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Judo

Es „köchelt“ beim Gipfel in Abensberg

Der deutsche Rekordmeister empfängt am Samstag den Erzrivalen TSV Großhadern. Beide Teams pokern mit Ausländern.
Von Martin Rutrecht

Benjamin Münnich (in blau) und seine Abensberger Kollegen treffen auf einen erstarkten Erzrivalen. Foto: Jonas Güttler/dpa
Benjamin Münnich (in blau) und seine Abensberger Kollegen treffen auf einen erstarkten Erzrivalen. Foto: Jonas Güttler/dpa

Abensberg.Es wird in mehrerlei Hinsicht schweißtreibend; definitiv schon mal für Jürgen Öchsner, den Trainer des TSV Abensberg. Vor dem Judo-Bundesliga-Gipfel am Samstag, 18 Uhr, in der Josef-Stanglmeier-Halle gegen den TSV Großhadern startet er mit den bayerischen Teammeistern der U12-Judoka beim Turmlauf in der Aventinusstadt. „Da gebe ich die Richtung für den Kampf vor – an die Spitze rennen“, lächelt der Coach.

Im Anschluss an die Laufeinheit wollen die Abensberger Judoka dem Erzrivalen die Tabellenführung entreißen. „Es köchelt richtig, die Spannung steigt“, sagt Öchsner. Großhadern liegt punktgleich mit den Babonen obenauf, die Unterbewertung spricht für die Münchner Vorstädter, die allerdings auch einen Kampf mehr auf dem Zettel haben. „Die Gäste haben bereits einmal verloren, zum Saisonauftakt beim KSV Esslingen. Wenn wir Großhadern die zweite Niederlage beibringen, werfen wir einen Rivalen in der Jagd aufs Halbfinale raus“, weiß der Coach. Nur Erster und Zweiter der Gruppe Süd gehen in die Entscheidung um den Bundesliga-Titel 2018.

„Dass Großhadern vor uns liegt, müssen wir korrigieren.“

Fabian Seidlmeier

„Dass Großhadern vor Abensberg rangiert, kam schon länger nicht mehr vor“, ergänzt Teammanager Fabian Seidlmeier. Mit einem Sieg wolle man das ungewohnte Bild korrigieren. „Aber es wird eng, Nuancen und die individuelle Tagesform werden den Unterschied ausmachen.“ In der vergangenen Saison teilten sich die beiden Teams mit einem 7:7 die Punkte in einem packenden Fight. „Diesmal wollen wir auch den zweiten Punkt behalten“, gibt Trainer Öchsner aus.

Vize-Weltmeister auf der Matte

Mit deutlichen Erfolgen über JC Leipzig sowie die Aufsteiger Erlangen und Offenbach hat Großhadern seine Anwartschaft auf einen Spitzenplatz nach der Auftaktniederlage angemeldet. Trainiert wird die Truppe vom früheren Olympia-Starter Tobias Englmaier. Gerade in den höheren Gewichtsklassen fahren die Münchner schweres Gerät auf: Karl-Richard Frey (100 kg) war 2015 Vize-Weltmeister und wurde in Rio vor zwei Jahren Fünfter. Sein jüngerer Bruder Johannes wird im Schwergewicht immer stärker.

Marco Odenthal (in blau) könnte auf Großhaderns Vize-Weltmeister Karl-Richard Frey treffen. Foto: Alois Steffl
Marco Odenthal (in blau) könnte auf Großhaderns Vize-Weltmeister Karl-Richard Frey treffen. Foto: Alois Steffl

Die Gastgeber vermuten zudem, dass Großhadern die Europameister Adrian Gomboc (66 kg) aus Slowenien und Aleksandar Kukolj (90 kg) aus Serbien mitbringen werden. Darüber hinaus fordern junge, hungrige Athleten wie Maximilian Heyder (60 kg) und Julian Kolein (73 kg) den Rekordmeister. „Ich habe in den letzten Tagen öfter in den Abensberger Nachthimmel geguckt und bin sämtliche Aufstellungsoptionen auf beiden Seiten gedanklich durchgegangen“, sagt Öchsner. „Es ist wie im Schach: Wer eröffnet, wer macht die besseren Züge im Verlauf der Partie?“

„Jeder wird an seine Grenzen gehen müssen.“

Robert Dumke

Wichtig wird sein, dass in diesem Figurenspiel die Trümpfe stechen. „Unser Vorzeigeathlet Sebastian Seidl ist wieder fit, was er mit Rang fünf beim Weltcup in China bereits gezeigt hat“, freut sich Teamchef Seidlmeier. Seidl könnte bis 66 kg mit Manuel Scheibel ein Top-Duo geben, wäre aber auch in der 73 kg-Kategorie an der Seite von David Krämer denkbar.

Ein Video vom ersten Bundesliga-Kampf des TSV Abensberg in dieser Saison sehen Sie hier:

Judo: TSV Abensberg siegt gegen Samurai Offenbach

Benjamin Münnich (81 kg), Robert Dumke (90 kg), Marc Odenthal (100 kg) und Dominik Gerzer (Schwergewicht) bilden eine Phalanx, die Großhadern erst durchbrechen muss. „Die Überlegung ist auch, mal eine Gewichtsklasse zu opfern, wo ein übermächtiger Gegner wartet. In der Endabrechnung muss die Zahl der gewonnenen Kämpfe stimmen“, so Öchsner.

Abschied von Völk und Maresch

Die Babonen werden „in jedem Fall“ ein, zwei Ausländer aufbieten. „Wer das sein wird, bleibt geheim. Wir wollen uns nicht in die Karten schauen lassen“, sagen Coach und Manager. Teamkapitän Robert Dumke stimmte die Truppe schon nach dem jüngsten Sieg in Mannheim auf das Derby ein. „Alle Kämpfer wissen, wie wichtig die Begegnung ist, jeder wird an seine Grenzen gehen müssen.“

Zwei große Abensberger Athleten werden beim Kampf verabschiedet: Christopher Völk und Sven Maresch, die ihre Karriere im Vorjahr beendeten.

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Top-Duell auch für das zweite Team

  • Meisterrennen:

    Die zweite Mannschaft des TSV Abensberg kämpft am Samstag, 16 Uhr, auswärts beim ESV Ingolstadt. Die Gastgeber führen die Bayernliga an.

  • Augenhöhe:

    Auch Abensberg II hat bislang alles gewonnen. „Auch wenn wir ein paar Verletzte haben, bin ich doch sehr zuversichtlich“, so TSV-Coach Michael Schnell.

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