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Judo

EM-Bronze als Sahnehäubchen oben drauf

Perfekter Judo-Tag: Abensbergs Bundesliga-Team steht mit Sieg in der Finalrunde. Raffaela Igl erfüllt sich Medaillentraum.
Von Martin Rutrecht

Raffaela Igl kehrte glücklich mit einer Bronzemedaille von der U18-Judo-EM zurück. Foto: Rutrecht/Archiv
Raffaela Igl kehrte glücklich mit einer Bronzemedaille von der U18-Judo-EM zurück. Foto: Rutrecht/Archiv

Abensberg.Bronze bei der U18-EM für Raffaela Igl, die Bundesliga-Truppe so gut wie sicher in der Finalrunde um den deutschen Titel: Zwei erfreuliche Ereignisse für die Judoka des TSV Abensberg stellten sich fast zeitgleich ein. Während der deutsche Rekordmeister in heimischer Halle den JSV Speyer mit 10:4 abzog, setzte sich Igl in Sarajevo nach verlorenem Halbfinale im kleinen Finale mit einer Energieleistung in der Verlängerung durch.

„Natürlich hatte ich mir Gold erhofft, aber auch mit Bronze bin ich super zufrieden.“

Raffaela Igl

Die ersten Glückwünsche an die 17-jährige Rottenburgerin kamen aus der Babonenstadt von der Bundesliga-Mannschaft. „Wir sind wie immer nach dem Kampf zusammen gehockt und haben Raffaela gleich gratuliert“, so TSV-Chefcoach Jürgen Öchsner. Die junge Athletin war als Mitfavoritin in die Europameisterschaft der U18-Jährigen gegangen. „Natürlich hatte ich mir Gold erhofft, aber auch mit Rang drei bin ich super zufrieden“, sagte die Nummer eins der Welt in der 70 kg-Kategorie der MZ.

Durch die Vorrundenkämpfe flog die Abensberger Vertreterin. Die Griechin Aristea-Ioanna Dimou fertigte sie nach 44 Sekunden ab, der Slowenin Metka Lobnik war nur gut eine Minute mehr auf der Matte vergönnt. Igl stand im Halbfinale und traf auf die Russin Daria Kariakina. Vor ihr war die 17-Jährige gewarnt, hatte sie doch im Frühjahr bei einem Europa-Turnier in Teplice gegen sie verloren.

Nach 9:19 Minuten der Sieg

Das Duell verlief aus Igls Sicht unglücklich. „Ich habe gut gekämpft, aber die Russin hat sich mit einem sehr passiven Stil immer wieder den Griffen entzogen“, schildert sie. Nach ihrer Meinung hätte es dafür Strafen wegen Inaktivität geben müssen. Aber nur einmal verwarnte das Kampfgericht die Russin. In der Verlängerung schaffte Kariakina eine Wertung und erreichte das Finale, das sie gegen Martina Esposito aus Italien verlor.

TSV-Kapitän Robert Dumke (in blau) siegte in einem epischen Kampf in der Verlängerung. Foto: Rutrecht/Archiv
TSV-Kapitän Robert Dumke (in blau) siegte in einem epischen Kampf in der Verlängerung. Foto: Rutrecht/Archiv

Raffaela Igl musste im Bronzekampf gegen die Ungarin Jennifer Czerlau alle Körner rausholen, denn selbst weiter über die reguläre Zeit hinaus stand noch keine Wertung an der Tafel. „Ich wollte sie unbedingt packen. Da kann man nicht aufhören“, so Igl, die letztlich nach 9:19 Minuten mit einer Innensichel den Punkt zu Bronze machte. „Eine Medaille ist riesig“, bilanzierte die WM-Dritte des Vorjahres.

„Versuchen Sie mal, einen Kühlschrank zu werfen.“

Peter Dremow

Die Bundesliga-Mannen des TSV hatten mit Speyer kaum Mühe. Verstärkt durch den Russen Robert Mshvidobadze (60 kg) und den Georgier Zebeda Rekhviashvili (90 kg), die auf ihrem Weg zu einem Trainingslager in Spanien in Abensberg Halt machten, legten die Babonen durch deren Siege und die Erfolge von Sebastian Seidl (73 kg), Dominik Gerzer (100 kg) und Manuel Scheibel (66 kg) mit 5:0 vor. An den Gäste-Georgiern Giga Gigauri (81 kg) und Onise Bughadze (Schwergewicht) bissen sich Benjamin Münnich und Simon Glockner die Zähne aus. Zu Gigauri merkte Hallensprecher Peter Dremow an: „Versuchen Sie mal, einen Kühlschrank zu werfen.“

Teamkapitän mit langem Atem

Nach der Pause packte Abensberg wieder zu. David Krämer (73 kg), Mshvidobadze und Robert Dumke (100 kg) machten alles klar. Teamkapitän Dumke siegte über die Verlängerung. „Wenn ich schon von den Jungs verlange, dass sie 20 Prozent mehr geben, muss ich auch einen raushauen“, lächelte der Routinier. Rekhviashvili und Philip Graf (66 kg) bauten die Führung auf 10:2 aus. Die letzten beiden Gewichtsklassen gehörten wieder Speyer, wobei sich Ludwig Igl (81 kg) gegen Gigauri „nicht schlecht anstellte“, so Öchsner.

Nach der Sommerpause geht der TSV mit drei Punkten Vorsprung auf Verfolger KSV Esslingen in die letzten beiden Vorrundenauftritte. „Das dürfen wir uns nicht mehr nehmen lassen“, erklärte der Cheftrainer. Zeitgleich mit den abschließenden Kämpfen geht ab Mitte September die WM ins Szene – mit Sebastian Seidl.

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