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Eindeutiger Sieg gegen Witten im Viertelfinale

Die Judokämpfer aus Abensberg sorgen für das richtige Ergebnis am Jubeltag: Mit 10:3 (Unterbewertung 83:30) zogen sie ins Finale der Bundesliga ein.
von Wolfgang Abeltshauser, Mz.

Bei seinem Abschiedskampf hatte Andreas Tölzer (blau) keine Probleme mit Andre Breitbarth.Foto: eab

Abensberg. Es war der perfekte sportliche Teil beim Jubiläumsfest der Abensberger Judoka. Am Tag, an dem die Judofamilie des TSV auf ihre ersten 50 Jahre zurückblickte, holten die aktuellen Kämpfer mit einem sicheren 10:3 (Unterbewertung 83:30) eine weitere Finalteilnahme zu einem Endturnier der deutschen Meisterschaft. Und dann findet dieses noch beim Erzrivalen TSV Großhadern statt. Besser hätte es in einem Jahr, in dem Abensberg für die Ausrichtung dieser Veranstaltung nicht infrage kommt, nicht laufen können. Noch dazu, weil an diesem Tag Größen der Vergangenheit auf der Tribüne mitfieberten – wie etwa Helmut Dietz oder Daniel Lascau.

Es war noch aus einem anderen Grund ein besonderer sportlicher Tag. Denn eine Abensberger Ära ging zu Ende. Publikumsliebling Andreas Tölzer betrat zum Letzten Mal als Kämpfer die einheimische Matte. Rein ergebnistechnisch ist das schnell erzählt. Nach knapp zwei Minuten war Andre Breitbarth besiegt. Tölzer kam wie so oft in der Josef-Stanglmeier-Halle kein einziges Mal in Gefahr zu verlieren.

Andreas Tölzer zeigt sich gelassen

Aber wie ging es ihm menschlich zu dieser Stunde? Im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung zeigte sich der Olympionike aufgeräumt und gelassen: „Es ist doch ein schöner Tag, es sind viele Menschen hier.“ Da hatte er Recht: Die Halle war besser gefüllt als bei manch‘ anderem Judogefecht in den vergangenen Jahren. Probleme mache ihm die Situation nicht. „Ich konnte mich lange genug darauf vorbereiten. Jetzt beginnt eben ein neuer Lebensabschnitt.“ Außerdem: Nach Abensberg werde er auch in Zukunft sicherlich immer wieder kommen. Nicht zuletzt wenn der Gillamoos anstehe. Seine Fans werden sich sicherlich freuen, ihn wieder zu sehen. Trotzdem holten sich viele von ihm zur Sicherheit noch einmal ein Autogramm. Wer den Mönchengladbacher kennt, der weis, er nimmt das ebenso gelassen hin wie sein nahendes Karriereende.

Ist Tölzer am Ende einer großen Laufbahn als Judoka, steht Manuel Scheibel nach wie vor am Anfang seiner Zeit als Kämpfer. Und da musste er am Samstag in der Josef-Stanglmeier-Halle leidvoll erfahren, dass die Trauben für einen jungen Sportler noch ziemlich hoch hängen. Er hatte es mit Jeroen Mooren zu tun – einem der besten holländischen Judoka. Gleich zweimal trat der junge Biburger gegen ihn an – zweimal erwies sich der Gegner als cleverer. Mooren holte jeweils mit einem Festhaltegriff zwei der drei Wittener Punkte.

Der Held Helmut Dietz

Besser erging es dem zweiten Leichtgewicht im Kader am Samstag. Sebastian Seidl hatte es mit Nicki Grazyk zu tun. Dabei zeigte er vor allem in der Bodenlage sein Können. In der ersten Minute führte das noch nicht zum Erfolg. In der dritten Minute konnte er seinen Gegner aber fixieren und den Sieg somit einfahren. Beide – Seidl wie auch Scheibel – haben durchaus das Zeug, dem nachzufolgen, den der Präsident des deutschen Judobundes in seinen Worten an Kämpfer und Besucher besonderes hervorhob.

