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Erste Erfolge für Andy Listl

Der Biburger blickt auf eine erfolgreiche Enduro-Saison zurück. Neben der Vizemeisterschaft wird er mit dem Team Dritter.
Von Alexander Reichmann

Andy Listl erzielte 2019 mit seiner KTM sehr gute Resultate. Foto: Listl
Andy Listl erzielte 2019 mit seiner KTM sehr gute Resultate. Foto: Listl

Biburg.Andy Listl ist sportbegeistert. Der 28-jährige Biburger hat sich als Stürmer bei der SG Wildenberg/Biburg bereits einen Namen gemacht. Mittlerweile hat seine zweite Leidenschaft den Fußball jedoch etwas verdrängt, wie er offen zugibt. Listl fährt Enduro und konnte dabei in der abgelaufenen Saison für einen Amateur sehr ansehnliche Erfolge einfahren. Bei der Hard Enduro Series Germany kam er in der Teamwertung auf den dritten Platz und beim Enduro Cup Hessen Thüringen, auch bekannt als ECHT-Cup, wurde er sogar Vizemeister.

„Angefangen habe ich so mit 18 oder 19 Jahren, aber da ist man halt ein bisschen in der Kiesgrube gefahren, das hat mit dem, was ich jetzt mache, nichts zu tun“, erklärt Listl, der als Elektriker bei Audi arbeitet. Seit wenigen Jahren hat ihn das Enduro-Fieber nun komplett ergriffen und er ist mit seiner 250-Kubik-KTM in Deutschland sowie den deutschsprachigen Nachbarländern unterwegs.

In der Saison 2020 will Listl wieder bei der Hard-Enduro-Series starten. Foto: Listl
In der Saison 2020 will Listl wieder bei der Hard-Enduro-Series starten. Foto: Listl

Seit zwei Jahren startet Listl bei der Hard Enduro Serie Germany. „Die Rennen finden vor allem in Ostdeutschland statt, und es sind auch viele Profis dabei.“ In der vergangenen Saison reichte es im Team mit Philip Lehner aus Irlach und Tobias Werther aus Rohrbach für Rang drei. „Platz eins und zwei gingen Fahrer, die unter Profibedingungen trainieren, die gehen nicht mehr in die Arbeit.“

Als Amateur alles erreicht

In der Einzelwertung schlug sich der Biburger meist um den 20. Platz herum. Wenn man dann noch den Vizemeistertitel im ECHT-Cup in der Klasse E2 dazu nimmt, dann hat Listl, wie er selbst sagt, heuer alles erreicht, was man als Amateur erreichen kann. An rund 20 Veranstaltungen hat er dazu im vergangenen Jahr teilgenommen.

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Das ist als Amateur natürlich nicht ganz billig, denn Geld kann man damit nicht verdienen. Lediglich die Halbprofis könnten ihren Sport mit Sponsoren finanzieren. Listl tritt für das MCS Racing Team aus Dingolfing an. Die unterstützen den Biburger bei Teilen und Ausrüstung. „Fußball ist da schon günstiger, da kaufe ich mir einmal im Jahr neue Schuhe für 100 Euro. Das Geld brauche ich beim Enduro an einem Wochenende schon für Sprit für’s Auto und die Maschine.“

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  • Unterschied:

    Der Endurosport und Motocross werden oft verwechselt. Diese Erfahrung musste auch Andy Listl schon oft machen.

  • Sportarten:

    Motocross wird auf einem kurzen Rundkurs gefahren, und das Rennen besteht zu einem Großteil aus Sprüngen. Beim Enduro ist die zu absolvierende Strecke deutlich weitläufiger und gespickt mit Hindernissen, die überwunden werden müssen. (zar)

Dennoch lerne man mit der Zeit, die Kosten einigermaßen in Grenzen zu halten. Listl ist nämlich nicht nur Fahrer, sondern auch sein eigener Mechaniker. Neben Geld muss man in den Sport auch Zeit investieren. Listl trainiert mit dem Enduroverein Rottenburg. Der Verein hat neben der Motocross-Strecke einen künstlich angelegten Enduro-Park. Zweimal pro Woche ist Listl während der Saison im Training, dazu kommen Fitnesstraining und Mountainbiken, „denn Kondition ist unglaublich wichtig bei Rennen, die zwischen zwei und drei Stunden dauern“. Und dann hat der Stürmer auch dem Fußball noch nicht ganz abgeschworen. Er versucht, weiterhin einmal pro Woche ins Training zu gehen, betrachtet das aber eher als „Ausgleich“ zum Endurosport.

Verletzungen beim Fußball

Mit Verletzungen kennt sich Listl ebenfalls aus, doch der Großteil seiner im Sport erlittenen Verletzungen stammt tatsächlich vom Fußball und nicht vom Motorradfahren. „Man kann die beiden Sportarten von der Verletzungsgefahr fast gleichstellen, aber beim Enduro kann es schon schlimmer ausgehen“, gibt er offen zu. Deshalb fährt Listl nach dem Motto „Sicherheit geht vor“. Wenn die Kraft im Rennen nachlasse, dann gehe man runter vom Gas. „Es soll Spaß machen, und man will ja nicht sein Leben riskieren“, sagt er.

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In der Saison 2020 will Listl wieder bei der Hard-Enduro-Series starten. Im Einzel soll dabei mindestens Platz 20 rausspringen, eigentlich wolle er sich aber verbessern. Auch mit seinen beiden Kollegen in der Teamwertung geht er wieder an den Start. „Im ECHT-Cup werde ich heuer wohl nicht dabei sein. Als Vizemeister müsste ich diverse Kriterien erfüllen. Da geht es unter anderem um Lizenzen, das will ich heuer noch nicht machen.“ Möglicherweise wird er seinen Blick nach Österreich wenden und schauen, was dort geboten ist. Ein bisschen mehr Zeit für Freundin und Familie soll aber definitiv rausspringen.

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