in der Vorrunde als Punktgaranten. Vor allem aber kann Leipzig hier auf den Rumänen Laszlo Szoke vertrauen, der schon im Viertelfinale gegen Potsdam gesetzt war. Die Brüder Robert und Hannes Konrad, Robert Gess und Norbert Fleischer können in den Klassen darüber jeden Widersacher ärgern. Schwergewichtler Fabian Hubert hat im bisherigen Saisonverlauf nur gegen Abensbergs Vorzeigeathlet Andreas Tölzer verloren. Der Rumäne Costel Danculea (73 kg) sowie der Schweizer Ludovik Charmmartan (60 kg) wären Pfunde, mit denen der JC auch wuchern könnte. „Die Leipziger werden uns nach allen Regeln der Kunst zusetzen“, so Radu Ivan.

Im zweiten Halbfinale treffen Gastgeber TSV Großhadern und KSV Esslingen aufeinander. Insgeheim träumt der Hausherr vom großen Wurf. Mit Olympia-Starter Tobias Englmaier (60 kg) hat Großhadern endlich wieder ein Flaggschiff. In seiner Bugwelle könnten Athleten wie Stefan Friedrich, Julian Kolein (beide 73 kg), Simon Glockner (90 kg) und Christian David (100 kg) neue Ufer erreichen. Setzt der Ausrichter geschickt seine Legionäre Rok Draksic (SLO/73 kg), Alexander Weichinger (AUT/66 kg), Laszlo Csoknyai (HUN/81 kg), Markus Nyman (90 kg), Martin Pacek (beide SWE/100 kg) und Schwergewichtler Roy Meyer (NED) ein, scheint der Finaleinzug greifbar. Allein die Aussicht auf ein Duell mit dem Erzrivalen Abensberg wird Kräfte freisetzen.

Allerdings wartet zuvor noch Esslingen, das im Vorjahr im Gold-Duell dem Rekordmeister nur 3:6 unterlag. Die Klasse des KSV ist nicht weniger geworden: René Schneider (73 kg) verlor heuer erst einmal, Boris Trupka (66 kg) war mehrmals Deutscher Meister, Gewichtsklassenkollege Steffen Hoffmann startete bei der U 21-WM.

Tipp: Erzrivalen im Finale

Der ehemalige Abensberger Adrian Kulisch (73 kg) ist stets unberechenbar, in der 90 kg präsentiert Esslingen den EM-Fünften Michael Pinske und im Schwergewicht die Nummer eins der jungen Tölzer-Nachfolger, Sven Heinle. Gor Harutyunyan (66 kg) aus Armenien, der Engländer Euan Burton (100 kg) oder der georgische Schwergewichtler Zviadi Matiaschvili könnten die zwei erlaubten Ausländerplätze pro Durchgang besetzen.

Chefcoach Radu Ivan wagt einen Tipp: „Großhadern und Abensberg kommen ins Finale. Und da ist alles offen.“ Wenn der Sieger dann wieder vom TSV aus Niederbayern käme, hätten die Anhänger des deutschen Rekordmeisters bestimmt nichts dagegen. Es wäre Titel Nummer 19. (mar)

Anm. d. Red.: Am Freitag erfahren Sie an dieser Stelle, wie Titelverteidiger TSV Abensberg aufgestellt ist.

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