„Der eigentliche Held ist Helmut Dietz“, stellte Peter Freese fest. Er sage das ganz bewusst – trotz der vielen Weltmeister im Kader der Abensberger. Es sei außergewöhnlich, dass Dietz nach wie vor seinem Verein als Kämpfer zur Verfügung stehe. Und das mit 48 Jahren.

Am Samstag durfte sich Helmut Dietz aber zurücklehnen und geniesen, was seine Kameraden auf die Matte zauberten. Dabei musste sich Travis Stevens nach fünf Kampfminuten gegen Stefan Oldenburg mit einem Unentschieden begnügen. Besser machte es Christopher Völk. Der hatte Jan Herwig Hapke vor der Nase. Schnell holte er sich eine Führung. Mit einem versuchten Schulterwurf kam er zwar nicht zum gewünschten Ippon. Jedoch baute er seine Führung im Lauf des Kampfes immer mehr aus. Was seinen Gegner wohl zum Grübeln brachte – und zu unsauberen Aktionen zwang. Seine vierte Strafe – im Judo heißt das Shido – war letztendlich das vorzeitige Ende für Hapke. Völk hieß der Sieger.

Peters braucht nur 19 Sekunden

Dimitri Peters ließ anschließend überhaupt nichts anbrennen. Er gönnte seinem Kontrahenten Marcello Greco lediglich 19 Sekunden auf der Matte. Dann musste er sich schon wieder verbeugen, denn der Abensberger Medaillengewinner bei den jüngsten Olympischen Spielen hatte in auch schon besiegt. Im Gefecht von Robert Dumke gegen den holländischen Könner Robby von Laarhoven sprach lange Zeit alles für ein Unentschieden. Die Auseinandersetzung war ausgeglichen, keinem der Kämpfer wollte eine zählbare Aktion gelingen. In letzter Sekunde sprachen die Mattenrichter gegen den Wittener eine Strafe aus. Weil er deshalb mehr auf dem Kerbholz hatte wie Peters bedeutete das die Niederlage für den Holländer.

Nach dem bereits beschriebenen Auftritt von Sebastian Seidl stand es zur Halbzeit 5:1 für Abensberg. Und die letzten Zweifel, es könnte nach dem relativ engen Hinkampf nicht reichen für Abensberg, waren beseitigt. Denn das 9:5 aus der Vorwoche konnten jetzt die Wittener endgültig nicht mehr aufholen.

Starke Leistungen der Gastgeber

So war der zweite Durchgang ein reines Schaulaufen – jedoch mit zum Teil klasse Leistungen der Gastgeber. Der Wittener Creco musste sich diesmal mit Lukas Krpalek messen. Der gönnte dem Gegner zumindest knapp zwei Minuten auf der Matte. Was dem aber auch nichts half. Mit einer Fußtechnik holte sich der Abensberger den Sieg. Sven Maresch machte es anschließend noch besser als Peters im ersten Durchgang. Andreas Altergott war nach neun Sekunden bereits entscheidend am Boden. Erneut eine starke Leistung bot David Krämer. Er besiegte Christoph Najdecki mit Waza-Ari. Dominik Gerzer reichte ein Yuko gegen Lutz Behrla. Den zehnten Punkt holte Georgii Zantaraia gegen Marcel Haupt. Fabian Seidlmeier musste seinen Kampf gegen Stefan Oldenburg verloren geben.

Und so steht Abensberg wieder einmal im Finale der deutschen Mannschaftsmeisterschaft – wie so oft. So dass Freeses Vergleich mit dem FC Bayern, der sich zur gleichen Stunde in seiner Bundesligapartie gegen den VfL Wolfsburg weitaus schwerer tat, durchaus gerechtfertigt ist. Kein deutscher Judoverein kommt auch nur annähernd an die Erfolge des TSV heran.

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